Branchenmeldungen 17.04.2015

ITI Kongress 2015 in Dresden – „modern, praxisnah und evidenzbasiert“

Dr. Georg Bach
Dr. Georg Bach
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ITI Kongress 2015 in Dresden – „modern, praxisnah und evidenzbasiert“

Foto: © OEMUS MEDIA AG

Eine bezaubernde Altstadt in direkter Nachbarschaft zum Kongresszentrum, ein facettenreiches Programm mit namhaften Referenten und eine tadellose Organisation – zweifellos: Der Weg nach Dresden hat sich gelohnt. Dies sahen auch knapp 1.200 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer so und bescherten den Veranstaltern eine überaus erfreuliche Resonanz.

Die wissenschaftliche Leitung des Kongresses oblag Professor Dr. Gerhard Wahl, der bis Februar diesen Jahres auch Chairman der deutschen ITI Sektion war und in zwei überaus erfolgreichen Legislaturperioden die deutsche Sektion nicht nur zu einer der größten weltweit gemacht hat, sondern diese auch inhaltlich und personell hervorragend aufgestellt hat.

Beredtes Zeichen dieser positiven Entwicklung: Ein hochkarätiges wissenschaftliches Programm, vorwiegend bestückt mit Referenten aus dem Kreis der deutsche ITI Fellows und Members, welches keinen Vergleich zu scheuen brauchte.

Im direkten Vorfeld des Kongresses fand erneut das vielbeachtete Innovationsforum der Industrie statt, in welchem namhafte Referentinnen und Referenten den Blick auf implantologische Zukunftsthemen legten.

Ebenfalls in der „Ägide Wahl“, wie ITI Past-Präsident Professor Dr. Dr. Weingart es nannte, wurde die Zusammenarbeit mit den Zahntechnikern intensiviert, was beim diesjährigen ITI Kongress erneut zu einem Parallelprogramm für Zahntechniker und zu gemeinsamen Podien für Zahnärzte und Zahntechniker geführt hat.

„Die Schnittstelle Zahntechnik – Zahnmedizin muss mit Leben erfüllt werden!“, so der langjährige ITI Fellow Zahntechnikermeister Christian Müller, der auch Chairman einer Session für Zahntechniker war.

Impressionen aus Dresden

Verleihung des André Schroeder Research Prize

Bei einer solch attraktiven Location, einem so attraktiven Programm ließ es sich ITI Präsident Professor Dr. David Cochran nicht nehmen, die weite Reise aus den Vereinigten Staaten von Amerika auf sich zu nehmen und nach Deutschland zu kommen.

Tief beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der deutschen Sektion oblag dem Weltpräsidenten des einzigartigen implantologischen Netzwerkes auch gleich eine sehr angenehme Pflicht – die Verleihung des André Schroeder Forschungspreises, der dieses Jahr an die singapurische Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Wah Ching Tan.

Der mit 20.000 Schweizer Franken dotierte Preis erhält Frau Dr. Tan für ihre Forschungsergebnisse über den Einfluss systemischer Antibiotikagabe bei Implantatbehandlungen.

Bei dieser Multicenterstudie konnten Frau Kollegin Tan und Kollegen keine signifikanten Unterschiede bezüglich postoperativer Komplikationen zwischen Patienten, die Antibiotika erhalten hatten und solchen, die keine erhalten hatten, feststellen.

Somit klares Fazit der frischgebackenen Preisträgerin „bei unkomplizierten implantologischen Eingriff am gesunden Patienten und ohne Augmentation ist eine  Antibiose nicht erforderlich!“

Implantologische Versorgungskonzepte

Direkt im Anschluss an die Preisverleihung ließ es sich Professor Cochran auch nicht nehmen, den ersten Beitrag zum wissenschaftlichen Programm beizusteuern; der ITI Weltpräsident sprach über Implantatdesign sowie Hart- und Weichgewebsstabilität.

Professor Cochran, der an der Universität San Antonio (Texas, USA) als Parodontologe und Implantologe lehrt, definierte den Erfolg und die Stabilität der Osseointegration eines oralen Implantates anhand zahlreicher Studien der ITI Gruppe.

„Der Erfolg eines Implantates, sein Verbleib im Munde und das Ausbleiben von Komplikationen ist vorhersagbar!“, so Cochran und fügte an, „wenn parodontologische Erkenntnisse und speziell implantologische, wie z.B. das Implantatdesign beachtet werden! Sie haben die Wahl!

