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Businessnews 14.08.2019

Straumann Group: Anhaltend starke Dynamik

Straumann Group: Anhaltend starke Dynamik

16 % organisches Umsatzwachstum und 28 % Kern-EBIT-Marge im ersten Halbjahr

Die Straumann Group weist in ihren kürzlich veröffentlichten Halbjahresergebnissen erneut ein zweistelliges Wachstum aus. Der Umsatz in Schweizer Franken stieg um 15 % auf CHF 780 Mio. Währungseffekte reduzierten das Umsatzwachstum um 3 Prozentpunkte, während neu akquirierte Unternehmen (v.a. Anthogyr) 1 Prozentpunkt zum Wachstum beitrugen. Das organische Wachstum der Gruppe verteilte sich relativ gleichmäßig auf die beiden Quartale, fiel im zweiten Quartal aufgrund des unterschiedlichen Zeitpunkts der Osterfeiertage jedoch minimal geringer aus. Alle Regionen meldeten ein zweistelliges organisches Wachstum. Asien-Pazifik, Nordamerika und Lateinamerika wuchsen starke 18%.

 

Dank starkem Umsatzwachstum verbesserte die Gruppe die Ertragskraft trotz ungünstiger Währungseffekte und anhaltender Investitionen in die geografische Expansion, innovative Technologien und Produktionskapazität. Kern-Bruttogewinn und Kern-EBIT stiegen gegenüber dem Vorjahr jeweils um 15 %, und die jeweiligen Margen erreichten 77 % beziehungsweise 28 %. Der auf vergleichbarer Basis ermittelte Kern-Reingewinn betrug CHF 170 Mio. (entsprechend einem Anstieg um CHF 17 Mio. bzw. 11 %). Der unverwässerte Kerngewinn pro Aktie lag bei CHF 10.64 (ausgewiesen CHF 9.21), verglichen mit CHF 9.45 im Vorjahreszeitraum.

CEO Marco Gadola kommentierte: „Dank unserer Premium- und Nicht-Premium-Implantatlösungen sowie der erfreulichen Entwicklung unseres Aligner-Geschäfts sind wir im ersten Semester organisch stark gewachsen. Die Einführung innovativer Produkte wie BLX – unserem Implantatsystem der nächsten Generation – sowie Portfolio-Erweiterungen und die geografische Expansion gaben uns zusätzlich Auftrieb und trugen zur Kundengewinnung bei. Der Umsatzanstieg übertrifft unsere Erwartungen, deshalb erhöhen wir unseren Jahresausblick für das organische Wachstum. Bei der Profitabilität profitierten wir von starken Volumenzuwächsen, einem verbesserten Produktmix und einem Einmalertrag aus der Anwendung von IFRS 16. Damit erhöhten sich EBITDA, EBIT und Reingewinn trotz ungünstiger Währungseffekte und weiterer Zukunftsinvestitionen in Produkte, Technologien, Partnerschaften, Fertigung und Mitarbeitende.“ 

STRATEGISCHE FORTSCHRITTE UND WICHTIGE NEUIGKEITEN IM 2. QUARTAL

Partnerschaft in Südkorea zur weiteren Erschliessung des Segments preisgünstiger Implantate

Als Teil ihrer Strategie, das Segment für Nicht-Premium-Implantate zu erschließen und effektiver in Märkten zu konkurrieren, in denen südkoreanische Marken erfolgreich sind, investiert die Gruppe in Warantec, einen etablierten südkoreanischen Implantathersteller. Als Gegenleistung für eine Kapitalzufuhr erhält die Gruppe eine Beteiligung von 34 % an Warantec sowie exklusive Vertriebsrechte für die Produkte des Unternehmens in China und anderen Ländern außerhalb Südkoreas. Die Vereinbarung wurde im Juli unterzeichnet; die Transaktion wird voraussichtlich bis zum Jahresende vollzogen sein.

Neue Niederlassungen in Kroatien und Taiwan

Zur Schaffung weiterer Wachstumsmöglichkeiten in der Balkanregion hat die Gruppe das Geschäft und das Verkaufsteam ihres früheren Vertriebspartners in Kroatien übernommen und baut dort ein Vertriebszentrum für den lokalen Markt, Albanien, Bosnien, dem Kosovo und Montenegro auf. Jährlich werden in dieser Region mehr als 130.000 Dentalimplantate gesetzt. Das Geschäft wird ab 1. Juli 2019 konsolidiert.

Die Gruppe hat auch eine neue Tochtergesellschaft in Taiwan gegründet. Die Eröffnung wurde mit einem wissenschaftlichen Forum verbunden, an dem 500 Meinungsführer und Dentalexperten teilgenommen haben. Früher wurde die Gruppe vor Ort durch einheimische Vertriebspartner sowie durch T-Plus (an der die Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung besitzt) vertreten.

Langfristige Partnerschaft mit führendem Kliniknetzwerk erneuert

Die Straumann Group und ClearChoice, das in Nordamerika führende Netzwerk für Vollkiefer-Zahnersatzbehandlungen mit derzeit 56 Behandlungszentren, haben ihre langjährige Zusammenarbeit erneuert. Als bevorzugter Lieferant für Dentalimplantate wird die Gruppe für weitere fünf Jahre Implantatsysteme, digitale Lösungen, Biomaterialien und maßgeschneiderte Dienstleistungen an das wachsende ClearChoice-Kliniknetzwerk liefern. Damit können die Zahnärzte ihre Patienten weiterhin mit innovativen und hochwertigen Dentalimplantaten versorgen.

Weitere Zusammenarbeit mit führenden Scanner-Herstellern

In der ersten Jahreshälfte hat die Gruppe intensiv daran gearbeitet, ihr digitales Portfolio weiter auszubauen. Zusätzlich zur Einführung des äußerst wettbewerbsfähigen Virtuo Vivo™ Intraoral-Scanners arbeitete sie mit führenden Scanner-Herstellern zusammen, um das Geschäft mit Software, Prothetik, geführter Chirurgie und transparenten Aligner voranzubringen und den Eintritt in Schwellenmärkte zu beschleunigen.

Im ersten Quartal vereinbarten die Gruppe und der südkoreanische Scanner-Hersteller Medit die Integration der Straumann DWOS®-Plattform als bevorzugte CAD-Software von Medit. Gleichzeitig erhielt Straumann die Vertriebs- und CoBranding-Rechte für die Laborscanner von Medit, deren Verkauf ab dem dritten oder vierten Quartal beginnen soll.

Ausbau der Zusammenarbeit mit 3Shape

Eine im zweiten Quartal getroffene Vereinbarung mit 3Shape wird die gegenwärtige Zusammenarbeit durch die direkte Anbindung der 3Shape TRIOS Intraoral-Scanner an die Software-Plattformen von Straumann verstärken. Dadurch wird eine erstklassige Intraoral-Scanning-Lösung geschaffen, die nahtlos in den leistungsfähigen digitalen Workflow von Straumann für kieferorthopädische und prothetische Anwendungen sowie die geführte Chirurgie integriert ist. Dies unterstützt das Ziel der Gruppe, das volle Potenzial ihres schnell wachsenden Geschäfts mit transparenten Alignern auszuschöpfen. Die beiden Partner entwickeln derzeit einen nahtlosen Workflow, mit dem TRIOS-Anwender die Behandlung mit transparenten ClearCorrect-Alignern planen und diese (in den Märkten, in denen sie erhältlich sind) bestellen können. Dazu steht ihnen eine praktische Anwendung zur Verfügung, die in zukünftigen Software-Updates enthalten sein wird. Diese Workflows werden auf allen von Straumann verkauften TRIOS-Scannern und – je nach Vertriebspartner – auch auf anderen TRIOS-Scannern verfügbar sein.

Rascher Zugang zum schnell wachsenden Markt für digitale Zahnmedizin in China

Eine Vertriebsvereinbarung mit Carestream, einem renommierten Anbieter von Intraoral-Scannern und Bildgebungsgeräten, soll der Gruppe Zugang zum chinesischen Digitalmarkt öffnen. Der noch nicht voll erschlossene chinesische Markt für Intraoral-Scanner entwickelt sich durch die verbesserte Verfügbarkeit, Anwenderfreundlichkeit und Funktionalität der Geräte sehr schnell. Wegen der noch ausstehenden Zulassung der eigenen Dental Wings-Scanner hat die Gruppe mit Carestream eine Vereinbarung über den Vertrieb einer Co-Branding-Version des bereits von der chinesischen Regulierungsbehörde zugelassen Modells CS 3600 geschlossen. Der CS 3600 ist für die Softwareprodukte DWOS®, DWOS Chairside Design und coDiagnostiX® von Straumann zertifiziert und zudem kompatibel mit den Lösungen der Gruppe für transparente Aligner von Smyletec, die im vierten Quartal eingeführt werden sollen. Die Scanner von Carestream werden in Shanghai hergestellt, wo das Unternehmen auch F&E- sowie Service-Zentren unterhält.

Alle oben genannten, neuen Lösungen ergänzen das Angebot von Dental Wings und geben der Gruppe die Möglichkeit, in allen relevanten Dentalmärkten schnell auf die Anforderungen der Kunden zu reagieren.

Weitere Akquisitionen unterstützen digitales Geschäft

Um das digitale Geschäft der Gruppe mit den immer beliebteren 3D-Druckern zu ergänzen und wiederkehrende Einnahmen aus Verbrauchsmaterialien für den Druck zu generieren, hat Neodent im Juli eine Vereinbarung mit der brasilianischen Yller Biomateriais S.A. über die Akquisition des auf die Entwicklung und Herstellung von High-Tech-Materialien für den 3D-Druck spezialisierten Unternehmens unterzeichnet. Die Transaktion wird voraussichtlich bis Ende August vollzogen sein. Ebenfalls im Juli übernahm die Gruppe das Unternehmen Digital Planning Service Private Limited in Pakistan, das die Behandlungsplanung und Diagnostik für ClearCorrect Aligner-Behandlungen durchführt.

GESCHÄFTSVERLAUF

Implantate sowie das restaurative Geschäft erzielten weiterhin solide zweistellige Zuwachsraten und trugen den größten Teil zum Gesamtwachstum bei. Bone Level Tapered (BLT) Implante von Straumann verzeichneten erneut ein starkes Wachstum, ergänzt durch die ersten Verkäufe von BLX-Implantaten, deren volle Markteinführung in Europa im April begann. BLX, eine neue Generation innovativer Implantate, wird mit einem Aufschlag auf den Preis des beliebten BLT-Implantats verkauft. Trotz vergünstigter Konkurrenzangebote ist BLX vom Markt gut aufgenommen und seit seiner Einführung bereits mehr als 30.000 Mal verkauft worden. Die Verkäufe wären sogar noch höher ausgefallen, wäre nicht ein unerwarteter Engpass bei den Chirurgie-Instrumenten aufgetreten.

Das Geschäft der Gruppe mit Nicht-Premium-Implantaten entwickelte sich wiederum schneller als das Premium-Geschäft. Dafür war vor allem die internationale Einführung der Marken Neodent, Anthogyr und Medentika verantwortlich, die zu Marktanteilsgewinnen in Brasilien, China, Mexiko, der Türkei, den USA und in Distributorenmärkten beitrug. Nach der Konsolidierung am 1. Juni trug Anthogyr in der ersten Jahreshälfte CHF 4 Mio. zum Gruppenumsatz bei.

Auch im digitalen Geschäft stiegen die Umsätze dank der Entwicklung bei den transparenten Alignern stark an. Obschon die internationale Expansion erst am Anfang steht, stieg die Anzahl der neuen Fälle weltweit um 60 %. Die Scanner-Umsätze waren im zweiten Quartal vergleichsweise schwach, da die Kunden auf die verschiedenen an der IDS vorgestellten neuen Modelle warteten, die erst seit Kurzem verfügbar sind. Zudem wurde im Mai der Dental Wings-Hauptsitz mit dem Hauptproduktionszentrum für Scanner in Montreal (Kanada) durch einen Brand beschädigt. Dadurch kam es zu einer Lieferunterbrechung, doch das Team vor Ort reagierte schnell und konnte dank seiner Initiative und Einsatzbereitschaft die Lieferverzögerungen minimieren. Hauptsitz und Produktionszentrum werden bis im Oktober an den neuen festen Standort in Montreal verlegt.

Biomaterialien waren das am schnellsten wachsende Segment. Dies war der Erholung von Emdogain in den USA, den anhaltend robusten Verkäufen von Knochenersatz- und Membranprodukten sowie der Markteinführung von botiss- und Nibec-Produkten in verschiedenen Märkten zu verdanken.

ERGEBNISSE IN DEN REGIONEN

EMEA: Auftrieb dank Produkteinführungen und Schwellenmärkten

Trotz des sehr starken Vergleichszeitraums im Vorjahr erzielte die Region EMEA in der ersten Jahreshälfte 2019 einen zweistelligen Zuwachs und ein organisches Wachstum von 14 %. Akquisitions- und Währungseffekte reduzierten das Wachstum in Schweizer Franken auf 10 %, womit sich der Umsatz der Region auf CHF 335 Mio. belief. Die Region leistete weiterhin den größten Beitrag (37 %) zum organischen Wachstum der Gruppe.

Im zweiten Quartal ging das organische Wachstum – bedingt durch die frühen Osterfeiertage im Vorjahr – auf 13% zurück. Die Entwicklung wurde durch den anhaltenden Erfolg von BLT-Implantaten angetrieben und erhielt mit dem BLX-Implantatsystem zusätzlichen Schub. Auch die Einführung von Neodent- und Zinedent-Implantaten, die Multiplattform-Prothetik von Medentika sowie botiss-Biomaterialien trugen zum Wachstum bei. Die stärksten Impulse kamen aus Frankreich, Russland und dem Nahen Osten. Aber auch Österreich, Belgien, Ungarn, Norwegen, Südafrika und die Distributorenmärkte erzielten starke Ergebnisse.

Weitere Kundengewinne in Nordamerika

Nordamerika verzeichnete ein weiteres starkes erstes Halbjahr mit einem organischen Wachstum von 18 %. Der Umsatz stieg auf CHF 230 Mio. und trug so 30 % zum Gruppenumsatz bei.

Im zweiten Quartal erhöhte sich das organische Wachstum auf 19 %, angetrieben durch das Implantatgeschäft in den USA sowie ClearCorrect, die in ihrem Heimatmarkt weiter dynamisch wächst. Weitere Kundengewinne unterstützten das starke, von Straumann BLT und Neodent GM angeführte Wachstum bei den Implantaten. Erste Verkäufe von Straumann BLX vor der eigentlichen Markteinführung trugen ebenfalls zum Wachstum bei. Emdogain und die Einführung der botiss Jason Membrane befeuerten das starke Wachstum bei Biomaterialien. Die Gruppe konnte weitere Großkunden und Dentalketten dazugewinnen, die bereits für 10 % der Umsätze der Region verantwortlich sind.

APAC setzt Outperformance fort, übertrifft Spitzenergebnis des zweiten Quartals 2018

APAC war mit einem organischen Wachstum von 19 % im ersten Halbjahr wieder die wachstumsstärkste Region. Der Anstieg in Schweizer Franken betrug 18 %; der Umsatz erreichte CHF 147 Mio.

Alle größeren Märkte der Region setzten im zweiten Quartal ihre positive Entwicklung fort. Allerdings schwächte sich – weil im Vorjahreszeitraum ein Großanlass mit wichtigen Produkteinführungen in China stattfand, der ein außergewöhnlich starkes Quartalsergebnis nach sich zog – das Wachstum auf 16 % ab. China war weiterhin der Wachstumsmotor und wurde dabei von Australien, Japan, Südkorea und Thailand maßgeblich unterstützt. Wachstumstreiber waren die steigenden Umsätze mit Premium- und Nicht-Premium-Implantaten sowie – vor allem in Japan – digitalen Geräten.

Lateinamerika: zweistelliges Wachstum in schwierigem Umfeld

In einem stabileren gesellschaftspolitischen Umfeld in Lateinamerika erzielte die Gruppe im ersten Halbjahr ein organisches Wachstum von 19 %. Währungsschwächen insbes. beim brasilianischen Real reduzierten das Wachstum in Schweizer Franken jedoch auf nur 8 %, woraus ein Umsatz in der Region von CHF 68 Mio. resultierte.

Der negative Währungseffekt schwächte sich im zweiten Quartal etwas ab: Das organische Wachstum erreichte 18 %, das Wachstum in Schweizer Franken betrug 10 %. Überall in der Region wurden gute Ergebnisse erzielt, vor allem in Argentinien, Kolumbien, Mexiko, Peru und Chile. Brasilien, das weiterhin rund 80 % des Umsatzes der Region generiert, erreichte ein solides zweistelliges Wachstum, das vom Geschäft mit Neodent- und Straumann-Implantaten angetrieben wurde. Zusätzlichen Schub brachten das Geschäft mit Biomaterialien und die erfolgreiche Markteinführung von ClearCorrect. Um die Nachfrage nach Alignern und Value-Implantaten zu erfüllen, plant die Gruppe die Eröffnung einer neuen Produktionsstätte in Curitiba im vierten Quartal.

Beilegung des Patentstreits mit Align Technology

Im ersten Quartal legten ClearCorrect und Align Technology einen langjährigen Patentstreit bei. Da die in der Vereinbarung erwähnte potenzielle Zusammenarbeit bei Scannern nicht zustande kam, zahlte Straumann weitere CHF 16 Mio. an Align Technology, um den Vergleich abzuschließen. Einschließlich der bei der Übernahme mit ClearCorrect bereits berücksichtigten Kosten verbuchte die Gruppe in ihrem Semesterergebnis einen einmaligen Gesamtaufwand von CHF 26 Mio.

OPERATIVE UND FINANZIELLE SITUATION

In Einklang mit einer neuen Richtlinie der Schweizer Börse und international üblicher Praxis hat die Gruppe begonnen, „alternative Performancekennzahlen“ (APK) in die Berichterstattung einzubeziehen. Um in diesem Übergangsjahr klare Aussagen und einen Vergleich mit dem Vorjahr zu ermöglichen, legt die Gruppe ihre wichtigsten Zahlen weiterhin wie folgt vor:

  • gemäss Rechnungslegung nach IFRS sowie „vor Sondereffekten“
  • zusätzlich wird die Erfolgsrechnung jetzt auch auf „Kern“-Basis dargestellt, was dieselben Sonderposten sowie Abschreibungen auf akquisitionsbezogene Vermögenswerte umfasst.

In den ersten sechs Monaten 2019 wurden zur Berechnung des Kernergebnisses folgende Effekte berücksichtigt:

  • Die Zahlung von CHF 25.5 Mio. (beziehungsweise CHF 22.3 Mio. nach Steuern) im Rahmen des Vergleichs im Patentstreit mit Align Technology („Verwaltungskosten“)
  • Brandschäden bei Dental Wings in Höhe von CHF 6.8 Mio. („Herstellkosten verkaufter Produkte“) und CHF 2.3 Mio. („Verwaltungskosten“). Nach heutigem Stand beläuft sich die Versicherungsdeckung auf CHF 8.7 Mio. („Sonstiger Ertrag“)
  • Abschreibungen auf akquisitionsbezogene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von CHF 8.9 Mio. (auf EBIT-Ebene)
  • Konsolidierungsgewinne von CHF 6.0 Mio. in Verbindung mit der Akquisition bzw. Konsolidierung von Zinedent, Anthogyr, Abutment Direct und Valoc (unterhalb EBIT)

Die Einführung des neuen Leasing-Standards IFRS 16 führte im ersten Halbjahr 2019 zu einer Veränderung der EBITDA-Marge um 160 Basispunkte (+CHF 13 Mio.), der EBIT-Marge um 20 Basispunkte (+CHF 2 Mio.) und der Reingewinnmarge um -20 Basispunkte (CHF -1 Mio.). 

Zweistellige Volumenexpansion hebt Bruttogewinn an

In den ersten sechs Monaten 2019 sorgten das zweistellige Umsatzwachstum und der günstigere Produktmix für einen Anstieg des Bruttogewinns. Der Kern-Bruttogewinn betrug CHF 603 Mio. und die entsprechende Marge 77 %. In absoluten Zahlen war dieser Betrag CHF 81 Mio. höher als im Vorjahr, und die Marge übertraf den Vorjahreswert um 60 Basispunkte, obwohl die Gruppe negative Währungseffekte von 40 Basispunkten absorbieren musste. Der Wertminderungsaufwand für Sachanlagen und Lagerbestände, die durch einen Brand bei Dental Wings – einer Tochtergesellschaft der Gruppe in Montreal – zerstört wurden, beliefen sich auf CHF 8 Mio. Dieser Betrag sowie eine einmalige Aufwendung für die Neubewertung von Lagerbeständen in Höhe von CHF 9 Mio. nach der Akquisition von Batigroup im Vorjahr wurden bei der Berechnung des Kernergebnisses eliminiert.

Kern-EBITDA-Marge bei fast 32 %

Operative Hebeleffekte und Vorteile aus dem neuen Rechnungslegungsstandard führten gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu einem Anstieg der Kern-EBITDA-Marge um 160 Basispunkte. Die (Kern-)Vertriebsaufwendungen, zu denen die Saläre der Verkaufsteams, Provisionen und Logistikkosten gehören, stiegen um CHF 22 Mio. auf CHF 159 Mio., da die Gruppe neue Geschäftsaktivitäten aufnahm und weiter in ihr Premium- und Nicht-Premium-Vertriebsnetz investierte. Die Verwaltungskosten, die F&E, Marketingkosten und Gemeinkosten beinhalten, stiegen auf ausgewiesener Basis um CHF 59 Mio. und umfassen die Kosten des Vergleichs im Patentstreit mit Align Technology sowie die nach einem Brand in Montreal erforderlichen Wertberichtigungsaufwendungen für Gebäudeeinrichtungen. Klammert man diese nicht zur Kernbasis gehörenden Posten aus, stiegen die Verwaltungskosten um CHF 31 Mio. auf CHF 231 Mio. In Prozent des Umsatzes stiegen die Verwaltungskosten um 30 Basispunkte.

Erhebliche Investitionen in die Produktion sowie die Einführung von IFRS 16 waren die Hauptgründe für den erhöhten Abschreibungs- und Amortisationsaufwand, der CHF 32 Mio. betrug und damit CHF 16 Mio. höher war als im ersten Halbjahr 2018. Der Kernbetriebsgewinn (EBIT) stieg um 15 %, und die entsprechende Marge erhöhte sich auf 28 %. Die Betriebsmarge stieg durch die einmaligen Auswirkungen von IFRS 16 um 20 Basispunkte und wäre ohne die ungünstigen Währungseffekte noch höher gewesen. Im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2018, in dem die Gruppe von positiven Wechselkurseffekten in Höhe von 120 Basispunkten profitierte, reduzierten in diesem Jahr negative Währungseffekte den Betriebsgewinn um 70 Basispunkte.

Reingewinn steigt um 11 %

Der (Netto-)Finanzaufwand stieg um CHF 5 Mio. auf CHF 11 Mio., bedingt vor allem durch zusätzliche Zinsaufwendungen für Leasingverpflichtungen in Höhe von CHF 3 Mio. nach der Einführung von IFRS 16 im Januar.

Infolge der Konsolidierung ihrer früheren assoziierten Unternehmen Abutment Direct, Anthogyr, Valoc und Zinedent verzeichnete die Gruppe einen Konsolidierungsgewinn von CHF 6 Mio., der mit der separaten Position „Gewinn aus der Konsolidierung ehemals assoziierter Unternehmen“ (Gain on consolidation of former associates) ausgewiesen wird. Die Ergebnisbeiträge der assoziierten Partner der Gruppe erhöhten sich um CHF 8 Mio., was in erster Linie auf eine Wertberichtigungsaufwendung für RODO Medical im Jahr 2018 zurückzuführen war.

Die Steigerung der Profitabilität führte zu einem Einkommenssteueranstieg von CHF 5 Mio., was einen Unternehmenssteuersatz von 15 % ergab. Der Kernsteuersatz betrug 16 % und entsprach etwa der langfristigen Prognose der Gruppe.

Vor den oben genannten Effekten stieg der Kern-Reingewinn um 11 % auf CHF 170 Mio.; die entsprechende Marge erreichte 22 %. Ohne den einmaligen Effekt durch IFRS 16 wäre der Reingewinn um 20 Basispunkte höher ausgefallen. Der unverwässerte Kerngewinn pro Aktie stieg um mehr als CHF 1 auf CHF 10.64.

Free Cashflow erreicht CHF 58 Mio.

Das verbesserte Betriebsergebnis ließ den operativen Geldfluss um CHF 24 Mio. auf CHF 131 Mio. ansteigen. Starkes Volumenwachstum, ein höherer Schwellenländer-Anteil und eine erhebliche Zunahme der Lagereinheiten (Artikel) führten zu CHF 7 Mio. höheren Barabflüssen (Total CHF 57 Mio.) ins Nettoumlaufvermögen. Die Forderungsausstände in Tagen (DSO) stiegen um 3 auf 62 Tage, während die durchschnittliche Lagerdauer um 6 auf 185 Tage zurückging. Die Zins- und Steuerzahlungen stiegen ebenfalls um CHF 11 Mio.

Die Gruppe investiert zurzeit massiv in den Kapazitätsausbau mehrerer Produktionsstandorte, um künftiges Wachstum zu unterstützen. Dieser umfasst zusätzliche Maschinen und Gebäude in Villeret (CH), Round Rock (USA) und Curitiba (BR). Der Investitionsaufwand stieg damit um CHF 29 Mio. auf CHF 73 Mio. und beinhaltet CHF 15 Mio. im Zusammenhang mit der Übernahme von Anthogyr. Die Kombination dieser Effekte führte zu einem Free Cashflow von CHF 58 Mio.

Der Free Cashflow dieses Jahres und bestehende Barmittel wurden zur Akquisition bzw. Erhöhung von Beteiligungen an den folgenden Unternehmen genutzt: Anthogyr, etkon Schweiz, Valoc, Zinedent und den neuen Vertriebspartner in Chile. Die Barzahlungen für diese Investitionen beliefen sich auf insgesamt CHF 45 Mio. Investitionsaufwand, Finanzanlagen und andere Positionen eingeschlossen beliefen sich die verwendeten Barmittel für Investitionsaktivitäten in den ersten sechs Monaten des Jahres auf CHF 122 Mio.

Aufgrund des erwähnten Investitionsaufwands, der Finanzanlagen und der jährlichen Dividendenausschüttung von CHF 83 Mio. sowie der Erfassung von Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 stieg die Nettoverschuldung deutlich auf CHF 345 Mio. Letzteres war auch der Hauptgrund für den 19%-Anstieg der Bilanzsumme von Ende 2018 bis zum 30. Juni 2019 auf CHF 2.2 Mrd.

AUSBLICK ANGEHOBEN (vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse)

Wie bereits anlässlich der Bilanzmedienkonferenz im Februar kommuniziert, erwartet die Gruppe, dass der globale Markt für Dentalimplantate weiterhin mit 4-5 % wachsen wird. Gestützt auf ihre Halbjahresergebnisse erhöht die Gruppe ihre Erwartungen und stellt neu ein organisches Umsatzwachstum von 13-16 % in Aussicht (zuvor gegen 13 %). Währungseffekte ausgenommen, dürften das erwartete Umsatzwachstum und der operative Hebel trotz weiterer Investitionen in Vertrieb und Marketing sowie Forschung & Entwicklung zu einer weiteren Verbesserung der Kern-EBITDA- und Kern-EBIT-Marge führen. Diese Rentabilitätsziele lassen Sondereffekte wie einmalige Akquisitionseffekte oder die Auswirkungen von IFRS 16 bezüglich Leasingbilanzierung unberücksichtigt.

1 Die Einführung der neuen Rechnungslegungsvorschrift IFRS 16 bezüglich Leasingbilanzierung führte im ersten Halbjahr 2019 zu einer Veränderung der EBITDA-Marge um +160 Basispunkte (CHF +12,8 Mio.), der EBIT-Marge um +20 Basispunkte (CHF +1,9 Mio.) und der Reingewinnmarge um -20 Basispunkte (CHF -1,3 Mio.). Die Vorjahresbasis wurde nicht angepasst.

2 In Einklang mit einer neuen Richtlinie der Schweizer Börse hat die Gruppe begonnen, «alternative Performancekennzahlen» (APK) in die Berichterstattung einzubeziehen. Sie erleichtern die Bewertung der bereinigten Geschäftsentwicklung, können jedoch von den nach IFRS ausgewiesenen Ergebnissen abweichen. Die in diesem Dokument verwendeten „Kern“-Zahlen klammern einmalige M&A-Effekte, Sondereffekte in Zusammenhang mit Vorsorgeplänen, Restrukturierungskosten, Abschreibungen und Goodwill-Wertberichtigungen sowie akquisitionsbezogene immaterielle Vermögenswerte aus. Die früher verwendeten Ergebnisse „vor Sondereffekten“ schlossen dieselben nicht wiederkehrenden Effekte aus, nicht jedoch Abschreibungen auf akquisitionsbezogene Vermögenswerte. Im Anhang auf Seite 13 dieses Dokuments findet sich eine Überleitungstabelle mit der ausgewiesenen und der auf die Kernaktivitäten bezogenen Erfolgsrechnung und zusätzlichen Erläuterungen.

3 Geldfluss aus der Betriebstätigkeit abzüglich Investitionen zuzüglich Rückzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen.

Quelle: Straumann

Foto: Warakorn – stock.adobe.com

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