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Branchenmeldungen 28.09.2015

Praxis lebt von Forschung und Wissenschaft

Praxis lebt von Forschung und Wissenschaft

Richtig entscheiden – Patienten begeistern: Unter diesem Motto fand der 3. DENTSPLY Implants Kongress (DIKON) vom 18. bis 19. September 2015 in Berlin statt. Mehr als 1.000 Besucher waren in das Designhotel „andel's“ gekommen, um in Vorträgen und Workshops ihre implantologischen Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen.

Eingerahmt wurde der Kongress von PEERS-Veranstaltungen, die sich dem Thema „Lebensqualität im Alter“ und „Implantate im zahnmedizinischen Umfeld“ widmeten. PEERS (Platform for Exchange of Experience, Education, Research and Science) ist ein von DENTSPLY Implants unterstütztes internationales Expertennetzwerk mit Mitgliedern aus Klinik, Praxis und Zahntechnik.

Für eine kleine Anwendergruppe von OsseoSpeed Profile EV, dem neuen Implantat für den schräg atrophierten Kieferkamm, begann die Veranstaltung bereits am Donnerstagnachmittag, 17. September mit dem Pre-Kongress. Privatdozent Dr. Robert Nölken stellte den Teilnehmern das neue Profile-Implantat des ASTRA TECH Implant System EV und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der implantologischen Praxis vor. Die Kollegen diskutierten die Indikationen und Versorgungsmöglichkeiten mit dem innovativen Implantatsystem und brachten ihre eigenen Erfahrungen aus der Praxis ein.

Video 3. DENTSPLY Implants Kongress 2015

Das große PEERS-Forum zu Beginn des DIKON am Freitagvormittag stand im Zeichen der Alterszahnheilkunde und wurde von Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer moderiert. Die Referentin Prof. Dr. Ina Nitschke berichtete über die Herausforderungen bei der Behandlung alter Menschen. Innovationen wie intraorale Scanner und ein kompletter digitaler Workflow können den Zahnarzt gerade bei der Therapie alter Menschen künftig wirkungsvoll unterstützen, was durch die Referenten Dr. Sebastian Quaas und Dr. Aiste Gintaute in ihren Vorträgen anschaulich belegt wurde. Große Aufmerksamkeit erregte bei den Teilnehmern der „AgeMan“, ein Anzug, der aufgrund seines Gewichtes und Gestaltung die Einschränkungen im höheren Alter simuliert und seinem Träger ein Gefühl dafür vermittelt, welche Funktionen im Alter eingeschränkt sind. Prof. Dr. Meike Stiesch referierte zum Abschluss des Vormittages über Prävention und Therapie der Biofilmbildung auf implantatgetragenem Zahnersatz bei älteren Patienten.

Impressionen vom 3.DIKON

Im ersten Vortragsblock des Kongresses am Freitagnachmittag unter der Moderation von Prof. Dr. Dr. Knut Grötz beschäftigten sich die Referenten mit Innovationen für die Praxis. Dr. Mischa Krebs zeigte den aktuellen Stand zum digitalen Workflow in der Implantologie auf. Mit den Planungs- und Fertigungskomponenten SIMPLANT und ATLANTIS sind Sofortversorgungen im kompletten digitalen Workflow möglich, wobei zum Zeitpunkt der Implantation schon die präfabrizierten individuellen Abutments und Provisorien bzw. definitiven Kronen vorliegen. Dr. Peter Gehrke sprach über die Oberflächengüte von CAD/CAM-gefertigten Abutments, deren Oberflächenrauigkeit etwas größer ist als bei Standardabutments. Diese Rauigkeiten differieren je nach verwendetem System erheblich. Darüber hinaus zeigte er einen effizienten Reinigungsprozess, um Verunreinigungen an der Oberfläche vor dem Einsetzen des Abutments wirkungsvoll zu entfernen.

Die komplexe Therapie großer Defektsituationen nach Tumorentfernung und Unfällen stellte Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann anhand zahlreicher Fälle eindrucksvoll vor. Anschließend präsentierte Privatdozent Dr. Robert Nölken zusammen mit Dr. Dr. Eik Schiegnitz die aktuellen Ergebnisse der Weichgewebsentwicklung an Implantaten im Rahmen der German ASTRA Soft Tissue Study (GAST), die an der Universität in Mainz durchgeführt wird. Dipl.-Ing. Holger Zipprich zeigte zum Abschluss des Nachmittages verschiedene In-vitro-Versuchsaufbauten zur Untersuchung der Biomechanik an Implantat-Abutment-Verbindungen. Die von ihm durchgeführten Versuche belegen eindeutig die Überlegenheit der konischen Verbindung von ANKYLOS-Implantaten gegenüber Camlog-Implantaten in Bezug auf Beweglichkeit und Bakteriendichtigkeit.

Am Samstagvormittag moderierte Dr. Georg Bayer die Vorträge um das Thema „Wissenschaft für die Praxis“. Dr. Nadine von Krockow stellte Ergebnisse einer umfangreichen Studie mit kurzen Implantaten vor. Im Beobachtungszeitraum von 20 Jahren konnte bei den Implantaten unter 8 mm Länge eine Überlebensrate festgestellt werden, die der von langen Implantaten vergleichbar ist. Beeindruckende Ergebnisse zur Beobachtung von mehr als 10.000 Implantaten über einen Zeitraum von ebenfalls 20 Jahren konnte Dr. Wolfram Knöfler präsentieren. ASTRA TECH Implantate schnitten in dieser retrospektiven Studie mit einer deutlich besseren Überlebensrate als CAMLOG Implantate ab. Engen Bezug zur implantologischen Praxis hatten die Beiträge von Dr. Jochen Tunkel „Implantate bei Parodontitis-Patienten – wie sichert man den Implantaterfolg?“ und Privatdozent Dr. Dietmar Weng „Alveolen-Handling mit und ohne Sofortimplantation“. Dr. Michael Loeck zeigte in seinem Vortrag die beeindruckende Entwicklung im Bereich der computergestützten Chirurgie mit den Komponenten SIMPLANT und ATLANTIS auf. Interessante Therapiebeispiele und Grundlagen zur Sinusbodenelevation stellte Dr. Frank Maier in seinem Vortrag „Sinusbodenelevation – alternative Therapie mittels 3D-Diagnostik und Mikroendoskop“ vor.

Hilfe für Einsteiger beim Nachwuchsforum

Parallel zu den Vorträgen im Auditorium fand zum ersten Mal das Nachwuchsforum für Assistenten und Studenten statt, moderiert von Dr. Isabel Schneider. Rund 150 Teilnehmer informierten sich unter dem Motto „My First Step(p)s – von der Theorie in die Praxis“ über Themen der Praxisgründung aber auch zur Einführung und Etablierung der Implantologie in der eigenen Praxis. Dr. Silvia Brandt verdeutlichte anhand von eigenen Patientenfällen, wie wichtig die interne Kommunikation insbesondere zwischen Chirurgie und Prothetik in der implantologischen Behandlungsplanung ist, um gemeinsam für den Patienten das beste Ergebnis zu erzielen. Rückblickend auf seine eigenen Erfahrungen gab Dr. Axel Otto den Zuhören wertvolle Tipps, wie mit dem „Keep It Strictly Simple“-Prinzip das erste eigene Implantat den Weg zum Erfolg ebnen kann. Vertieft wurde dieser „Leitfaden“ durch Prof. Dr. Philipp Kohorst, der verschiedene Konzepte für die ersten Schritte in der Implantatprothetik präsentierte. Prof. Dr. Daniel Grubeanu spann den Faden weiter und stellte den Teilnehmern vor, wie die Implantologie langfristig als Qualitätsmerkmal in der eigenen Praxis etabliert werden kann. Bei allem fachlichen Input kam auch das Thema Praxismarketing nicht zu kurz: Birte Christiansen verdeutlichte die Notwendigkeit, aus einer Praxis eine unverwechselbare Marke zu machen – ein Ansatz, für den DENTSPLY Implants im Rahmen des STEPPS-Programm gezielt Beratung anbietet. Grundlegende Orientierungshilfen für die Gründerphase sowie den Praxisaufbau gab Steuerberater Torsten Nowack.