Großen Einfluss haben hier neben dem eigentlichen Implantatdesign vor allem die Implantatoberfläche und die Höhe der Beschichtung in Relation mit der Knochenhöhe bei der Insertion des künstlichen Zahnpfeilers. Hohe Wertigkeit weist der texanische Hochschullehrer dem Platform-Switch-Konzept zu, welches er als „optimalen Kompromiss“ sieht.

Ideal an die Kernaussagen seines Vorredners anknüpfend ergriff ITI Past-Präsident Professor Daniel Buser das Mikrofon, der seine Ausführungen der Darstellung verlässlicher Konzepte für den Implantations- und Belastungszeitpunkt widmete.

„Wir sind in der Implantologie heute in einer Phase der Routine!“, was u.a. mit einer Form der Gelassenheit zu tun hat, stellte Buser dar. „Mit der Routine kommt aber auch der Anspruch, dass eine solche implantologische Versorgung eine Verbleibdauer im Munde von mehr als 30 Jahren und das Ausbleiben von Komplikationen aufweisen sollte!“

Garant hierfür ist die korrekte Platzierung des Implantates. Das Implantat muss komplett vom Knochen bedeckt sein und von einer gesunden, keratinisierten Mukosa umgeben sein.

Bezüglich des Implantationszeitpunktes nach Extraktion favorisiert der Berner Hochschullehrer klar einen möglichst frühen, ggf. sogar sofort nach Extraktion des nicht erhaltungswürdigen Zahnes. Voraussetzung hierfür sind aber gute anatomische Gegebenheiten und ein hervorragendes Können des Implantologen. Trifft eines oder beides nicht zu ist der verzögerten Sofortimplantation der Vorzug zu geben.

Kaum ein Wissenschaftler hat das Internationale Team für Orale Implantologie derart beeinflusst wie es Buser tat. Aus diesem guten Vierteljahrhundert hervorragender Wissenschaft konnte der ITI Past-Präsident ein schier nicht enden wollendes Feuerwerk wissenschaftlicher Daten und Falldokumentationen abfeuern.

Dem Hamburger Hochschullehrer Professor Guido Heidecke gelang es, anhand ausgezeichnet dokumentierter Fallbeispiele und ausgewählter Literatur, überaus überzeugend darzustellen, wie Implantate Kaufähigkeit und Lebensqualität unserer Patienten zu verbessern vermögen.

Der Chef der Abteilung für Zahnersatzkunde an der Hamburger Universitätszahnklinik führte aus, dass Kauvermögen und Lebensqualität synonym zu führen sind.

Offen sei jedoch die Frage, wie vieler Implantate es für die Erzielung einer solch guten Kaufunktion bedürfe. Fest steht nur, dass der Verlust des ersten Molaren von Patienten mit einem erheblichen Verlust von Lebensqualität einhergeht.

Beim erforderlichen Ersatz durch Implantate präferiert der Hamburger Prothetikchef eindeutig rein implantatgetragene Versorgungen und erteilt den früher sehr beliebten und verbreiteten Verbundbrücken aufgrund schlechter Langzeitdaten eine klare Absage.

Bei der Frage festsitzend oder abnehmbar liegt, so Heidecke, keine klare Datenlage in der Literatur vor, ebenso wenig wie für die Frage der für eine festsitzende Versorgung erforderlichen Anzahl von Implantaten. Limitierend sind hier neben Patientenerwartungen, auch ästhetische Aspekte und die anzutreffende Ausgangssituation (z.B. Grad der Atrophie).

Heideckes Take-Home-Message: „Setzen Sie in jedem Falle auf das Prinzip Sicherheit!“

Unbedingt benötigt, oft vernachlässigt und mitunter unterschätzt – Priv.-Doz. Dr. Arne Böckler widmete seinen Vortrag dem implantologischen Abutment und sprach über die „Evidenz prothetischer Verbindungselemente“.

Der Hallenser Hochschullehrer zeigte, dass zu Unrecht implantatprothetischen Verbindungselementen allgemein eine geringe Wertigkeit zugemessen wird, während auf Implantate (was „drunter“ ist) und Restaurationen (was „drauf“ ist) sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Einen ganz außergewöhnlichen Aspekt präsentierte Böckler, indem er auf die Wichtigkeit der Patientencompliance auch bei implantologischen Verbindungselementen hinwies. Es war sicherlich nur einem kleinen Teil des Auditoriums bekannt, dass bei schlechter Mundhygiene Magnetabutments, die die Haftung einer Totalprothese unterstützen sollen, korrodieren können!

„Kurze und schmale Implantate versus Augmentation: chirurgische und prothetische Aspekte“ – in der Tat ein brisantes Thema, das von einem Referentenduo dargestellt wurde!

