Anzeige
Praxismanagement 17.06.2019

Fördermöglichkeiten für die Digitalisierung

Fördermöglichkeiten für die Digitalisierung

Die ganze Welt verlangt nach Digitalisierung. Heute sind mehr denn je die Bits und Bytes das Maß der Dinge. Besonders im Handwerk ist das „nur mit der Handarbeit“ nicht mehr ausreichend. Autor Hans J. Schmid verrät, wie Labore mithilfe der Wirtschaftsförderung neue Investitionen tätigen können.

Kunden erwarten digitale Lösungen, die den Laboren den gewissen Vorsprung auf dem Markt garantieren. Andererseits ist das Thema Fachkräftemangel im Handwerk so stark vertreten, dass Lösungsmöglichkeiten mit reduziertem Arbeitseinsatz dem entgegenwirken können. Die Digitalisierung im Handwerk ist daher sprichwörtlich und auch real in aller Munde angekommen. Egal, wie die Daten verarbeitet werden, es verlangt immer nach mehr: neue Ressourcen, größere Speicher, schnellere Prozessoren und genauere Maschinen mit mehr Leistungsfähigkeit. Früher war es so schön einfach – Vorwärm­ofen, Schleuder, Fräsgerät, Keramikofen und ein Handstück, und schon konnte man für 20 Jahre produzieren. Im Hier und Jetzt ist das mittlerweile ­undenkbar. Eine CAD/CAM-Maschine, die zehn Jahre auf dem ­Buckel hat, ist heute nur noch zum Schmuckherstellen zu gebrauchen. Eine Software, die wie der Computer so langsam ein zweistel­liges Dasein erreicht, ist, in Lebensalter verglichen, älter als Jopi ­Heesters wurde. Es ist schön, wenn noch alles einigermaßen funktioniert, doch in der Dentalbranche geben jetzt andere den Ton an.

Investition in neue Systeme

Ein nicht zu unterschätzendes Thema ist die Finanzierung der in immer kürzeren Zyklen veralteten Hard- und Software. Es ist schon frustrierend, wenn man in ein neues System investiert, sich mit den Abläufen und Vorgehensweisen auseinandersetzt, die Kinderkrankheiten übersteht, das Team sich die neuen Prozesse antrainiert hat, und jetzt, nach zwei oder drei Jahren, alles ­reibungslos funktioniert. So kann es jetzt die nächsten zehn Jahre in ruhigem Fahrwasser weitergehen. Doch genau jetzt, wenn alles funktioniert, werfen die Hersteller, als ob sie genau diesen ­Moment der Zufriedenheit erkennen, die nächste Generation mit unverschämt besseren Features auf dem Markt. Als Unternehmer wünscht man sich jetzt, dass das gut funktionierende System vom Hersteller beim Kauf der Neuheit in Zahlung genommen wird, denn eigentlich hat ja der Hersteller den Wert der Anlage von heute auf morgen so­zusagen entwertet. Lässt man sich jetzt ein Angebot machen – wobei es hier egal ist, ob bei dem Anbieter des Vertrauens oder einem x-beliebigen Markt­begleiter – das alte System in Zahlung zu nehmen, kommt schnell die Enttäuschung. Die Zahl, die für die gut funktionierende Maschine aufgerufen wird, ist beschämend. Eigentlich hat die Industrie nur ­gerade mitgeteilt, dass sie das ­System freund­licher-weise entsorgt und man somit nicht auch noch die Entsorgungskosten selbst tragen muss. Aber so schlimm kommt es dann doch nicht, aber es ist schade, wie schnell schmerzlich hohe Investitionen in kürzester Zeit stark an Wert verlieren und auf dem umkämpften Markt nicht mehr als „up to date“ gelten, wobei die Investition für den Maschinenpark noch nicht hereingewirtschaftet werden konnte. Da ist es doch nett, wenn die arg gebeutelten Klein- und Kleinstunternehmen die sichere Chance haben, sich mit neuen marktaktuellen Produktionssystemen ausstatten zu können. Unter anderem mithilfe von dem großen Projekt namens Wirtschaftsförderung. Der Fachbegriff für den Eintritt in den großen Topf der sicheren Unterstützung heißt KMU (klein- und mittelständige Unternehmen). Das startet bei einem Mitarbeiter und endet bei zweihundert. Speziell für diese Firmengrößen hat die Politik in Europa eine sinnvolle Unterstützung eingeführt, um im internationalen Vergleich nicht ins Hintertreffen zu ­geraten.

