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Branchenmeldungen 26.09.2017

Laserschutz für Zahnmediziner

Laserschutz für Zahnmediziner

In den letzten 50 Jahren hat die Entwicklung von Dentallasersystemen dem niedergelassenen Zahnarzt für Therapie und Diagnostik erhebliche Fortschritte beschert. Die Einsatzmöglichkeiten sind nicht mehr nur auf die Weichgewebechirurgie begrenzt, sondern umfassen auch Hartgewebebearbeitung, Kariesdetektion und -monitoring sowie Parodontitis- und Periimplantitistherapie.

Minimalinvasive Behandlungstechniken sind durch die derzeit in Deutschland erhältlichen Lasersysteme erst möglich geworden. Durch sachkundigen Einsatz von lasergeeigneten Wellenlängen können Behandlungsergebnisse in der Zahnmedizin optimiert und die Patientenzufriedenheit erhöht werden. Für den Einsatz des Lasers durch den Zahnarzt wird in § 2(2) Medizinprodukte-Betreiberverordnung der Nachweis der entsprechenden Fachkunde beim Betreiben eines Lasergerätes (aktives Medizinprodukt) verlangt.

Zum Betrieb von Lasergeräten in den Behandlungsräumen ist laut Unfallverhütungsvorschrift BGV B2 „Laserstrahlung“ (vormals VBG 93) bzw. OStrV die Bestellung eines Laserschutzbeauftragten nötig. Seit dem 30.11.2016 ist die neue, aktualisierte OStrV in Kraft!

Der „neue“ Laserschutzbeauftragte

Die OStrV „Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung – OStrV)“ stellt die gesetzliche Grundlage für den Laserschutz in Kliniken und Zahnarztpraxen dar. Diese Richtlinie wurde bereits am 27. Juli 2010 mit der „Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (OStrV)“ durch die Bundesregierung in deutsches Recht umgesetzt. Sie umfasst sowohl die direkten Gefährdungen der Beschäftigten als Folge direkter Einwirkung der am Arbeitsplatz durch den Arbeitsprozess auftretenden, künstlichen optischen Strahlung (Gefährdungen von Augen und Haut) als auch die sich dabei ergebenden indirekten Gefährdungen. Indirekte Gefährdungen können zum Beispiel als Folge von Reflektionen (Blendwirkung) oder durch Strahlung entstandener Gase, Dämpfe, Stäube, Nebel und explosionsfähiger Gemische auftreten.

Wesentliches Merkmal dieser Verordnung ist in § 5 die Einführung sogenannter „Fachkundiger Personen“, die die notwendigen Gefährdungsbeurteilungen erstellen sollen. Außerdem sind Laserschutzbeauftragte schriftlich zu bestellen.

§ 5 OStrV – Fachkundige Personen, Laserschutzbeauftragter
(1) Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass die Gefährdungsbeurteilung, die Messungen und die Berechnungen nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Kenntnisse, hat er sich fachkundig beraten zu lassen. (2) Vor der Aufnahme des Betriebs von Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B und 4 hat der Arbeitgeber, sofern er nicht selbst über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt, einen Laserschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen. […] Die fachliche Qualifikation ist durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang nachzuweisen […]. Der Laserschutzbeauftragte hat folgende Aufgaben: 1. die Unterstützung des Arbeitgebers […] bei der Durchführung der notwendigen Schutzmaßnahmen nach § 7; 2. die Gewährleistung des sicheren Betriebs von Lasern nach Satz 1.

Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben arbeitet der Laserschutzbeauftragte in größeren Einrichtungen mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt zusammen. Die wesentlichen Änderungen für die Aufgaben des Laserschutzbeauftragten sind wie folgt:

  • Die Laserschutzbeauftragten sind nun per Verordnung verpflichtet, an der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung mitzuwirken. Hierfür sind umfangreiche Kenntnisse erforderlich.
  • Die Laserschutzbeauftragten haben ab sofort die Sicherheit der Lasereinrichtung zu gewährleisten. Dies bedeutet mehr Verantwortung als früher.
  • Die Laserschutzbeauftragten müssen sich regelmäßig weiterbilden.
  • Laserschutzbeauftragte, die bis dato nur nach der DGUV Vorschrift 11 (BGV B2) ausgebildet wurden, müssen ebenfalls an einem Auffrischungskurs teilnehmen.
  • Die Begrifflichkeit der „Sachkunde“ wurde in „Fachkenntnisse“ geändert.
Der Einsteigerkurs „Laser in der Zahnmedizin“ des Ellen Laser Zentrum Mitte ermöglicht die Qualifikation zum „Laserschutzbeauftragten“ nach der aktualisierten OStrV. © Jiaoshou (Prof.) Dr. Frank Liebaug

Einsteigerkurs „Laser in der Zahnmedizin“

Der firmen- und markenunabhängige Einsteigerkurs „Laser in der Zahnmedizin“ des Ellen Laser Zentrum Mitte vermittelt die für den Umgang mit dem Laser notwendige Fachkunde und bietet die Qualifikation zum „Laserschutzbeauftragten“ nach der o.g. aktualisierten Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung – OStrV. Die Seminare richten sich damit sowohl an den interessierten Zahnarzt, der sich einen Überblick über den Einsatz von Lasern in der Zahnheilkunde und Medizin verschaffen möchte, als auch an diejenigen, die bereits einen Laser in ihrer Praxis oder Klinik haben.

Der vor einer Kaufentscheidung stehende Kollege erhält somit die Basis, um Herstellerangaben besser bewerten zu können und den passenden Dentallaser, insbesondere die passende Wellenlänge, für sein Therapiespektrum auszusuchen. In vielen klinischen Fallbeispielen wird im Laufe des Seminars das theoretische Wissen veranschaulicht und stepby- step weitergegeben. Dabei werden Erfahrungen aus über 20 Jahren Lasermedizin in der eigenen Praxis vermittelt und evidenzbasierte Studienergebnisse internationaler Forschungseinrichtungen vorgestellt und unter den Kollegen diskutiert.

Im praktischen Teil liegen die Schwerpunkte im Kennenlernen verschiedener dentaltypischer Laser- systeme, deren Bedienung und ihrer Wirkung auf Hart- und Weichgewebe. Dies erfolgt in Form eines „ Hands-on-Trainings“ zum Beurteilen der charakteristischen Gewebewirkungen durch den jeweiligen Seminarteilnehmer selbst. Die für den Zahnarzt typischen Anwendungsfelder, wie z. B. Kavitätenpräparation, Kariesentfernung, Einsatz unterschiedlicher Lasersysteme in Endodontie und Parodontologie sowie die zahnärztliche Chirurgie, werden während der Live-Behandlungen demonstriert und können von den Teilnehmern im praktischen Arbeitskurs an Zahn-, Schweinekiefer- und Gewebepräparaten selbst ausprobiert werden.

Es erfolgt eine schriftliche Lernerfolgskontrolle der sicherheitsrelevanten Kursinhalte. Für die erfolgreiche Teilnahme werden je nach Kursinhalt und -länge Fortbildungspunkte vergeben. Die erfolgreiche Teilnahme wird durch das Zertifikat „Laserschutzbeauftragter“ bestätigt. Möglicherweise erhält der fachkundige Kollege durch die im Workshop durchgeführten Live-OPs oder Hands-on-Übungen auch Anregungen, um sein Behandlungsspektrum zu erweitern oder erst zum individuellen Praxiskonzept zu finden.

Diese Weiterbildungsveranstaltungen entsprechen dem Inhalt nach den Leitsätzen und Empfehlungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) vom 23.09.2005 einschließlich der Punktebewertungsempfehlung des Beirates Fortbildung der BZÄK und DGZMK.

Patientenbehandlung live und mit Kollegeneinbeziehung. © Jiaoshou (Prof.) Dr. Frank Liebaug
Therapiekonzepte werden erklärt und kollegial diskutiert, Geräte im Hands-on-Training getestet. © Jiaoshou (Prof.) Dr. Frank Liebaug

Ausweitung der Ausbildungsinhalte

Seit diesem Jahr haben wir die Ausbildungsinhalte für das gesamte zahnärztliche Behandlungsteam mit Zahnmedizinischen Fachangestellten und Zahntechnikern ausgeweitet. Teamfortbildung ist längst kein Geheimnis mehr, sondern ein Erfolgsrezept, zumal heute einzelne Leistungen an fortgebildete Personen delegierbar sind. Auch Anwendertreffen und Kurse für Fortgeschrittene zu speziellen Themen der Lasermedizin sind bereits geplant, denn wer einmal mit dem Laser behandelt hat, der wird die „Faszination Laser“ zur Verbesserung seiner Patientenbehandlung nicht mehr missen möchten.

Dieser Beitrag ist im Magazin laser 3/17 erschienen.

Foto: Jiaoshou (Prof.) Dr. Frank Liebaug
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