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Branchenmeldungen 23.07.2019

Nachfolger gesucht: „Ich bin 70 und arbeite immer noch“

Nachfolger gesucht: „Ich bin 70 und arbeite immer noch“

Zentrale Lage, ein seit Jahrzehnten treuer Patientenstamm, modernes Praxisequipment, individuelle Ausbaumöglichkeiten, Wohnoption im Haus und ein zuverlässiges, perfekt eingespieltes Team: Eigentlich optimale Voraussetzungen für Zahnärzte, die vorhaben, sich niederzulassen. Dennoch ist es schwieriger als gedacht, einen Nachfolger zu finden.

„Seit über zehn Jahren strecke ich nun schon meine Fühler aus!“, klagt Dr. Christine Ludwig ihr Leid im Gespräch mit der ZWP online-Redaktion. Die Zahnärztin ist 70 Jahre alt und Inhaberin einer kleinen rentablen Praxis im sächsischen Zwickau. Eigentlich wollte sie längst im wohlverdienten Ruhestand sein. Auch ihre Kinder drängeln und hatten ihr bereits eine Deadline gesetzt. Diese ließ sie jedoch verstreichen, denn ihre Praxis einfach aufgeben, kam für sie – zumindest bisher – nicht infrage. Weder ihre Patienten, die teilweise von Anfang an dabei sind, noch ihre zwei ZFAs wollte sie nicht einfach im Stich lassen. Auch wenn sich Patienten immer wieder versichern wollen „Sie bleiben doch noch?, Sie können doch noch!“, ewig kann auch sie nicht weiterarbeiten.

Daher hatte Frau Dr. Ludwig bereits vor vielen Jahren begonnen, sich um eine Nachfolge zu bemühen. „Zuerst habe ich versucht, einen Assistenten zu finden, weil mir geraten wurde, dieser könne dann langfristig die Praxisnachfolge sichern. Das ist mir jedenfalls nicht gelungen.“ Über Jahre hatte sie unzählige Annoncen in verschiedensten Medien, nicht zuletzt eine Daueranzeige durch die KZV, geschaltet. Zudem zapfte die Zahnärztin all ihre persönlichen Kontakte über Kollegen und Geschäftspartner an – vergebens. Selbst Zusicherungen verschiedenster Vermittler blieben bis heute erfolglos.

Warum es so schwierig ist, eine Praxisnachfolge zu finden, kann sie auch nur vermuten. Ihrer Einschätzung nach sei es aber kein lokales Problem der Stadt Zwickau oder ein ostdeutsches. Der demografische Wandel sei deutschlandweit zu spüren, das bestätigen ihr auch Kollegen. Dr. Ludwig glaubt, „viele junge Zahnärzte sehen in einer niedergelassenen Praxis nur Nachteile und scheuen sich vor der Verantwortung“. Dabei sei unter anderem die freie Zeiteinteilung unbezahlbar: „Ich habe so fünf Kinder großgezogen“, lacht sie, „in einer festen Anstellung wäre dies niemals möglich gewesen.“

Die Anforderungen an ihre Nachfolge sind alles andere als unerfüllbar: „Sie oder er sollte einfach nur Lust auf den Beruf haben und ein gewisses Geschick der Hände mitbringen.“ Außerdem ist es der Zahnärztin ein Herzenswunsch, dass ihre beiden ZFAs übernommen werden. „Wenn sie/er es nicht macht, würde sie/er sich ins eigene Fleisch schneiden. Die beiden kennen seit Jahrzehnten die Patienten, kennen die Praxis, sind beide fachlich top und ergänzen sich sehr gut. Sie sind nicht nur beim Thema Abrechnung, sondern ebenfalls in der Prophylaxe als auch in der Implantologie fit.“

Das gilt im Übrigen auch für die Praxiseinrichtung. Interesse an Chirurgie und Prothetik kann in den Praxisräumen durchaus bedient werden. Neben modernem Röntgen – sowohl OPG als auch intraoral – stehen unter anderem Laser, moderne Prophylaxegeräte sowie eine voll funktionsfähige Hygienestrecke bereit. Die Praxis mit zwei Behandlungsräumen lässt dabei genügend Raum für den individuellen Ausbau. Die Immobilie bietet dem potenziellen Nachfolger zudem auch Raum zum Wohnen. Sowohl ein Singlehaushalt als auch eine ausgebaute Dachgeschosswohnung für eine ganze Familie könnten in Anspruch genommen werden.

Noch hat Frau Dr. Ludwig die Hoffnung einer Praxisnachfolge nicht gänzlich aufgegeben. „Das wäre besser als zu sagen, das wars und den Schlüssel umzudrehen.“ Interessenten am Praxis-Rundumpaket können sich gern mit Frau Dr. Ludwig über kontakt@zahnarzt-zwickau.net in Verbindung setzen.

Foto: privat/OEMUS MEDIA AG

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