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Branchenmeldungen 05.10.2020

Krone eingeatmet: Wiener Patient litt anderthalb Jahre

Krone eingeatmet: Wiener Patient litt anderthalb Jahre

Dass Patienten zahnärztliche Instrumente versehentlich verschlucken oder aspirieren können, kann vorkommen. Dass ihnen jedoch kein Glauben geschenkt wird – so wie im Fall eines Patienten aus Wien –, sollte nicht passieren.

Ein 56-jähriger Malermeister aus Wien-Meidling hatte während einer Behandlung ein Provisorium bestehend aus zwei Kronen aspiriert. Unbemerkt blieb der Fremdkörper nicht, denn er verursachte dem Mann massive Schmerzen. Es habe sich wie ein „inhalierter Brotbrösel“ angefühlt, berichtet krone.at. Zudem litt der Patient unter ständigem Husten und Atemnot.

Hilfe bekam er jedoch nicht. Sein Hausarzt und auch diverse Lungenspezialisten schickten ihn mit Vermutungen wie schwerer Bronchitis oder Raucherlunge – obwohl er Nichtraucher ist – weg.

Die Krone, die insgesamt eineinhalb Jahre in seiner Lunge steckte, richtete indes Schaden an: Lungenteile starben ab, ein Blutgerinnsel entstand, wodurch sich der gesundheitliche Zustand des Wieners weiter verschärfte. Glück im Unglück, denn dadurch erhielt er die längst überfällige Behandlung in einem Spital, wo ihm der Fremdkörper operativ entfernt wurde.

Der 56-Jährige fordert nun Schmerzensgeld in Höhe von 37.000 Euro. Insgesamt stehen sieben Beklagte vor Gericht. Ein Gutachter hat sich der Sache angenommen.

Foto Teaserbild: Adiano – stock.adobe.com

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