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Wissenschaft und Forschung 27.08.2020

Statine: Potenzial für die Mundgesundheit bisher verkannt?

Statine: Potenzial für die Mundgesundheit bisher verkannt?

Gemeinhin als Cholesterinsenker eingesetzt, zeigt eine aktuelle Studie nun, dass Statine bemerkenswerte und vielversprechende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Zahn- und Mundgesundheit haben: von der Parodontitistherapie über die Osseointegration von Implantaten bis hin zu KFO-Behandlungen.

Iranische Forscher der Isfahan University of Medical Sciences hatten im Zuge ihrer Analyse Literatur zwischen 1990 und 2019 durchsucht. Rund 50 Abstracts wurden in der im Journal of Translational Medicine veröffentlichten Studie einbezogen, In-vitro-Untersuchungen wurden ausgeschlossen.

Auch wenn die Arbeiten bezüglich methodischem Ansatz und Zielsetzung, Dauer der Intervention, Einsatz der Wirkstoffe usw. deutlich Heterogenität aufwiesen, lässt sich durchweg das große Potenzial dieser Mittel für die Verbesserung der Zahn- und Mundgesundheit erkennen.

Unter anderem konnte durch mehrere Studien erneut bestätigt werden, dass Statine geeignete Therapiemittel bei chronischer Parodontitis sind. So wurden für verschiedene parodontale Parameter (Taschentiefe, Sulkus-Blutungs-Index usw.) signifikante Verbesserungen registriert. Zudem wurde bestätigt, dass Statine aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung A. actinomycetemcomitans und P. gingivalis eindämmen und darüber hinaus Enzyme, die am Gewebeabbau beteiligt sind, hemmen. Weitere Abstracts wiesen nach, dass systemische Statinverabreichung einen Beitrag zur Verkalkung der Pulpakammern leisten.

Ebenso bedeutsam scheint die Rolle der Statinverabreichung im Bereich der Implantologie. Rund 95 Prozent der Studien belegen, dass Statine, lokal und systemisch verabreicht, die Osseointegration und die Bildung von neuem Knochen um Implantate herum signifikant wirksam fördern. Inwiefern die Erkenntnisse aus Tests mit Ratten auf den Menschen übertragbar sind, muss geprüft werden, so die Autoren. So erhielten die Tiere eine täglich bis zu zehnmal höhere Dosierung als bei Menschen üblich.

In der KFO scheinen Statine ebenfalls Anwendung zu finden. Studienergebnisse zeigen, dass Statine eine signifikante Abnahme der Osteoklastenzahl hervorrufen und somit das Risiko für einen kieferorthopädischen Rückfall minimiert werden kann. Auch die Förderung der Wund- und Knochenheilung sowie Positiveffekte bei der Bekämpfung von Karzinomen im Kopf- und Halsbereich stehen auf der Liste des Einflussbereichs von Statinen.

Foto Teaserbild: Pavel Kubarkov – stock.adobe.com

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