Branchenmeldungen 03.03.2020

Selbstjustiz: Münchener Zahnarzt wegen Geiselnahme verurteilt

Selbstjustiz: Münchener Zahnarzt wegen Geiselnahme verurteilt

Ein Zahnarzt will seine Praxisassistentin vor ihrem gewalttätigen Freund retten, überschreitet dabei jedoch eindeutig Grenzen der Legalität. Nun musste er sich hierfür vor Gericht verantworten und wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Im Wilden Westen wäre der Münchener Zahnarzt wahrscheinlich als Held gefeiert worden. Doch heute, hierzulande, ist Selbstjustiz nun einmal strafbar – auch, wenn sein Motiv durchaus ehrbar war. Der 38-Jährige mit einer gut laufenden Praxis in München-Bogenhausen war bei Patienten und Mitarbeitern überaus beliebt, genoss ihr Vertrauen. Selbst seine hochschwangere Assistentin vertraute sich ihm an und erzählte von den Misshandlungen durch ihren damaligen Freund.

Im Oktober 2017 kam dann eines Nachts der alles entscheidende Hilferuf, wie die Stadtzeitung berichtete. Der Freund weigerte sich, die Wohnung der Schwangeren zu verlassen. Der Zahnarzt eilte ohne zu zögern mit zwei Bekannten zur Stelle. Mit Schreckschusspistole und Baseballschläger bewaffnet, bedrohten sie den Mann und zwangen ihn unter Gewaltanwendung, seine Sachen zu packen. Dann brachten sie ihn zum Augsburger Hauptbahnhof und nötigten ihn, in einen Zug nach Frankreich zu steigen.

Nach monatelanger Untersuchungshaft in der JVA Augsburg-Gablingen wurde dem Zahnarzt nun vor dem Augsburger Landesgericht wegen Geiselnahme und Körperverletzung der Prozess gemacht. Das Urteil: zwei Jahre auf Bewährung sowie eine Strafzahlung von 3.600 Euro an „Zahnärzte ohne Grenzen“.

Foto Teaserbild: Aleksej – stock.adobe.com

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