Branchenmeldungen 05.11.2025

Drei Fragen an Dr. Claudia Stange – Vorständin Öffentlichkeitsarbeit ZÄK SH



Seit drei Jahrzehnten können sich Patient/-innen in Schleswig-Holstein bei drängenden Fragen und Problemen bezüglich ihrer Zähne und deren Behandlung an die „Zahnhotline“ wenden. 1995 von der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein sowie der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein ins Leben gerufen, schloss sich im Jahr 2000 auch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein diesem Projekt an. Somit feiert die Hotline in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag.

Drei Fragen an Dr. Claudia Stange – Vorständin Öffentlichkeitsarbeit ZÄK SH

Foto: Portrait: © Marco Knopp/ Hintergrund: motorradcbr – stock.adobe.com

Frau Dr. Stange, worin sehen Sie die wichtigsten Gründe dafür, dass dieses Angebot auch im digitalen Zeitalter
nicht an Bedeutung verloren hat?

Insbesondere bei den sensiblen Gesundheitsthemen ist der persönliche Gesprächsbedarf hoch, KI-generierte Antworten helfen häufig nicht oder zumindest nicht ausreichend genug weiter. Patient/-innen schätzen den direkten Draht, der zusätzlich Missverständnissen vorbeugt und es ermöglicht, Anliegen individuell mit Experten zu erörtern. Außerdem können so Rückfragen, die während eines Gespräches auftreten, umgehend angesprochen und geklärt werden.

Seit 25 Jahren besteht Ihre Kooperation mit der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit für die Qualität und Unabhängigkeit der Beratung?

Die Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale hat sich zu einem festen Bestandteil in der Beratung etabliert. Die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch vor Ort wird oft genutzt und bietet einen noch persönlicheren Rahmen als die telefonische Beratung. Die Qualität und Unabhängigkeit der beratenden Kolleg/-innen gewährleisten wir, in dem die Patient/-innen für einen Zeitraum von zwei Jahren nicht durch die Beratenden behandelt werden dürfen.

Viele Ratsuchende wenden sich mit Fragen zu Kosten, Zahnersatz oder Implantaten an die Hotline. Welche neuen Themen oder Trends beobachten Sie aktuell in den Anfragen, und wie reagiert die Zahnhotline darauf?

Seit jeher machen Kosten- und Rechtsfragen weit über die Hälfte der Anfragen aus. In den letzten Jahren wachsen die Anfragen nach Praxen, die spezielle Behandlungsmethoden (z. B. Narkosebehandlungen) anbieten, barrierefrei oder auf die Behandlung von Patient/-innen mit Handicap spezialisiert sind. Die Zahnhotline darf natürlich keine einzelne Praxis empfehlen, aber sie hat Listen, mithilfe derer sie alle entsprechenden Praxen der Umgebung nennen kann. Dagegen reduzieren sich die Anfragen nach gesundheitlich-zahnmedizinischen Informationen, da hier inzwischen häufig über Suchmaschinen gesucht wird. Aber auch diese Fragen werden immer wieder an die Zahnhotline gestellt, da oftmals trotz der Suchmaschine der Wunsch bleibt, sein Anliegen mit einem menschlichen Berater zu klären. Hier stehen ich und mein Kollege Peter Oleownik als die Verantwortlichen von Zahnärztekammer und KZV Schleswig-Holstein für telefonische Beratungstermine bereit. 

ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 11/25

ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis


Dieses Interview ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis erschienen.

Seit 32 Jahren ist die ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis das führende Wirtschaftsmagazin für den Zahnarzt. Als General-Interest-Titel deckt sie das gesamte Spektrum der Praxisführung ab.

Das Wirtschaftsmagazin zählt mit seinen 12 Ausgaben im Jahr und einer Auflage von 40.800 Exemplaren zu den frequenz- und auflagenstärksten Titeln im deutschen Dentalmarkt. Zudem enthält jede Ausgabe das Supplement „ZWP spezial“, in dem besondere Themen vertieft werden.

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