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Branchenmeldungen 10.01.2018

Digitalisierung: Gesundheitswesen als Vorreiter oder Nachzügler?

Digitalisierung: Gesundheitswesen als Vorreiter oder Nachzügler?

Digitalisierungsindex Mittelstand:Vor allem IT-Sicherheit und Datenschutz stehen hoch im Kurs 

Die Gesundheits- und Sozialwirtschaft hat die Digitalisierung ihres Geschäfts im laufenden Jahr deutlich beschleunigt. Bei 42 Prozent der Unternehmen ist die Digitalisierung mittlerweile fester Bestandteil der Geschäftsstrategie, 18 Prozentpunkte mehr als 2016. Dies ist das Ergebnis der repräsentativen Telekom-Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“. Für ihn haben die Analysten von techconsult im Sommer 2017 zum zweiten Mal nach 2016 rund 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt. Insgesamt kommen die Gesundheits- und Sozialunternehmen in der Studie auf 54 (2016: 52) von 100 möglichen Indexpunkten. Das entspricht exakt dem Durchschnitt der mittelständischen Wirtschaft insgesamt.

Insbesondere bei der IT- und Informationssicherheit sowie beim Datenschutz lassen Gesundheits- und Sozialunternehmen die anderen Branchen hinter sich. In diesem digitalen Handlungsfeld kommen sie auf 68 von 100 möglichen Punkten, was im Vergleich zu 2016 einem Plus von zwei Punkten entspricht. Vor allem Praxen und Kliniken nehmen das Thema sehr ernst: Ihre Datenerhebung und -verarbeitung unterliegt extrem strengen Regeln. So fallen zum Beispiel Gesundheitsdaten von Patienten unter eine gesetzlich vorgeschriebene Geheimhaltungspflicht.

Größere Unternehmen digitalisieren schneller

Insgesamt attestiert der aktuelle Digitalisierungsindex dem Gesundheitswesen eine solide digitale Basis, wobei auch hier wie in anderen Branchen gilt: Der Digitalisierungsgrad steigt mit der Größe der Unternehmen. Kleine Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern erreichen 49 Indexpunkte, während Unternehmen ab 50 Beschäftigen auf durchschnittlich 60 Indexpunkte kommen. Der Grund sind vor allem IT-Spezialisten, die in größeren Betrieben häufiger zu finden sind und dort die Digitalisierung konsequent vorantreiben können.

Konkret setzen Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen etwa auf die Digitalisierung ihrer Rechnungsabwicklung, auf Online-Terminbuchungen oder den mobilen Zugriff auf Kunden-/Patientendaten durch Ärzte oder Pflegekräfte. Vor allem in kleineren Krankenhäusern oder für Ärzte auf dem Land ist der elektronische Austausch medizinischer Informationen wichtig, etwa mit externen Fachärzten. 30 Prozent der Praxen und Krankenhäuser haben sich bereits für solche Kommunikationslösungen entschieden, weitere 35 Prozent planen den Einsatz.

Digitalisierung steigert den Umsatz

Die Ergebnisse des Digitalisierungsindex zeigen zudem: Digitalisierung steigert den Geschäftserfolg – zum Beispiel bei Kundenbeziehungen. Diese spielen im Gesundheitswesen, in dem die Kunden in der Regel Patienten sind, eine besonders wichtige Rolle. So gewinnen 87 Prozent der Unternehmen mit einer Website leichter neue Patienten, und bei 80 Prozent wirkt sich der Online-Auftritt auch positiv auf den Umsatz aus.

Die Produktivität von Gesundheitsunternehmen steigt laut Digitalisierungsindex vor allem dann, wenn die durch neue technische Geräte erhobenen Patientendaten miteinander verknüpft werden. So fällt es 82 Prozent der medizinischen Einrichtungen leichter, Patienten für sich zu gewinnen, wenn sie Patientendaten in einem Patient-Relation-Management-(PRM-)System systematisch erfassen. Auch Lösungen aus der Cloud vereinfachen für Gesundheitsunternehmen wie Patienten zahlreiche Abläufe: 82 Prozent der Einrichtungen, die Anwendungen aus der Cloud nutzen, arbeiten effizienter und flexibler. 73 Prozent konnten auf diese Weise zudem ihre Kosten senken.

Digitale Vorreiter sind erfolgreicher

Zwischen Digitalisierungsgrad und Geschäftserfolg besteht ein Zusammenhang. Dies zeigt die Telekom-Studie anhand eines Vergleichs mit jenen Unternehmen, deren Indexwert besonders hoch ausfällt. Diese Digital Leader – also die zehn Prozent der Unternehmen, die die digitale Transformation am stärksten vorangetrieben und 89 Indexpunkte erreicht haben – sind mit ihren betriebswirtschaftlichen Kennzahlen besonders zufrieden, nämlich 62 Prozent. Im Branchenschnitt sind es nur 50 Prozent der Unternehmen.

„Der Digitalisierungsindex zeigt: Investitionen in digitale Lösungen rentieren sich. Sie tragen dazu bei, den Umsatz zu steigern, Kosten zu verringern und flexibler zusammen zu arbeiten“, sagt Thomas Spreitzer, verantwortlich für den Vertrieb im Bereich kleine und mittlere Unternehmen sowie den Partnervertrieb und das Marketing bei der Telekom Deutschland. „Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche mittelständische Unternehmen, die nicht einmal über eine Internetpräsenz verfügen, geschweige denn in den sozialen Medien aktiv sind. Für sie ist es das Wichtigste, jetzt mit der Digitalisierung anzufangen.“

Kostenloser Self-Check

Der aktuelle Gesamtstudienbericht sowie zwölf Branchenteilberichte stehen ab sofort auf der Website digitalisierungsindex.de zum Download bereit. Innerhalb weniger Minuten können interessierte Unternehmen unter benchmark.digitalisierungsindex.de in einem Online-Self-Check ihren persönlichen digitalen Status quo ermitteln.

Quelle: Deutsche Telekom AG

Foto: phlppgrssr – stock.adobe.com
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