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Branchenmeldungen 09.08.2017

Zukunft Zahnarztpraxen – 2030 ist morgen

Zukunft Zahnarztpraxen – 2030 ist morgen

Jürgen Pischel spricht Klartext.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank hat sich in einer Studie mit dem Zukunftsbild „Heilberufler 2030“ durch Meinungsbefragung unter Zahnärzten, Ärzten und Apothekern auseinandergesetzt. Die Zahnärzte würden sich in ihrer Position gegenüber ihren Patienten immer stärker vom „Halbgott in Weiß“ hin zum „Dienstleister“ entwickeln. Eine wachsende Feminisierung der Heilberufe wird den Trend zur Teilzeitbeschäftigung und zu kooperativen Praxisformen beschleunigen. Durch den demografischen Wandel und dem technologischen Fortschritt in den Praxen wird sich die Patientenversorgung verändern. In der Mehrheit glauben die Heilberufler, dass sie weiterhin hohes Ansehen genießen werden.

Das Anforderungsprofil, das den Patienten im Jahre 2030 geboten werden müsse, sei durch höhere Ansprüche an die zahnärztlichen Leistungen gekennzeichnet. Die Zahnärzte betonen, dass sie damit rechnen, dass die Patienten über Behandlungsalternativen informierter seien und auch unterschiedliche Angebote und Meinungen online einholen würden. Auf der anderen Seite wird die Bereitschaft, die in der Zahnmedizin heute schon groß ist, steigen, selbst für Leistungen zu bezahlen, dafür aber auch besondere Aufklärung und Beratung einzufordern.

Die Einzelpraxis in ihrer heutigen Struktur wird zum „Auslaufmodell“. Die Entwicklung hin zur Anstellung in größeren Praxen und in Medizinischen Versorgungszentren (MVZen) wird sich weiter fortsetzen, die inhabergeführte Praxis wird in den Hintergrund treten. Übereinstimmung herrscht darüber, dass sich auch die Zahnärzteschaft zunehmend der Spezialisierung unterwerfen müsse, die einzelnen Fachgebiete der Zahnheilkunde werden in kooperativen Praxisformen zusammenwirken. Parallel zu dieser Entwicklung wird die Kapitalisierung des Versorgungsangebotes zum Beispiel in Kettenpraxen wachsen, private Investorengruppen werden die Entwicklung der Zahnheilkunde mitzubestimmen suchen.

Die Digitalisierung wird nicht nur zur Lösung der „Zettelwirtschaft“ der Praxis führen, sondern vor allem wird die computergestützte Diagnostik und Therapie zum zahn­ärztlichen Alltag gehören. Die apoBank befürchtet aufgrund dieser Entwicklungen, dass Deutschland in eine „Versorgungslücke hineinlaufen“ wird. Vor allem könnten heilberufliche Leistungen so auch in der Zahnmedizin „auf andere Berufe im medizinischen Umfeld“ (z. B. Dentalhygienikerinnen) delegiert werden.

Als Fazit bleibt festzustellen, dass 2030 bereits heute zunehmend Realität ist. Der Beruf des Zahnarztes bleibt aber attraktiv. Jeder Zahnarzt kann ihn auch noch weiterhin selbstständig ausüben. Auch 2030 bleibt der Zahnarzt als medizinische Kapazität gefragt und ist für seinen Erfolg als Heilberufler wie als Unternehmer selbstver­antwortlich, packen wir es gemeinsam an.

toi, toi, toi,
Ihr J. Pischel

Dieser Beitrag ist in der Dental Tribune German Edition 5/2017 erschienen.

Foto: 2jenn – stock.adobe.com
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