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Wissenschaft und Forschung 27.09.2016

Mehr als die Hälfte der verschriebenen Schmerzmittel bleibt ungenutzt

Mehr als die Hälfte der verschriebenen Schmerzmittel bleibt ungenutzt

Wie eine aktuelle Studie der Universität Pennsylvania jetzt herausfand, werden mehr als die Hälfte aller Schmerzmittel, die nach einer zahnärztlichen Behandlung verschrieben werden, nicht eingenommen. Aktuell sind das mehr als 100 Millionen Pillen jährlich. Dieser Überschuss könnte die Zahl der Medikamentenabhängigen drastisch steigen lassen. 

Besonders gefährlich für einen solchen Tablettenmissbrauch sind die sogenannten Opioide, Substanzen mit morphinartigen Eigenschaften, die nach Operationen zur Schmerzlinderung ärztlich verordnet werden. Wie die Studie herausfand, werden diese aber nur in den seltensten Fällen aufgebraucht. Die Forscher untersuchten 79 Patienten, die nach einer Zahnbehandlung Opioide erhielten. 24 Stunden nach der Operation ordneten die Teilnehmer ihre Schmerzen als mittelmäßig ein, am zweiten Tag konnten 51 Prozent der Patienten diese schon als niedrig einstufen. Am fünften Tag waren dies bereits 80 Prozent. Im Durchschnitt erhielten die 79 Patienten 28 Opioide, von denen nach drei Wochen aber nur 13 eingenommen wurden. Lediglich fünf Patienten benötigten alle verschriebenen Tabletten. Die Autoren der Studie wiesen darauf hin, dass auch Medikamente wie Ibuprofen, vor allem in den späteren Tagen nach einem Eingriff, eine ausreichende Schmerzlinderung bieten und Opioide nur in geringen Mengen und für akute Schmerzfälle verschrieben werden sollten.

Besonders problematisch sind diese Substanzen in Hinsicht auf Tablettenmissbrauch. Da diese in den seltensten Fällen entsorgt werden, hat das nähere Umfeld oft leichten Zugriff auf die Pillen mit den morphinartigen Eigenschaften. Die Untersuchung konnte außerdem feststellen, dass 22 Prozent der Patienten ihre verbliebenen Medikamente ordnungsgemäß vernichten, wenn ihnen vorher Informationen über die richtige Entsorgung und mögliche Folgen eines Missbrauchs gegeben wurden. Die Forscher fordern deswegen einfachere Entsorgungsmöglichkeiten in Geschäften oder Apotheken, um die hohe Anzahl ungenutzter Medikamente in den Haushalten zu reduzieren.

Quelle: sciencedaily.com

Foto: © Robert Kneschke – fotolia.com
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