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Wissenschaft und Forschung 31.07.2018

Schonendes Bleaching: Ist Titandioxid die Lösung?

Schonendes Bleaching: Ist Titandioxid die Lösung?

Strahlend weiße Zähne wie die Stars und Sternchen, wer will das nicht?! Chinesische Forscher haben einen bisher für andere Zwecke genutzten Aufheller getestet, der angeblich den gewünschten Effekt bringt, ohne den Zahnschmelz anzugreifen.

Von Ölziehen bis Power-Bleaching: In Zeiten von Selfies und Social Media erlebt das Thema Zahnaufhellung einen wahren Boom. Während Zahnärzte von Hausmitteln und frei verkäuflichen Produkten abraten, bauen zunehmend Praxen den Bereich der Ästhetischen Zahnheilkunde weiter aus. Doch auch das professionelle Bleaching mit Wasserstoffperoxid wird längst nicht von der gesamten Zahnärzteschaft unterstützt. So steht das Mittel in der Kritik, Schäden am Zahnschmelz zu verursachen.

Wenn man den Studienergebnissen der Nanchang Universität in China Glauben schenken kann, bringt Titandioxid nicht diesen unerwünschten Nebeneffekt mit. Es ist das meistgenutzte Weißpigment, das unter anderem in Kosmetika, Kunststoff, Wandfarben und Arzneimitteln Anwendung findet.

Für die Tests modifizierte das chinesische Team die Substanz mit Polydopamin, eine Art Kleber. In der Untersuchung zeigten die Titanoxid-Nanopartikel (Nano-TiO2@PDA) vergleichbare Aufhellungseffekte – ohne Schäden des Zahnschmelzes zu verursachen. Nach Angaben der Forscher wird nicht nur eine Demineralisierung der Zähne vermieden, das Mittel soll auch eine antibakterielle Wirkung haben.

Ob Titandioxid zukünftig Wasserstoffperoxid tatsächlich ablösen kann, wie es die im ACS Biomaterials Science & Engineering veröffentlichte Studie nahelegt, bleibt abzuwarten. So scheint zum derzeitigen Stand unklar, welche Wirkung die Verwendung als Bleachingmittel auf den Organismus hat. Verschiedene Studien belegen, dass das Einatmen des Stoffs krebserregend sei, wie SMC berichtet. Jüngst hat zudem eine im Scientific Reports Journal erschienene französische Studie herausgefunden, dass die orale Einnahme die Entwicklung von Tumoren fördert.

Foto: galitskaya – stock.adobe.com
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