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Abrechnung 20.04.2017

Die Abrechnung von diagnostischen Fotos

Die Abrechnung von diagnostischen Fotos

In vielen Zahnarztpraxen werden intraorale und extraorale Fotos zur Dokumentation der Behandlung erstellt. Solche Fotos sind keine selbstständigen Leistungen. Die Dokumen­tation der Behandlung ist Leistungsinhalt der entsprechenden Gebührennummern. Hier ist es unerheblich, ob schriftlich oder anhand von Fotos dokumentiert wird.

Werden die Fotos jedoch nicht zu Dokumen­tationszwecken, sondern zur erweiterten Dia­gnostik und Therapieplanung eingesetzt, handelt es sich um selbstständige Maßnahmen, und diese sind somit auch berechnungs­fähig. Durch intraorale Fotos können Befunde im Mund sehr gut dargestellt und dem Pa­tienten besser erklärt werden. Schwachstellen und Erkrankungen werden aufgezeigt.

Für die Berechnung von Profil- oder Enfacefotografien im Rahmen von kieferorthopä­dischen Behandlungen kann die GOZ 6000 angesetzt werden. Die Kosten für das Filmmaterial sind gem. § 4 Abs. 3 der GOZ nicht zusätzlich ansetzbar. Es gibt aber viele weitere Bereiche der Zahnmedizin, in denen diagnostische Fotos eingesetzt werden. Da der Leistungsinhalt der GOZ 6000 aber spe­-ziell auf die Verwendung in der Kieferortho­pädie abzielt, ist die Gebührennummer auch nicht für andere Gebiete berechenbar. Diese medizinisch notwendige Leistung wird daher gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Zwischen intraoralen und extraoralen Fotos wird nicht unterschieden. Es ist ebenfalls unerheblich, ob die Fotos analog oder digital erstellt und ausgewertet werden. Welche Gebührennummer als gleichwertig erachtet wird, liegt im Ermessen des behandelnden Zahnarztes und sollte nach Art, Kosten- und Zeitaufwand individuell kalkuliert werden.

Handelt es sich aber um eine „Wunsch­leistung“ des Patienten, da er beispielsweise nur den Unterschied bzw. den Vorher- Nachher-Effekt beurteilen möchte, ist dies keine medizinisch notwendige Maßnahme. Eine Analogabrechnung ist nicht möglich!

Die Leistung wird gem. § 2 Abs. 3 als Ver­langensleistung im Vorfeld der Behandlung schriftlich in einem Heil- und Kostenplan vereinbart und auf der Rechnung entsprechend gekennzeichnet. Sind Fotos, die im Zusammenhang mit Zahn­ersatzmaßnahmen erbracht worden, empfiehlt sich die Berechnung im Eigenlabor als zahntechnische Leistung gem. § 9 GOZ.

Fazit

Grundsätzlich sollte vor dem Erstellen der intra- oder extraoralen Fotos geklärt werden, welchem Zweck sie dienen, da dies die Grundlage für die Abrechnung darstellt. Auch die Befunde sollten sorgfältig doku­mentiert werden, da die Kostenerstattung oft erst nach weiteren Auskünften erfolgt.

Foto: igorstevanovic – Shutterstock.com
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