Endodontologie 09.05.2014

In der Praxis überzeugt ein effizientes 2-Feilen-System

In der Praxis überzeugt ein effizientes 2-Feilen-System

Dr. Maximilian Weiland, Pfaffenhofen, im Gespräch mit Dental Tribune über das Feilensystem F360 von Komet.

Wurzelkanalbehandlungen stellen jeden Zahnarzt vor die Entscheidung, ein adäquates Feilensystem für die von ihm bevorzugte Arbeitsweise zu finden. Was ist sicher und wirtschaftlich sinnvoll, was zu aufwendig und kostenintensiv?

Herr Dr. Weiland, vor welchen Fragen in Bezug auf das Feilenmanagement steht man als Zahnarzt?

In der Endodontie war ich in meiner Praxis an einem Punkt angekommen, wo etwas passieren musste: Sobald ein konservativer Eingriff in einer Wurzelkanalbehandlung mündete, merkte ich, wie bei mir die Stimmung am Behandlungsstuhl sank. Ich machte mich also schlau im Markt der maschinellen Feilensysteme, informierte mich und testete. Das systematische „Abarbeiten“ diverser Feilengrößen und das damit verbundene jeweilige Einstellen der Drehmomente schien für mich nicht die ideale Lösung. Auch die Kontrolle der Aufbereitungslänge über Stopper war meinem Team und mir zu aufwendig.

Wir wünschten uns ein einfaches, schlüssiges System, das die Kriterien Aufwand, Organisation und Sicherheit optimiert. Das sind die Punkte, auf die es in einer Praxis ankommt.

Dann sind Sie bei F360 gelandet – und warum geblieben?

Es ist das einfache Handling. Bei F360 handelt es sich um ein 2-Feilen-System, das in der „Single-Length-Technik“ rotierend in einem drehmomentbegrenzten Endowinkelstück bzw. -motor eingesetzt wird. Für alle Feilen gilt das gleiche Drehmoment, also 1,8 Ncm. Damit entfällt beim Feilenwechsel die Umstellung am Endowinkelstück – und damit eine potenzielle Fehlerquelle. Das finde ich extrem praktisch. Die Feilen sind derart schnittfreudig, dass ich das Drehmoment sogar auf 1,5 Ncm reduziert habe. Die Erfolge, die ich mit F360 erziele, bringen mir wieder richtig Spaß an der endodontischen Behandlung. Ich bekomme in meiner Praxis circa 90 Prozent der Kanäle mit dem System effektiv und sicher aufbereitet. Nur in sehr seltenen Ausnahmen, z.B. einem extrem gebogenen Wurzelkanal oder einem großvolumigen Frontzahnkanal, muss ich anderweitig, z.B. mit Handinstrument, vorgehen. Genau das war mein Ziel!

Wie empfinden Sie die Feilen im Einsatz?

Die sehr guten Schneideigenschaften habe ich soeben erwähnt. Alle Feilen besitzen den Taper 04. Dadurch sind sie sehr flexibel und passen sich sehr schön den verschiedenen Kanalanatomien an. Dank des großen Spanraums transportieren die Feilen Debris und bei der Revision auch Wurzelkanalfüllmaterial effektiv ab. Spätestens das abschließende Röntgenbild zeigt mir, dass die Feilen bei der Prozedur sicher den originären Kanalverlauf eingehalten haben.

Beschreiben Sie bitte die instrumentelle Aufbereitung mit F360!

Nach Befund und Diagnose schaffe ich mir durch die Trepanation genügend Sicht und Zugang zum Pulpenkavum für die instrumentelle Aufbereitung. Den Kanalverlauf sondiere ich mit einer dünnen Handfeile ISO 015 und stelle einen Gleitpfad her. Wenn ich mit diesem Instrument geschmeidig bis zum physiologischen Apex herunter komme, wechsle ich zu F360, meist zur grünen Feile Größe 035, nur selten zu den Größen 025, 045 und 055. Für mich ist F360 schon fast ein 1-Feilen-System!

Ich arbeite mich dann tupfend vor. Ich tauche bis zu vier Mal in den Kanal ein. Jedes Mal, wenn sich der Widerstand erhöht, ziehe ich die Feile heraus und wische den Abraum ab, der sich in den Spanräumen festgesetzt hat. Abschließend fahre ich im Wurzelkanal kastenförmig systematisch die Wände ab. Dadurch erweitere ich das Volumen des Kanals und auch das koronale Drittel, was mir die anschließende Füllung mit Guttapercha erleichtert. Für die Instrumentierung eines Wurzelkanals benötige ich auf diese Weise nur noch circa drei Minuten.

Hat die Reduzierung der Feilenzahl für Sie ein intensiveres Spülmanagement als Konsequenz?

Auf jeden Fall! Das Prozedere erfordert eine besonders gründliche Spülung – nicht nur nach, sondern während der gesamten Wurzelkanalaufbereitung. Sobald ich die Feile aus dem Kanal ziehe, spüle ich nach und lass die Spülflüssigkeit auch koronal wirken. Dann tauche ich mit der Feile erneut „in den See“ ein. Bei der Aufbereitung arbeite ich mit Hypochlorid, abschließend spüle ich mit Chlorhexidinlösung, bis mir nur noch ganz klare Flüssigkeit entgegentritt.

F360 sind Einweg-Feilen: eine gute Idee?

Ja, super! Wir erhalten die Single-use-Instrumente von Komet steril verpackt. Da ich die Feilen nur einmal verwende, ist die Frakturgefahr durch zyklische Ermüdung reduziert. Noch nie kam es zum Instrumentenbruch. Kreuzkontaminationen sind ausgeschlossen und die ganzen Stufen der Aufbereitung – Reinigung, Desinfektion und Sterilisation – sowie die Dokumentation der Einsatzhäufigkeit entfallen.

Wie empfinden Sie F360 unter dem Aspekt Wirtschaftlichkeit?

Wenn ich vorhin die Zeitersparnis bei der instrumentellen Aufbereitung genannt habe, dann wird dies durch ein intensiveres Spülmanagement wieder relativiert. F360 verkürzt also nicht die Gesamtbehandlungszeit. Das stand für mich aber nie im Vordergrund. Ich war vorher kein Endo-Profi, aber F360 gab mir zwei Dinge: Sicherheit und Spaß bei der Wurzelkanalaufbereitung!

Vielen Dank für das Gespräch.

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