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Praxishygiene 08.05.2014

Risiko erkannt, Risiko gebannt

Risiko erkannt, Risiko gebannt

Wo der Kontakt mit Blut, Speichel und Sekreten zum regulären Arbeitsalltag gehört, sind auch die damit einhergehenden potenziellen Infektionsgefahren eine tägliche Herausforderung. Doch nicht jede zahnärztliche Behandlung birgt die gleichen Risiken. Die Risikoklassifizierung des RKI definiert genaue Aufbereitungsanforderungen je nach Einsatzgebiet der dentalen Instrumente und bietet mit der festgelegten Hygienekette einen praktischen Leitfaden für effektives Hygienemanagement in der Zahnarztpraxis.

Je nach Anwendungsbereich der Medizinprodukte gestaltet sich deren Aufbereitung für den weiteren Einsatz mehr oder weniger diffizil. So kommen beispielsweise die extraoralen Teile des Gesichtsbogens nur mit intakter Haut in Berührung und bedürfen daher lediglich aufgrund ihrer Nähe zur Schleimhaut einer Desinfektion, die entweder manuell oder maschinell erfolgen kann. Damit sind sie ein repräsentatives Beispiel für die als „unkritisch“ eingestuften Instrumente und stehen somit auf der untersten Stufe der Risikoklassifizierung des Robert Koch-Instituts. Dessen im Jahr 2012 novellierte Richtlinie der „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ definiert klare Maßgaben für die Einordnung der Instrumente in verschiedene Risikoklassen. Neben den unkritischen Instrumenten werden noch die Klassen „semikritisch“ und „kritisch“ unterschieden, die sich jeweils in die Subkategorien A und B aufteilen.

Aufbereitung nach Risikoklassen

Für die korrekte Einklassifizierung der Medizinprodukte sind der Betreiber und die für die Aufbereitung verantwortliche Person zuständig. Hierbei sind die vom Hersteller gemachten Angaben zur Aufbereitung einschließlich Reinigung, Desinfektion, Spülung und Trocknung sowie gegebenenfalls zur Verpackung, Sterilisation und Lagerung zu nutzen. Im Zweifel muss stets die höhere Risiko klasse gewählt werden. Während als „unkritisch“ eingestufte Instrumente durch manuelle oder maschinelle Desinfektion aufbereitet werden können, sind bei den Risikoklassen „semikritisch“ und „kritisch“ aufwendigere Maßnahmen bei der Aufbereitung notwendig.

„Semikritische“ Medizinprodukte kommen mit der Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut in Berührung, Beispiele hierfür stellen intraorale Kameras, Pulverstrahlgeräte oder auch Turbinen sowie Hand- und Winkelstücke dar. Unter „kritischen“ Medizinprodukten werden die Instrumente verstanden, die mit Haut oder Schleimhaut und dabei mit Blut und inneren Gewebestrukturen in Kontakt kommen. Beide Risikoklassen werden in die Risikogruppen A und B unterschieden. In die Risikogruppe „B“ (mit erhöhten Anforderungen) fallen Instrumente, die über Hohlräume oder schwer zugängliche Bauteile verfügen, die eine rein optische Beurteilung des Aufbereitungserfolges verhindern. Daher stellt die Gruppe „B“ gegenüber den Medizinprodukten der Gruppe „A“ erhöhte Anforderungen an die Aufbereitung.

Instrumente der Medizinproduktegruppe „semikritisch A“ können manuell oder maschinell aufbereitet werden. Ebenso können Medizinprodukte der Gruppe „kritisch A“ mit „geeigneten validierten Verfahren“ nach Herstellervorgaben manuell oder maschinell mit anschließender verpackter Sterilisation aufbereitet werden, wobei der maschinellen Aufbereitung der Vorrang gegeben wird. Gleiches gilt für die Instrumente der Gruppe „semikritisch B“. „Kritisch B“-Instrumente sollten „grundsätzlich“ maschinell aufbereitet werden mit anschließender verpackter Sterilisation.

