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Branchenmeldungen 17.05.2018

Step-by-Step: Okklusionsonlays – die Alternative zur Krone

Step-by-Step: Okklusionsonlays – die Alternative zur Krone

Klassische Kronenpräparationen sind sehr invasiv, Präparationen für die Versorgung mit Verblendkronen noch invasiver. Bei beiden Restaurationsformen droht das Risiko eines Vitalitätsverlustes der Pulpa. Deutlich substanzschonender lässt sich dagegen mit Okklusionsonlays arbeiten. Das speziell entwickelte Okklusionsonlay-Set 4665ST von Komet erleichtert mit innovativen Schleifkörpern das Vorgehen.

Während die Häufigkeit schwerer Karies hierzulande rückläufig ist, nimmt der Zahnverschleiß weltweit kontinuierlich zu.1, 2 Insbesondere schwere Schäden durch Erosionen und/oder Attritionen und Abrasionen erfordern eine Zahnhartsubstanzschonende Lösung, die Schleif- und Eingliederungstraumata und somit das Pulpitisrisiko reduzieren. Dies ist klinisch wichtig, da postoperative Pulpitiden das Hauptrisiko von Teil- und Vollkronen sind. Bereits 2004 hat die DGPro diesbezüglich ein Statement veröffentlicht, demzufolge angesichts des Pulpitisrisikos vor einer Überkronung regelmäßig Alternativen zu prüfen sind.

Neue hochfeste keramische Restaurationsmaterialien wie monolithisches Lithiumdisilikat erlauben neue Restaurationsformen, die wiederum neue Präparationstechniken erfordern. Bei primär auf den Kauflächenbereich beschränkten Defekten können dies minimalinvasive Restaurationen in Form von Okklusionsonlays (auch als „Okklusionsveneers“ bzw. „Table-Tops“ bezeichnet) sein. Die innovative Alternative zur Krone punktet durch den deutlich reduzierten Zahnhartsubstanzverlust und die gleichsam verringerten biologischen Risiken (Abb. 1a bis 2b).

Abb. 1a und b: Klassische Kronenpräparation eines ersten Molaren. (© Prof. Dr. Edelhoff/Komet)

Abb. 2a und b: Minimalinvasive Präparation eines Okklusionsonlays an einem ersten Molaren. (© Prof. Dr. Edelhoff/Komet)

Indikationen für die Okklusionsonlay-Präparation:

  • Behandlung kariöser Zähne
  • Versorgung durch Bruxismus und/oder Biokorrosion geschädigter Einzelzähne bzw. der gesamten Seitenzähne
  • Rekonstruktion der Okklusion

Ohne spezielle Instrumente gestaltet sich die Präparation von Okklusionsonlays jedoch als technisch schwierig – bisher. Denn Komet Dental entwickelte zusammen mit Priv.-Doz. Dr. M. Oliver Ahlers, Hamburg, und Prof. Dr. Daniel Edelhoff, München, eine neue Abfolge von Präparationsschritten und dazu passende neue Schleifkörper im Form des Sets 4665ST, die das Vorgehen deutlich erleichtern.

„Step-by-Step“: Präparation von Okklusionsonlays

Vorpräparation

Okklusionsonlays aus Lithiumdisilikat benötigen nach derzeitigen Herstellerangaben eine Mindeststärke von 1 mm. Durch Biokorrosion geschädigte Zähne sind zudem häufig irregulär geformt. Daher bietet es sich an, die Arbeitsschritte der Tiefenmarkierung und die Vorkonturierung zu einem Prozess der Vorpräparation zu verbinden. Der entsprechend geformte Diamantschleifer 855D ist 1 mm von der Instrumentenspitze mit einer schwarzen Lasermarkierung versehen.

Step 1:

Sollte ein okklusaler Substanzabtrag erforderlich sein, wird das Instrument 855D senkrecht auf die Okklusalfläche gesetzt und die Führungsrillen von 1 mm Tiefe präpariert. 

Step 2:

Anschließend wird die Kaufläche unter Bewahrung der Höcke/Fossa-Relation (siehe Grafik) eingeebnet und die scharfen Grate an den Rändern der Okklusalfläche abgetragen. Dies ermöglicht ohne zusätzlichen Tiefenmarkierer bereits bei der Vorpräparation eine effektive Kontrolle des Substanzabtrages – sofern nicht bereits okklusal durch den Zahnhartsubstanzverlust ausreichend Platz zur Verfügung steht.

