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Branchenmeldungen 20.06.2018

Schweizer Mediziner Spitzenverdiener? – Nicht wirklich

Schweizer Mediziner Spitzenverdiener? – Nicht wirklich

Schweizer verdienen im internationalen Vergleich mit am besten – für Mediziner gilt das jedoch nicht. Entgegen der Behauptung des Bundespräsidenten Alain Bersets kommen sie verhältnismässig schlecht weg.

Die Diskussion über die Intransparenz des Einkommens Schweizer Ärzte eskalierte Anfang des Jahres, als Alain Berset Behauptungen von einer Million Franken Jahresgehalt aufstellte. „Fakenews“ rief die Ärzteschaft und machte damit ihrer Verärgerung Luft, wie watson.ch berichtete. Die Empörung scheint mehr als berechtigt, wie verschiedene Gehaltsreporte aufdecken.

So veröffentlichte die Waadtländer Ärztegesellschaft SVM nach Bersets Mutmaßungen eine Einkommensaufstellung von Arztpraxen im Kanton Waadt unter dem Titel «Eclairages sur la réalité des cabinets». Demzufolge nehmen Praxen im Schnitt ca. 453'000 Franken ein, nach Abgaben wie Miete, Kassenbeiträgen, Versicherungen usw. bleibt ein Einkommen von 143'400 Franken übrig. Die SVM stellt zudem die Entwicklung der vergangenen zwölf Jahre heraus: Im Durchschnitt betrug der jährliche Gehaltszuwachs 0,7 Prozent.

Dass das Ärzteeinkommen weit entfernt von einer Million Franken liegt, zeigt ebenso die aktuelle Studie der UBS. Sie verglich Preise, Gehälter usw. von 70 Großstädten weltweit. Zürich und Genf nehmen bei nahezu allen untersuchten Berufsgruppen Spitzenpositionen ein, nur beim Einkommen der Mediziner nicht. Laut Report verdienen Züricher Allgemeinmediziner 119'000 Franken (Rang 16) und Genfer 135'000 Franken (Rang 13). Zum Vergleich: Topverdiener sind die Wiener mit umgerechnet 215'000 Franken.

Foto: ra2 studio – stock.adobe.com
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