Hygienekreislauf

Um die korrekte Aufbereitung der Instrumente aller Risikogruppen zu gewährleisten, ist eine präzise Hygienekette festgelegt. Diese lässt einer sachgerechten Vorbereitung die Reinigung und Desinfektion folgen. Anschließend erfolgt die Spülung und Trocknung der Instrumente, welche nun – wenn es die Risikozuordnung vorschreibt – gekennzeichnet, verpackt und sterilisiert werden. Abschließend wird der Vorgang dokumentiert und die Medizinprodukte werden zur Anwendung freigegeben. Bis zu ihrem Einsatz müssen sie staubgeschützt gelagert werden. Die obligatorische Einhaltung dieses Hygienekreislaufs minimiert das Kontaminations- und Infektionsrisiko in der Zahnarztpraxis, verursacht allerdings auch ein hohes Maß an Zeit- und Arbeitsaufwand. Das Personal muss geschult sowie ein Sterilisationsraum eingerichtet und ausgestattet werden, zudem entfällt ein Teil der täglichen Arbeitszeit auf die Durchführung der Aufbereitungsprozesse. Umso willkommener ist ein technisches Hilfsmittel, das mehrere der entscheidenden Schritte der Hygienekette vollautomatisch durchführt und den Helferinnen ihre Arbeit dadurch erheblich erleichtert.

Sichere und effiziente Aufbereitung

Das iCare+ des Dentalprodukteherstellers NSK reinigt, desinfiziert und pflegt bis zu vier Instrumente gleichzeitig innerhalb von 15 Minuten, sodass es durch die maschinelle Aufbereitung nicht nur die Einhaltung der hygienischen Anforderungen sichert, sondern auch Zeit spart. Die Kernqualifikation des Geräts beruht auf einer optimalen synergetischen Nutzung technischer Präzision und chemischer Wirkstoffe, die in den auf das iCare+ abgestimmten Reinigungs- und Desinfektionslösungen n.clean und n.cid zum Einsatz kommen. Sie erzielen während des Aufbereitungsprozesses eine bakteriostatische, fungistatische, bakterizide, fungizide und viruzide Wirkung*, die nachweislich 99,999 Prozent der Bakterien eliminiert und Proteine deutlich unter den Grenzwert von 80 Mikrogramm pro Instrument reduziert. So effizient das iCare+ Erreger abtötet, so schonend behandelt es dabei die Instrumente. Indem auf eine thermische Belastung verzichtet wird und stattdessen unter Druckluft zerstäubte chemische Lösungen zur Anwendung kommen, wird das Material bestmöglich geschont und somit eine langfristige Wertbeständigkeit unterstützt. Damit besitzt das iCare+ ein Alleinstellungsmerkmal am Markt. Dentale Übertragungsinstrumente „semikritisch B“ können sofort nach der Aufbereitung im iCare+ wieder am Patienten verwendet werden. Medizinprodukte, die einer Klassifizierung als „kritisch B“ unterliegen, können in dem Gerät ebenfalls die Reinigungs-, Desinfektions- und Pflegeschritte durchlaufen und müssen dann nur noch verpackt sterilisiert werden. Empfehlenswert ist hierfür die Nutzung eines B-Klasse Autoklaven, in dem die Sterilisation mindestens 3 Minuten bei 134 Grad Celsius erfolgen sollte.

Das iCare+ lässt sich in jeder Zahnarztpraxis integrieren und universell einsetzen, denn die Adapter für Turbinen sowie Hand- und Winkelstücke sind für alle gängigen Marken erhältlich. Damit findet es seinen festen Platz innerhalb der Hygienekette und unterstützt das Praxisteam wirkungsvoll bei der sachgerechten und sicheren Instrumentenaufbereitung.

* Bakterizid: TBC, MRSA. – Fungizid: Candida albicans – Viruzid: HBV, HCV, HIV, Herpes simplex, Influenza, H1N1 + H5N1.

Dies ist Artikel 4 der NSK Hygieneserie 2014. Lesen Sie mehr zum Thema „Validierung“ in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 5/2014.

Foto: © NSK
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