Spannende Workshops

Zahlreiche Workshops wurden angeboten, um implantologisches Wissen gezielt vertiefen zu können. Diese behandelten die Schwerpunkte Digitale Zahnmedizin, Hart- und Weichgewebsmanagement und Versorgungskonzepte. Aber auch Themen zum Praxismarketing und Praxismanagement wurden in Workshops abgehalten. Dr. Karsten
Wagner, Geschäftsführer DENTSPLY Implants Deutschland, bezeichnete die Workshops in der Pressekonferenz zum Auftakt des DIKON als „Herzstück der Veranstaltung“, das zu einem modernen Kongress dazugehört: „Ich bin fest überzeugt, dass diejenigen Teilnehmer, die hier die Möglichkeit haben, selbst Hand anzulegen, viel für die tägliche Arbeit und die tägliche Praxis mitnehmen.“ Dass die Workshops und das praktische Arbeiten in kleinen Gruppen sehr beliebt sind, zeigte sich daran, dass viele schon Wochen vor dem Kongress ausgebucht waren.

Digitale Poster-Präsentation

Eine weitere Innovation stellte die erste internetbasierte digitale Präsentation wissenschaftlicher Poster dar. Diese ermöglichte eine völlig neue Dimension der Darstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Auf drei großen Präsentationsmonitoren sowie einigen weiteren Bildschirmen standen während des Kongresses 15 der 20 ausgestellten Poster auch digital zur Verfügung. Via Touchscreen konnten Texte gescrollt, Fotos vergrößert und Hintergrundinformationen eingeholt werden. Einige Poster hatten sogar Videoclips integriert. Darüber hinaus war es möglich, sich die Poster per E-Mail zuzusenden und sich zuhause intensiver damit zu beschäftigen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die wissenschaftlichen Arbeiten auch nach dem Kongress noch zur Verfügung stehen: Die Digitale Poster-Präsentation kann unter http://dpp.oemus.com aufgerufen werden.

PEERS-Preisverleihung und Partystimmung

Im Rahmen der Abendveranstaltung am Freitag fand die feierliche Verleihung der PEERS-Förderpreise 2015 für Nachwuchswissenschaftler statt. Überreicht wurden diese von den ehemaligen Leichtathleten und Olympiasiegern Hartwig Gauder und Klaus Wolfermann, zusammen mit dem Laudator Dr. Jochen Tunkel. Ausgezeichnet wurden Arbeiten in verschiedenen Kategorien – Dr. Eleftherios Grizas und ZTM Ulrich Hauschild erhielten die Preise für die besten Fallpräsentationen, ZTM Daniel Seebald gewann den „Implantat-Prothetik-Preis“, Dr. Paula Korn wurde zur Preisträgerin der besten Publikation gekürt und Privatdozent Dr. Dr. Daniel Rothamel erhielt den Preis für das beste Poster. Die feierlichen Räumlichkeiten boten anschließend eine optimale Plattform zum lockeren Austausch und Networking. Ein spannendes Unterhaltungsprogramm und die Stimmungsband „Szenario“ sorgten bis tief in die Nacht hinein für eine volle Tanzfläche und ausgelassene Partystimmung.

Insgesamt 46 hochkarätige Referenten trugen dazu bei, wissenschaftlich orientierte Themen ebenso wie aktuelle praxisrelevante Informationen dem interessierten Publikum zu vermitteln. Mit ihren Vorträgen spannten sie den Bogen von der Forschung bis zur praktischen Anwendung in einem bunten Spektrum der implantologischen Teilgebiete und konnten erstaunliche Entwicklungen in diesem Fachgebiet der Zahnmedizin aufzeigen.

Im Anschluss an den Kongress fand unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld und Privatdozent Dr. Dietmar Weng am Samstagnachmittag das 6. PEERS-Jahrestreffen statt. Unter dem Motto „Implantate im zahnmedizinischen Umfeld“ trugen die Referenten ZTM Olaf van Iperen, Privatdozent Dr. Robert Nölken, Prof. Dr. Daniel Grubeanu und Prof. Dr. Heiko Visser Themen rund um implantologische und implantatprothetische Versorgungskonzepte vor, die im Anschluss von den anwesenden PEERS-Mitgliedern in vier Gruppen ausführlich diskutiert wurden.

Quelle: DENTSPLY Implants

Foto: © DENTSPLY Implants
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