Okklusale Konturierung und Finitur

Keramische Präparationen erfordern vollständig runde Konturen. Okklusal ist dabei zentral eine konkave Form erforderlich. Im Bereich der ehemaligen Höcker hingegen ist zur optimalen Unterstützung des Okklusionsonlays eine konvexe Form anzustreben. Da bisherige Schleifer dies nicht ermöglichten, wurden die sogenannten OccluShaper (Fig. 370) konstruiert. Diese verbinden erstmals beide Anforderungen miteinander. Damit die Schleifer zu den jeweiligen Kauflächen passen, gibt es die OccluShaper in zwei Größen, für Prämolaren und für Molaren, ergänzt durch formkongruente Finierer (Figur 8370).

Step 3:

Für die okklusale Konturierung wird mit dem OccluShaper passender Größe die Kaufläche in mesiodistaler Richtung entlang des Verlaufes der Zentralfissur präpariert.

   

Step 4:

Der Vorgang wird mit dem formkongruenten Finierer gleicher Größe wiederholt.

Oro-vestibuläre Flanken

Für die Stabilität der Keramikrestaurationen sind intakte und ausreichend dimensionierte vestibuläre und orale Seitenflächen wichtig. Um diese vorhersehbar mit der gewünschten Abtragstiefe zu präparieren, wurde eine Kombination aus Diamantschleifer mit idealem Verhältnis von Länge und Durchmesser und einem stirnseitigen Führungsstift entwickelt. Aufgrund des Durchmessers ist dieser gleich im ersten Schritt mit kontrollierter Eindringtiefe als Finierer einsetzbar und läuft dabei angenehm ruhig.

Step 5:

Mit dem Führungsstiftinstrument 8849P werden vestibulär und oral die Seitenflächen präpariert – so tief, wie es der Führungsstift erlaubt und so weit zum Nachbarzahn, wie es die Instrumentenkontur ermöglicht.

Separation und Finitur

Minimalinvasives Präparieren macht auch vor dem Approximalraum nicht Halt. Deswegen umfasst das Set extra schlanke Separierer, die eine approximale Präparation noch im Zahnschmelz ermöglichen.

 

Step 6:

Separation mit dem Instrument 858 nach axial – approximal unter Schutz des Nachbarzahnes durch ein bleitotes Matrizenband und ohne zusätzliche Extension der Präparation.

 

Step 7:

Glätten der Approximalfläche mit dem formkongruenten Finierer 8858 für die Abformung und den Herstellungsprozess.

 

Alternative zu Step 7:

Als überlegene Alternative zum Finierer 8858 empfiehlt sich die approximale Glättung und Finitur mit den passend zum Okkusionsonlay-Set entwickelten, einseitig diamantierten Schallspitzen SFM6 (mesiale Version) und SFD6 (distale Version). Sie eignen sich auch für das approximale Finish von Kronenpräparationen.

 

Step 8:

Abschließend werden die vestibulären und oralen Präparationen mit den Approximalpräparationen in allen vier Übergangsregionen mit dem Finierer 8856 verbunden – fertig.

Das Set 4665 bzw. 4665ST (sterilisierbare Version im Edelstahlständer) enthält alle vorgestellten, rotierenden Instrumente. Diese sind als Set oder einzeln problemlos über www.kometstore.de oder die Komet-Fachberater erhältlich. Auf der Website von Komet Dental finden Interessierte zudem eine Auflistung aktueller Fortbildungen zum Thema.

Eine vollständige Step-by-Step-Anleitung ist in der aktuellen Ausgabe der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 5/2018 nachzulesen und steht hier zum Download bereit.

1 Jordan A., Micheelis W. Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Berlin: Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung; 2016
2 El Aidi H., Bronkhorst E.M., Huysmans M.C. et al. Dynamics of tooth erosion in adolescents: a 3-year longitudinal study. J Dent 2010; 38: 131–137
3 Edelhoff D, Sorensen JA.: Tooth structure removal associated with various preparation designs for posterior teeth. Int J Periodontics Restorative Dent. 2002 Jun;22(3): 241-9.

Foto: Komet Dental
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