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Abrechnung 03.11.2015

Abrechnungsmöglichkeiten der Alterszahnvorsorge

Abrechnungsmöglichkeiten der Alterszahnvorsorge

Durch den demografischen Wandel müssen sich das Gesundheitswesen und damit auch die Zahnärzte auf eine ansteigende Zahl älterer Menschen einstellen. Nach Bevölkerungsvorausberechnungen wird sich die Zahl der über 60-Jährigen in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 7,3 Millionen auf 28,05 Millionen gegenüber 2009 (21,2 Millionen) erhöhen. Dies entspricht einem Zuwachs von 34,5 Prozent. Somit wären 37 Prozent der Einwohner über 60 Jahre.

Die älteren Patienten gehen zwar immer häufiger zum Hausarzt, die Vorsorge der Zähne wird jedoch oft vernachlässigt. Besonders bei älteren Menschen ist eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Zähne, der Mundschleimhaut und des Zahnersatzes unerlässlich. Durch die Einnahme von Medikamenten und chronische Krankheiten besteht ein erhöhtes Risiko, an Karies, Gingivitis oder Parodontitis zu erkranken. Die Fingerfertigkeit lässt im Alter nach, dies wirkt sich auf die Putztechnik und Mundpflege aus. Oft wird die Reinigung durch Zahnersatzkonstruktionen noch erschwert. Den älteren Patienten kann evtl. zu einer elektrischen Zahnbürste geraten werden. Auch die regelmäßige professionelle Zahn- und Prothesenreinigung ist zu empfehlen. Hierzu muss sich die moderne Praxis besser auf Senioren einstellen. Ältere Menschen brauchen mehr Zeit und eine konkretere Ansprache. Es empfiehlt sich, die Patienten für ein Recallsystem zu gewinnen und ihnen die Dringlichkeit der Prophylaxe nahezubringen.

Folgende Leistungen können den Patienten angeboten werden:

MundhygienestatusGOZ 1000
Kontrolle des ÜbungserfolgsGOZ 1010
Professionelle ZahnreinigungGOZ 1040
Entfernung der ZahnbelägeGOZ 4050/4055
PAR-Therapie, geschlossenGOZ 4070/4075
PAR-Therapie, offenGOZ 4090/4100
Kontrolle nach Entfernung der ZahnbelägeGOZ 4060
Subgingivale Reinigung 
Analogie §6 Abs.1 GOZ
Full Mouth DisinfectionAnalogie §6 Abs.1 GOZ
Prothesenreinigung§ 9 GOZ
Untersuchungen und BeratungenGOZ 0010, GOÄ 1, 5 und 6
Lokale FluoridierungsmaßnahmenGOZ 1020
Kontrolle, Finieren/Polieren RestaurationGOZ 2130
in separater Sitzung

Um das Honorar exakt zu ermitteln, sollte der individuelle Stundensatz herangezogen werden. Nur so kann die Praxis auf Dauer wirtschaftlich und rentabel arbeiten.

Beispiel: Die geschätzte Behandlungsdauer liegt bei circa 30 Minuten. Bei einem Stundensatz von 250,00 EUR benötigt der Behandler ein Honorar von 125,00 EUR. Je nachdem, welche Ziffern berechnet werden, muss der Faktor der Leistung angepasst werden.

Fazit

Der Anteil der Senioren an der Bevölkerung wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Hierauf sollte sich die moderne Zahnarztpraxis vorbereiten. Es ist wichtig, den älteren Patienten die Bedeutung und Notwendigkeit der Zahnvorsorge ins Bewusstsein zu bringen.

Foto: © 1eyeshut – Shutterstock
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