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Branchenmeldungen 24.05.2018

Ausgezeichnet: „Quickdoctor“ vermittelt frei gewordene Zahnarzttermine

Ausgezeichnet: „Quickdoctor“ vermittelt frei gewordene Zahnarzttermine

Abgesagte Zahnarzttermine lassen sich kurzfristig oftmals nicht mehr vermitteln. Dieses Problem soll Quickdoctor lösen. Was hinter dem Konzept steckt, verraten die Entwickler in einem exklusiven Interview mit der ZWP online-Redaktion.

In der Gründerwerkstatt der Universität Witten/Herdecke (UW/H) wird interessierten Studierenden praxisnah vermittelt, was es bedeutet, ein eigenes Start-up aufzubauen. Den Abschluss der Werkstatt bildete ein Pitch-Wettbewerb, in dem alle Teams ihre entwickelten Ideen präsentieren sollten. Gewonnen hat das Team „Quickdoctor“ um die Studierenden Nina Sofie Krah, Max Schüler  und Lukas Liss. Womit sie die Jury überzeugen konnten, erzählen sie im Exklusivinterview.

Könnten Sie kurz erklären, was hinter dem Konzept von Quickdoctor steckt und wie es genau funktioniert?

Quickdoctor unterstützt Ärzte bei der Vermittlung von kurzfristig frei gewordenen Arztterminen und bietet Patienten die Möglichkeit, in kürzester Zeit einen Arzttermin bei einem gewünschten Facharzt zu buchen. Dabei ist zu erwähnen, dass Quickdoctor seinen Fokus auf die Vermittlung kurzfristig freigewordener Arzttermine legt, jedoch ebenfalls reguläre Termine über die Onlineplattform vermittelt und gebucht werden können.

Jeder Arzt, der Kooperationspartner von Quickdoctor ist, erhält zur Termineingabe auf Quickdoctor.de ein eigenes und individuelles Arztprofil. Darauf sind Informationen über die jeweilige Facharztgruppe sowie die zugehörige Adresse hinterlegt. Wenn der Arzt eine Terminabsage von einem Patienten erhält, kann er auf Quickdoctor.de die freigewordenen Kapazitäten einstellen, die der Patient daraufhin bei Interesse buchen kann. Durch einen Klick auf den Button „Termin freigeben“ werden die eingetragenen Kapazitäten auf Quickdoctor zeitgleich für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Langfristig ist die Etablierung eines Quickdoctor-Terminkalenders ohne manuelle Termineingabe und die Verbindung mit Praxissoftwares in Form einer Schnittstelle geplant.

Wie ist die Idee zu Quickdoctor entstanden? Wie lange haben Sie an der Entwicklung der Idee gearbeitet und wie sind Sie dabei vorgegangen?

Im Rahmen der „Gründerwerkstatt“ an der privaten Universität Witten/Herdecke, welche sich über ein Semester streckte, ist uns das Problem aufgefallen, dass Ärzte kurzfristig frei gewordene Arzttermine oftmals nicht mehr vermitteln können. Im Durchschnitt können sechs Behandlungsstunden in der Woche nicht mehr genutzt werden. 80 Prozent der Ärzte können kurzfristig ausgefallene Termine nicht mehr vermitteln. Dies waren die Ergebnisse unserer eigenen Marktumfrage mit ca. 60 Ärzten. Eine auf gesunder wirtschaftlicher Basis geführte Praxis sollte pro Behandlungsstunde jedoch einen kostendeckenden Umsatz erzielen.

Um dieses Problem strategisch zu lösen, haben wir das Unternehmen „Quickdoctor“ entwickelt. Dabei haben uns Professoren sowie zahlreiche Experten aus der Wirtschaft und der Start-up-Szene bei der Produktentwicklung maßgeblich unterstützt.

Welche Vorteile bringt Quickdoctor auf der einen Seite für Patienten und auf der anderen Seite für Mediziner mit sich?

Patienten haben vor allem die Möglichkeit, bei akuten und kurzfristig auftretenden Schmerzen schnell und seriös einen Arzttermin zu buchen. Dadurch können lange Wartezeiten beim Arzt vermieden werden. Termine können unkompliziert und unbürokratisch bestätigt oder abgesagt werden. Wenn man selbst nicht über einen Internetzugang verfügt, besteht die Möglichkeit, einen Termin durch Bekannte auf Quickdoctor.de zu buchen. Für Patienten ist die Nutzung von Quickdoctor kostenlos.

