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Branchenmeldungen 04.11.2019

Bevor Zahnarzthände versagen, richtig vorbeugen!

Bevor Zahnarzthände versagen, richtig vorbeugen!

Kaputte Winkelstücke oder Bohrer sind schnell ausgetauscht – die Hände eines Zahnarztes hingegen sind unersetzlich. Daher ist es umso wichtiger, Beschwerden vorzubeugen und die wichtigsten Instrumente des Zahnarztes zu schützen.

Im Vergleich zu Hals- und Nackenbeschwerden, die bei 60 bis 80 Prozent des Praxispersonals auftreten, sind Probleme mit den Händen zwar weniger häufig – aber dafür auch gravierender. Denn im Grunde genommen können Zahnärzte ihr „Handwerk“ ohne verlässliche Handbewegungen nicht mehr ausüben. Weltweit ist rund ein Viertel der Zahnärzte von Beschwerden in den Fingern und Händen betroffen, wie im Mitgliedermagazin des FVDZ für Zahnärztinnen und Zahnärzte, Der Freie Zahnarzt, beschrieben.

Die Risiken hängen vor allem mit den vielen, regelmäßig wiederkehrenden Handgelenkbewegungen beim Greifen, Halten und Führen verschiedenster Instrumente zusammen. Das wiederholte Abweichen vom Mittelstand des Handgelenks, wie beispielsweise bei der Palmarflexion, zieht Leistungsverluste zwischen 30 und 75 Prozent nach sich, die häufig versucht werden, durch einen höheren Kraftaufwand auszugleichen. Damit erhöht sich das Risiko für Beschwerden zusätzlich, wie auch durch generell unergonomische Arbeitshaltungen, fehlende Pausen, Stressbelastung usw.

Aus der für Zahnärzte typischen Arbeitsweise können drei Syndrome resultieren:

  • Das Hand-Arm-Vibrationssyndrom, kurz HAVS, wird unter anderem durch die Bedienung mikromotorangetriebener Geräte hervorgerufen. Anzeichen sind Taubheitsgefühl, Kribbeln und Geschicklichkeitsverlust.
  • Beim Raynaud-Syndrom handelt es sich um eine gestörte Blutzufuhr, die sich in zunächst blassen, dann blauen Fingern zeigt. Zu den Beschwerden zählen Missempfindungen, Taubheit sowie mögliche Schmerzen.
  • Das Karpaltunnelsyndrom ist das Resultat krampfartigen Haltens von Instrumenten. Der mittlere Handnerv im Karpaltunnel wird eingeklemmt, Schmerzen, Taubheit, Kraftlosigkeit und Steifheit im Daumen, Zeige- und Mittelfinger sind die Folge.

Gegenmaßnahmen

Das A und O ist das richtige Halten der Instrumente. Sich dessen bewusst zu machen, sich und das gesamte Praxispersonal zu sensibilisieren, ist der erste Schritt. Damit wird es möglich, sich gegenseitig auf Fehlstellungen hinzuweisen und auf diese Weise wieder peu à peu eine gesunde Arbeitsweise zu erlernen. Zahnärzte sollten zudem jede Chance, z.B. während Patientengesprächen oder Pausen, zur Lockerung ihrer Hände und für Fingerübungen nutzen.

Foto: anatoliy_gleb – stock.adobe.com

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