Unzählige Möglichkeiten der Finanzierung

Gibt man im Netz KMU-Förderung ein, erscheinen in der ersten Sekunde circa 1.860.000 Treffer. Das ist zwar sehr erfreulich, doch auch gleichzeitig extrem frustrierend. Ja, es gibt unzählige Möglichkeiten für die wirtschaftliche Unterstützung, doch ist der Verteilungs­dschungel so dicht, dass ein gerad­liniges Durchkommen unmöglich erscheint. Auf der anderen Seite ist es ja nicht so, dass ein hart arbeitender Unternehmer sich den lieben langen Tag Zeit nehmen kann und wie ein fleißiges Eichhörnchen von früh bis spät unter den Blättern nach den guten Nüssen sucht. Es gibt genau fünf Arten der staatlichen oder ­europäischen Subven­tionierung in diesem Bereich.

Häufig ist bei jungen Unternehmen in der Gründungsphase das Thema Bürgschaft und/oder Garantie ein großer Faktor. Für ein Bestandsunternehmen (eine Firma, die länger als zwei Jahren auf den Markt ist) sind diese Themen eher selten. Hier sind andere Wünsche mehr im Vordergrund. Will man in das Unternehmen investieren, ist es von Vorteil, im Vorfeld zu schauen, welches Programm dem eigenen Interesse entspricht. Von den drei Möglichkeiten sind die zwei häufigsten Varianten Zuschuss und Darlehen. Die seltenste Variante ist der Wunsch nach staatlicher Beteiligung. Wichtig ist, bei fast allen bereitgestellten Maßnahmen, dass erst die wirtschaft­liche Förderung beantragt, die benötigte Bestätigung abgewartet und dann die geplante Umsetzung gestartet wird. Meist ist ein vorzeitiger Beginn, eine zu frühe Unterschrift, ein nicht mehr zu revidierendes Ausschlusskriterium. Das Erfreu­liche an dem schier unerschöpf­lichen Topf der finanziellen Unterstützung ist, dass es fast keine Chance gibt, die weitläufige Obergrenze für die angebotenen Förderungen zu erreichen, da die angenehmen Summen auch für große Betriebe mit bis zu zweihundert ­Mitarbeitern aus­gerichtet sind.

Ein weiteres Plus sind die unzähligen Bereiche, die mit meist mehreren Förderungen bedacht sind. Am Anfang des Unternehmensaufbaus sind Existenzgründung und Unternehmensfinanzierung die Themen mit der höchsten Priorität. Später nennt man das Programm dann Existenzfestigung. Auch sind für Spezialgebiete Förderungen bereitgestellt. Die beginnen bei dem Bereich Arbeit, gehen über Innovationen bis hin zu den umfangreichen Regionalförderungen. Und sollte keines von allen passen, ist da noch der Bereich „Themenoffen“, damit möglichst alle Wünsche abgedeckt werden. Auch die Beratung ist hier von Vorteil. So wie damals, in meiner Probezeit als Lehrling. Die wichtige Empfehlung meines Meisters, Einbettmasse nicht mit warmem Wasser anzurühren, hat mir so manche ungeliebte Backpfeife erspart. Für mich war das nicht lebensbedrohlich, doch für ein junges unerfahrenes Unternehmen ist zum Beispiel ein kleiner Fehler, der ihm im erstellten Businessplan unterläuft, selbst wenn es nur um den zugebilligten Kontokorrent handelt, im ungünstigen Fall schnell am Ende einer guten Unternehmung. Kluge Menschen machen nicht jeden Fehler selbst, sondern holen sich im Vorfeld Rat, um nicht zu scheitern. Auch als gewachsenes Unternehmen sind vorausschauende, gut abgewogene Überlegungen, die mit Bedacht entschieden werden, das beste Instrument für ein marktsicheres Unternehmen. Hier befindet man sich dann schnell im Bereich von Beratung. Diese gibt es für die Bereiche Aus- und Weiterbildung sowie für die Digitalisierung. Hier werden die Weichen gestellt für eine sichere, gute Reise in die stressfreie Unternehmenszukunft. Einerseits wird das Team innovativ für die Zukunft aufgestellt und andererseits wird die richtige Förderung für das eigene Unternehmen gefunden. So ist der Weg in die digitale Zukunft geebnet.

Meine Bitte an Sie, und es ist mir egal, ob Sie es jetzt sofort oder später tun, besorgen Sie sich im Voraus das nötige Geld für die anstehende Digitalisierung. Freuen Sie sich auf Ihre Chance, die Investitionen so ­gering wie möglich und so sicher wie nötig zu gestalten. Nutzen Sie die möglichen Förderungen und schnellen Subventionierungen, die Ihnen zustehen!

Dieser Beitrag ist in ZT Zahntechnik Zeitung erschienen.

Foto: Wright Studior - Shutterstock.com

Mehr News aus Praxismanagement

ePaper

Anzeige