Anzeige
Wissenschaft und Forschung 11.06.2018

Wie Alkohol das orale Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringt

Wie Alkohol das orale Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringt

Amerikanische Forscher haben in einer Beobachtungsstudie herausgefunden, dass Alkoholkonsum erheblichen Einfluss auf das orale Mikrobiom hat. Dabei zerstört Alkohol gesunde Bakterien und fördert gleichzeitig das Wachstum schädlicher Bakterien, so die Ergebnisse der Studie.

Über 1.000 Probanden wurden für die Analyse untersucht, wobei sie in starke Trinker, moderate Trinker und Nichttrinker eingeteilt wurden. 160 Teilnehmer galten als starke Trinker, da sie ein oder mehrere alkoholische Getränke (gilt für Frauen) bzw. zwei oder mehrere alkoholische Getränke (gilt für Männer) am Tag zu sich nahmen. Moderate Trinker (614 Teilnehmer) konsumieren regelmäßig Alkohol und Nichttrinker (270 Teilnehmer) nie.

Bei der Analyse des oralen Mikrobioms der Testpersonen stellten die Wissenschaftler fest, dass sowohl bei den starken als auch bei den moderaten Trinkern besonders die Laktobazillen reduziert waren. Diese sind nachweislich für eine gute Mundgesundheit förderlich. Im Gegensatz dazu fanden sich vermehrt Bakterienarten von Streptococcus, Actinomyces, Leptotrichia und andere, die schädlich für die Mundgesundheit sind. Bei Nichttrinkern konnte dieses Ungleichgewicht des oralen Mikrobioms nicht festgestellt werden.

In weiteren Untersuchungen wollen die amerikanischen Forscher nun herausfinden, ob auch die Art des konsumierten Alkohols (Wein, Bier, Schnaps) unterschiedliche Auswirkungen auf die Bakterienpopulationen im Mund hat. Dazu war die Teilnehmerzahl in der aktuellen Studie, die kürzlich im Journal Microbiome erschienen ist, zu gering.

Des Weiteren ist den Wissenschaftlern noch unklar, auf welche Art und Weise der Konsum von Alkohol das Wachstum bestimmter Bakterienarten begünstigt. Vermutet wird bisher, dass die Säuren, die im Alkohol enthalten sind, dazu führen, sowie die Toxine, die beim Abbau von Alkohol im Körper entstehen, eine Rolle spielen.

Foto: Brent Hofacker – stock.adobe.com
Mehr
Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige