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Branchenmeldungen 17.10.2017

Keinen Nerv für Notfall – Zahnärztin verweigert Behandlung

Keinen Nerv für Notfall – Zahnärztin verweigert Behandlung

Wer nach den üblichen Öffnungszeiten der Zahnärzte ein dringendes Zahnproblem hat, kann sich an den zahnärztlichen Notdienst wenden. Dieser ist dezentral unter der Trägerschaft der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Bundesländer organisiert – auf deren Webseiten listen sie die diensthabenden Ärzte auf und auch unter der im Telefonbuch vermerkten Nummer erreicht man i. d. R. einen Anrufbeantworter, der die Nummer des aktuellen Notzahnarztes ansagt.

Vor Kurzem, an einem frühen Freitagabend, plagten eine junge Frau aus Fulda hohes Fieber und Schmerzen. Daraufhin wurde sie beim Bereitschaftsdienst vorstellig, der ihr die dringende Weiterbehandlung bei einem Zahnarzt empfahl. Die junge Fuldaerin rief daraufhin die diensthabende Zahnärztin in Eichenzell an. Die nahm zwar ab, konnte sich aber nicht zu einer Behandlung erweichen lassen. Obwohl die Patientin an hohem Fieber und einer Zahnwurzelentzündung litt, machte die Zahnärztin deutlich, dass sie keine Lust habe, in die Praxis zu fahren – ihre 17-jährige Erfahrung hätte gezeigt, dass die Patientin es auch ohne Medikamente bis zum nächsten Tag überleben müsste. Stattdessen empfahl sie ihr, zu Hause nach Schmerzmitteln und Antibiotikaresten zu suchen und diese einzunehmen. Die verunsicherte junge Frau wandte sich daraufhin wieder an den Bereitschaftsdienst, die ihr die Antibiotika und Schmerzmittel aushändigte.

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen hat in der Zwischenzeit eine Stellungnahme der Zahnärztin eingefordert und zieht disziplinarische Maßnahmen in Betracht. Patienten, die mit der Notdienstbehandlung unzufrieden sind, können sich direkt an die Kassenzahnärztliche Vereinigung wenden, so die OSTHESSEN|NEWS.

Foto: ightwavemedia – stock.adobe.com
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