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Branchenmeldungen 05.06.2020

Betrugsvorwurf: Hat USZ-Chefarzt seine Position missbraucht?

Betrugsvorwurf: Hat USZ-Chefarzt seine Position missbraucht?

Der Leiter der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsspitals Zürich steht derzeit in der Kritik. Er soll Patienten des Spitals in seine Privatpraxis überwiesen und so privat abkassiert haben.

In den vergangenen Wochen hatten bereits zwei andere Mediziner des Universitätsspitals für negative Schlagzeilen gesorgt. Mit der aktuellen Anschuldigung steht nun der Chefarzt am Unispital, der zudem auch Professor an der Universität Zürich und Mitglied der Leitung am Zentrum für Zahnmedizin ist, unter Beschuss. Ihm wird vorgeworfen, mit System Patienten in seine Privatpraxis gelenkt zu haben, wie NZZ am Sonntag gestützt auf Krankendaten behandelter Patienten berichtete.

Sein Interesse soll vornehmlich zwei Arten von Behandlungen – jenen mit hohen Behandlungskosten – gegolten haben: Zahnimplantationen sowie die Behandlung asymmetrischer Schädel bei Neugeborenen. Durchgeführt von Assistenten seiner Privatpraxis, jedoch vom USZ bezahlt. Eine lukrative Finanzspritze für die Praxis, wie es scheint.

Ganz legal ist dieses Vorgehen jedoch nicht. So müssen Spitalärzte normalerweise die Hälfte ihrer Einnahmen aus privaten Behandlungen an das Spital geben. Der MKG-Chirurg habe diese gesetzlichen Vorgaben unter dem Deckmantel seiner Leitung des Zahnmedizinischen Zentrums der Uni umgangen.

Die Finanzkontrolle Zürich habe die Unstimmigkeiten aufgedeckt. Wie der Fall des Chirurgen weiter behandelt wird, ist bisher nicht bekannt.

Foto Teaserbild: Production Perig – stock.adobe.com

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