Anzeige
Wissenschaft und Forschung 26.02.2019

Vielfach stärkere Glaskeramik eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten

Vielfach stärkere Glaskeramik eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten

Glaskeramik kommt in der Prothetik insbesondere wegen ihrer transluzenten Eigenschaften bevorzugt im ästhetischen Bereich zum Einsatz. Forscher haben nun auch die Schwachstelle des Materials – die Biegefestigkeit – verbessern können.

Zirkoniumdioxid, Lithiumdisilikat, Feldspatkeramik oder Glaskeramik sind nur einige der in der Vollkeramik verwendeten Materialien. Jeder dieser Stoffe bringt unterschiedliche Eigenschaften mit, die sich (häufig in Kombination) in der Herstellung von Kronen, Brücken, Zahnerweiterungen usw. zunutze gemacht werden. Zirkoniumdioxid besitzt beispielsweise eine enorme Biegefestigkeit von ca. 1.000 MPa. Glaskeramik überzeugt hingegen mit seiner Transluzenz, Fluoreszenz sowie dem zahnähnlichen Abrasionsverhalten, weist dagegen aber nur einen Bruchteil dieser Biegefestigkeit auf. Zumindest war das bisher so.

Forscher vom Ångström Laboratory der Uppsala Universität, Schweden, ist es nun gelungen, eine neue Art von Glaskeramik zu entwickeln. Durch ein spezielles Herstellungssystem, bei dem die Wissenschaftler monokristalline Nanopartikel einsetzten, konnten sie die Biegefestigkeit um ein Vielfaches erhöhen. Sie erreichten eine durchschnittliche Biegefestigkeit von 1.000 MPa. Die Transluzenz des Materials wurde dabei nicht negativ beeinträchtigt.

Da der neue Glaskeramiktyp Zahnersatz nicht nur ein natürliches Aussehen verleiht, sondern auch mit Langlebigkeit punktet, hoffen die Forscher, dass dieser bald Einzug in der Zahnmedizinischen Prothetik findet.

Die Studie ist im Nano Letters erschienen.

Foto: bakhurmikele – stock.adobe.com

Mehr
Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige