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Wissenschaft und Forschung 06.04.2021

Wurzelbehandlung: Neue Erkenntnisse über Mikrobiom

Wurzelbehandlung: Neue Erkenntnisse über Mikrobiom

Foto: Yuliia – stock.adobe.com

Um den Ausgang einer endodontischen Behandlung vorhersagen und Aussagen über die Effektivität von Behandlungstechniken treffen zu können, ist es von Vorteil, zu wissen, welche Bakterien bei den verschiedenen Phasen einer Wurzelbehandlung im Zahn präsent und welche davon besonders anfällig für die verwendeten Desinfektionsmittel sind. Eine Studie aus Brasilien gab jüngst Aufschluss über die Zusammensetzung des Mikrobioms in wurzelbehandelten Zähnen.

Im Rahmen der Studie wurde das Mikrobiom von wurzelbehandelten Zähnen mittels RNA-Sequenzierung (GS) und dem PCR-Verfahren während der verschiedenen Phasen der Behandlung charakterisiert. Es wurden zwanzig Proben von einzelwurzeligen Zähnen mit infizierter Wurzel mittels steriler Papierspitzen vor und nach der chemomechanischen Wurzelkanalaufbereitung sowie nach einem Monat intrakanalikulärer Medikation genommen. Für eine Intergruppen-Analyse wurde ein Tukey-Kramer post-hoc Test sowie eine post-hoc Varianzanalyse (ANOVA) durchgeführt und für die Intragruppen-Analyse ein Paardifferenzentest sowie eine ANOVA mit Messwiederholung. Im Rahmen der RNA-Sequenzierung wurden insgesamt 89 Stämme identifiziert. Das Bakterium Enterococcus faecalis war unter allen sequenzierten Proben am häufigsten vertreten. Weiter überwogen in allen sequenzierten Proben grampositive Bakterien der Kokken-Gruppe, obgleich auch gramnegative Bakterien gefunden wurden. Die PCR-Untersuchung mittels spezienspezifischen Primern zeigte, dass die Bakterien E. faecalis und Porphyromonas gingivalis in allen Phasen der Wurzelkanalbehandlung am häufigsten präsent waren. Darüber hinaus konnte die Präsenz von Parvimonas micra and P. gingivalis mit bereits vorhandenen Schmerzen in Verbindung gebracht werden, die von P. gingivalis mit Schmerzen beim Abklopfen und die von E. faecalis, Fusobacterium nucleatum sowie P. gingivalis mit periapikalen Läsionen mit einer Größe von mehr als 3 mm.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Mikrobiom von Zähnen mit anhaltend infizierter Wurzel von polymikrobieller Natur ist und, unabhängig von der verwendeten Methode zur mikrobiellen Identifizierung, einen überwiegenden Anteil von E. faecalis und P. gingivalis in allen Phasen der Wurzelkanalbehandlung aufweist. Weiterhin schlussfolgern die Forscher*innen, dass das Vorhandensein spezifischer Bakterien mit klinischen und röntgenologischen Merkmalen von Zähnen mit einer apikalen Parodontitis assoziiert ist. Die Ergebnisse der Studie erschienen unter dem Titel „Microbiological analysis of endodontically treated teeth with apical periodontitis before and after endodontic retreatment“ in Clinical Oral Investigations.

Quelle: PubMed

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