Auf der anderen Seite haben die Ärzte neben einer Reduzierung der anfallenden Kosten für sonst ausfallende Termine die Möglichkeit, Patienten mit einer qualitativ hochwertigen Behandlung von sich zu überzeugen und an sich zu binden. Insgesamt also eine klassische Win-win Situation.

Wie muss man sich so einen Pitch vorstellen und welches Feedback haben Sie von der Jury bekommen?

Der Pitch bietet einem Start-up die Möglichkeit, innerhalb von weniger als zehn Minuten das eigene Geschäftsmodell der Jury und dem anwesenden Publikum vorzustellen. Dabei gilt vor allem, auf einer inhaltlichen und strukturellen Ebene zu überzeugen. Danach stellt die Jury den Start-up-Teams aufkommende Fragen.

Den Abschluss der Gründerwerkstatt bildete ein Tag, an dem alle teilnehmenden Teams ihre Geschäftsidee in Form eines solchen Pitches vorstellen konnten. Das Feedback war bei uns durchweg positiv und ermutigt uns, an dem Unternehmen Quickdoctor weiter zu feilen.

Letztendlich konnten wir die hochkarätige Jury von Quickdoctor überzeugen und gewannen den Pitchwettbewerb. Nun sind wir in das Förderprogramm des Entrepreneurship Zentrums Witten (EZW) aufgenommen worden. Das Gründungszentrum EZW ist der Universität Witten/Herdecke angeschlossen und bietet die Möglichkeit, Büroflächen für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten kostenlos zu nutzen. Des Weiteren werden zahlreiche Hilfestellungen und Vermittlungen von relevanten Kontakten, die für das eigene Businessmodell entsprechend ausgesucht werden, angeboten. Dies steigert unsere Motivation zur Verwirklichung des Unternehmens Quickdoctor enorm.

Was müssen z.B. Zahnarztpraxen mitbringen, um das System nutzen zu können? Benötigen Mediziner für die Nutzung irgendwelche Vorerfahrungen?

Zahnarztpraxen brauchen weder besondere strukturelle Voraussetzungen noch irgendwelche Vorerfahrung, um das Modell nutzen zu können. Das Interesse, kurzfristig ausfallende Termine noch zu vermitteln sowie eine grundsätzliche inhaltliche Überzeugung von Quickdoctor sollte aber dennoch gegeben sein.

Wie erhalten Patienten Zugang zu dem System?

Für Patienten ist die Website frei zugänglich. Um einen Termin buchen zu können, müssen diese lediglich ihre E-Mail Adresse und ihre Telefonnummer hinterlegen. Lange Registrierungsprozesse, wie man sie bei anderen Anbietern kennt, sind bei uns nicht nötig. Der Patient soll schnell, einfach und ohne große Anstrengungen an seinen Arzttermin gelangen. Insgesamt soll ein Produkt geschaffen werden, das den Nutzern ermöglicht, in einem optisch übersichtlichen Layout alle Funktionen des Programms ohne große Einarbeitungszeit in Anspruch nehmen zu können.

Haben Sie vor, Quickdoctor umzusetzen? Was fehlt Ihnen noch, um es auf den Markt zu bringen? Gibt es eine Möglichkeit, Sie bei der Umsetzung zu unterstützen? Wenn ja, wie?

Auf jeden Fall möchten wir das Unternehmen Quickdoctor auch umsetzen. Zunächst geht es jetzt darum, Quickdoctor möglichst schnell auf den Markt zu bringen. Hierfür benötigen wir finanzielle Mittel, um den Programmierungsprozess sowie das Webdesign und -development auszubauen und ein intensives Marketingkonzept umzusetzen. Auch Kontakte zu Experten der Add-on-Programmierung werden uns dabei helfen, das Konzept von Quickdoctor zu spezifizieren. Des Weiteres würden wir gerne eine Schnittstelle zu oft genutzten Praxissoftwares ermöglichen, sodass die Funktionen von Quickdoctor keinen weiteren Arbeitsaufwand innerhalb der jeweiligen Praxis bedeuten. Hier fehlt es uns noch an dem nötigen Know-how.

Wann könnten Mediziner mit dem Launch von Quickdoctor rechnen?

Die erste Testphase startet mit Ärzten aus Witten, Bochum und Dortmund bereits im dritten Quartal 2018. Der breite Markteintritt von Quickdoctor für Fachärzte ist im ersten Quartal 2019 festgelegt.

Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der Realisierung des Konzepts!

Foto: Universität Witten/Herdecke
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