Branchenmeldungen 03.12.2025

Psychische Gesundheit in der Schweiz: Akzeptanz für professionelle Hilfe wächst

Die Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz misst der Pflege ihrer psychischen Gesundheit eine hohe Bedeutung bei. Dennoch gibt nur ungefähr die Hälfte an, genau zu wissen, was sie für ihre psychische Gesundheit unternehmen kann. Dies zeigen die Ergebnisse der dritten Welle des Monitorings Ressourcen Psychische Gesundheit 2025 von Gesundheitsförderung Schweiz.

Psychische Gesundheit in der Schweiz: Akzeptanz für professionelle Hilfe wächst

Foto: LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

Die repräsentative Befragung von 3300 Personen zeigt ähnliche Ergebnisse wie in den Vorjahren: 60 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz halten es für sehr wichtig, sich um ihre psychische Gesundheit zu kümmern. Gleichzeitig weiss nur ungefähr die Hälfte der Bevölkerung (49%) konkret, was sie tun kann, um ihre psychische Gesundheit zu stärken. Am häufigsten werden Sport, Freizeit/Hobbys und soziale Kontakte als hilfreiche Massnahmen genannt. Auffällig ist, dass die Akzeptanz professioneller Hilfe stark zugenommen hat: 11 Prozent nannten diese ungestützt als Ressource – 2023 lag der Wert noch bei 1 Prozent.

Unterstützung wird unterschiedlich gesucht

Im Falle eines längerfristigen Tiefs sucht die Bevölkerung am häufigsten Hilfe im engen sozialen Umfeld, gefolgt von Fachpersonen wie Psycholog*innen, Psychiater*innen oder Hausärzt*innen. Bekannte Unterstützungsangebote wie Pro Juventute, die Dargebotene Hand (143) oder das Kinder- und Jugendtelefon 147 bleiben die bekanntesten Anlaufstellen.

Ein Vergleich der Altersgruppen zeigt deutliche Unterschiede im Verhalten bei der Suche nach Unterstützung: Personen im Alter von 65 bis 95 Jahren wenden sich häufiger an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt als jüngere Befragte. Dagegen greifen insbesondere 15- bis 34-Jährige häufiger auf digitale Angebote wie Selbsthilfe-Websites oder -Apps zurück. Generell lässt sich beobachten, dass Frauen professionelle Unterstützungsangebote häufiger nutzen als Männer.

Barrieren bleiben bestehen

Gleichzeitig bestehen Hindernisse, die die Inanspruchnahme von Hilfe erschweren – vor allem das Gefühl, andere nicht mit den eigenen Problemen belasten zu wollen. Viele empfinden es zudem als peinlich oder unangenehm, über ihre psychischen Probleme zu sprechen. Umso wichtiger ist es, durch Aufklärung und enttabuisierende Kommunikation zu vermitteln: Gefühle zu teilen und Hilfe zu suchen ist legitim – und oft entlastend, für Betroffene wie auch für ihr Umfeld. –„Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Selbstachtung“, erklärt Thomas Mattig, Direktor von Gesundheitsförderung Schweiz.

Quelle: Gesundheitsförderung Schweiz

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