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Branchenmeldungen 15.09.2015

Existenzgründung Zahnärzte: Frauen sind zurückhaltender

Existenzgründung Zahnärzte: Frauen sind zurückhaltender

Obwohl fast jede zweite Zahnarztpraxis von einer Frau gegründet wird, entscheiden sich Zahnärztinnen öfter für die Anstellung als ihre männlichen Kollegen. Dies untermauert die Existenzgründungsanalyse Zahnärzte 2014, die jährlich von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) durchgeführt wird.

Der Anteil der weiblichen Existenzgründer lag 2014 bei 48 Prozent. Dieses „Gleichgewicht“ findet sich jedoch nicht unter den studierenden Zahnmedizinern wieder: Mit über 64 Prozent stellen dort Frauen die Mehrheit dar. Dieser Feminisierungstrend unter den Zahnmedizinstudenten weist darauf hin, dass Frauen sich immer noch eher für eine Anstellung entscheiden als für die Selbständigkeit. „Aus unseren Beratungsgesprächen wissen wir, dass die Gründe individuell und vielfältig sind“, sagt Petra Knödler, Marktgebietsleiterin bei der apoBank. „Vielen ist nicht bewusst, welche Gestaltungsfreiräume eine Selbständigkeit, beispielsweise bei der Arbeitszeit, mit sich bringt. Aber auch mangelndes Vertrauen in eigene unternehmerische Fähigkeiten sowie Vorbehalte, ob eine Praxisfinanzierung geschultert werden kann, lassen Frauen zögern. In diesen Fällen lohnt sich ein Gespräch mit uns.“ Die Berater der apoBank sind auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert und in der Lage mit Hilfe eines interaktiven Beratungsprogramms die Vorstellungen der Zahnärztin hinsichtlich der Praxisinvestitionen durchzuspielen. Es ist zum Beispiel möglich, auszurechnen, welche Gesamteinnahmen erforderlich sind, um die Vorstellungen zu Praxisinvestitionen und privater Lebenshaltung realisieren zu können.

Die Analyse der apoBank und des IDZ zeigt auch, dass Zahnärztinnen mit durchschnittlich 231.000 Euro – im Fall der Übernahme als Einzelpraxis – weniger in die Existenzgründung investierten als ihre männlichen Kollegen mit im Schnitt 295.000 Euro. Sie ziehen es vor, mit kleineren Praxen zu beginnen, die leichter zu handhaben sind, um dann langsam mit ihrem Patientenstamm zu wachsen. „Unsere Erfahrung zeigt, dass Zahnärztinnen ihr Behandlungsspektrum zunächst breiter aufstellen und sich seltener für Praxen mit neuester Medizintechnik entscheiden, die beispielsweise spezielle chirurgische Eingriffe möglich machen“, kommentiert Knödler. „Zudem sind Frauen hinsichtlich der hohen Kredite zurückhaltender als Männer. Das hängt damit zusammen, dass sie langfristig die Familienplanung im Hinterkopf behalten und nicht genau wissen, ob sie dann auch die Finanzierung stemmen können. Diese Ängste können wir den Frauen nehmen, denn in persönlichen Gesprächen erläutern wir Modelle und konkrete Beispiele, wie sich Familie und Praxis vereinbaren lassen.“

Methodik

Die Datenbasis der „Existenzgründungsanalyse für Zahnärzte 2014“ bilden die Existenzgründungsfinanzierungen der apoBank. Diese werden anonymisiert ausgewertet. Die statistische Auswertung wurde gemeinsam von der apoBank und dem IDZ durchgeführt.

Foto: © Antonioguillem – Fotolia
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