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Wissenschaft und Forschung 21.11.2018

Erhöhtes Risiko für Mundkrebs durch Feinstaubbelastung

Erhöhtes Risiko für Mundkrebs durch Feinstaubbelastung

Der Zusammenhang zwischen einer hohen Konzentration an Luftschadstoffen und Atemwegserkrankungen wurde bereits bewiesen. Taiwanesische Forscher haben nun auch eine Verbindung zu Mundkrebs herstellen können.

Für ihre im Journal of Investigative Medicine veröffentlichte Studie prüften sie Krankenakten von 482.659 Männern ab 40 Jahre zwischen 2012 und 2013. In 1.617 Fällen wurde Mundkrebs diagnostiziert. Diese Daten schlossen die Forscher in der Studie ein und zogen lokale Messwerte für Luftqualität aus 66 Überwachsungsstationen Taiwans aus dem Jahr 2009 hinzu.

Sie fanden heraus, dass bei Feinstaubkonzentrationen der Partikelgröße PM2,5 über 40,37 μg/m³ das Mundkrebsrisiko um 43 Prozent erhöht war im Vergleich zu PM2,5-Werten unterhalb von 26,74 μg/m³. Erhöhte Ozonwerte waren ebenso mit dem Krebsrisiko assoziiert. Allerdings muss bei den Krebspatienten auch der regelmäßige Konsum von Kautabak und Nikotin berücksichtigt werden.

Die Wissenschaftler räumen ein, dass durch das Vorhandensein mehrerer Risikofaktoren ungewiss bleibt, welche davon in welchem Maße die Entwicklung des Krebses beeinflussten. Zudem müssten weitere Studien klären, welche Mengen Feinstaub tatsächlich in den Mund gelangen und wie diese konkret als Auslöser wirken.

Zum Vergleich: Laut Angaben des Umweltbundesamts liegen die Jahresmittelwerte für Feinstaub der Partikelgröße PM10 deutschlandweit unter 20 μg/m³. In Ballungsräumen mit hohem Verkehrsaufkommen, Industrie usw. liegen diese höher als im Umland.

Foto: Travpher – stock.adobe.com
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