Mit Professor Stefan Wolfart und Professor Hendrik Terheyden ergriffen auch zwei ausgewiesene Experten ihrer Fachgebiete das Mikrofon, steht Wolfart doch der Prothetischen Abteilung der Universität Aachen vor und hat sich Terheyden in den letzten Jahren doch einen hervorragenden Ruf als Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg erarbeitet.

Dieser Themenbereich war bereits bei den Fellow-Beiträgen zum wissenschaftlichen Programm behandelt worden und auch wenn die universitären Referenten die Augmentation weiterhin als probates und sinnvolles Mittel zur Kompensation kompromittierter Knochenareale darstellten, so scheinen minimalinvasive Verfahren unter Verwendung kurzer und durchmesserreduzierter Implantate ein gewisses Umdenken in der Implantologie hervorgerufen zu haben.

Die scharfe Trennungslinie zwischen strikten Befürwortern von Augmentaten und möglichst langen und breiten Implantaten und denen, die solche invasiven Verfahren in jedem Falle vermeiden wollen, beginnt sich allmählich zugunsten einer patientenindividuellen Betrachtungsweise und Entscheidungsfindung aufzulösen.

Digitale und digital unterstütze Versorgungskonzepte

„Sie brauchen nicht auf die digitale Zahnheilkunde zu warten, sie sind schon längst darin angekommen!“ – treffender hätte man es nicht formulieren können, wie es im Rahmen des bereits erwähnten Innovationsforums der Industrie Professor Tim Joda dies tat.

Er und Frau Professor Julia Wittneben gaben einen furiosen Auftakt zum Themenbereich „Digitale Zahnheilkunde“, welches dann im wissenschaftlichen Programm nahtlos weitergeführt wurde. Professor Sven Reich sprach über die „Bedeutung des intraoralen Scannings in der Implantologie“, faszinierend die von ihm dargestellten Optionen, wo überall die digitale Kette bereits heute in die Implantologie einzugreifen vermag.

Gewohnt eloquent und charmant zugleich stellte Professor Petra Gierthmühlen (geb. Güß) die Chancen und Risiken vollkeramischer Restaurationen dar.

Ob Joda, Wittneben, Reich oder auch Gierthmühlen, alle sind sie im positiven Sinne „Digital Besessene“ und in der Tat, wir sind in der digitalen Zahnheilkunde bereits angekommen. Dies haben die Referenten überaus überzeugend unter Beweis gestellt.

Bei aller Überzeugung, bei aller Faszination, wiesen diese jedoch auch auf eine recht dürftige Datenlage und auch auf Limitationen hin.

Nach wie vor sind eher kleine Restaurationen „volldigital“ herzustellen. Bei sehr großen, oder auch bei abnehmbaren Restaurationen ist der Zu- und Rückgriff auf konventionelle Verfahren sinnvoll und geboten.

Vollkeramik hatte auch Priv.-Doz. Dr. Michael Gahlert im Sinn, wenn auch in etwas abgewandelter Form.

Dem Münchener Praktiker, der jedoch auch stark wissenschaftlich tätig ist, sind wesentliche Arbeiten, die zur Entwicklung der Zirkonoxid-Implantat-Linie der Firma Straumann führten, zu verdanken und so war Gahlert auch im wissenschaftlichen Programm klar gesetzt: „Keramikimplantate in der klinischen Bewährung“, sein Thema.

Ebenso klar seine Aussage: Keramikimplantate, wie diese nunmehr von Straumann in den Markt eingeführt wurden, sind klinisch bewährt und wiesen die gleichen Erfolgsraten und Sicherheiten wie solche aus Titan auf! Unterschiede indes gibt es bei der Insertion solcher vollkeramischer Implantate und in der Osseointegrationsphase, wo bei dem momentan verfügbaren einteiligen Zirkonoxid-Implantate besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen sind.

Wer Gahlert kennt, der weiß, dass im letzten Teil seiner Referate auch stets ein Ausblick in die Zukunft fester Bestandteil seiner fundierten Ausführungen ist.

Diese Einschätzung galt auch für Dresden: Mit einem Hinweis auf die Entwicklung eines zweiteiligen Systems und auf eine durchmesserreduzierte Variante schloss der Münchener Oralchirurg seine Ausführungen.

Vorträge ITI Fellows

Eine Besonderheit Deutscher ITI Kongresse – Fellows referieren zu relevanten Themen der Implantologie. Die Resonanz auf diesen „Fellow-Block, wie er intern genannt wird, war bereits beim letzten ITI Kongress in Köln schlichtweg überwältigend und so war es auch in Dresden.

Wenn man sich die dargestellten Themen vergegenwärtigt, so ist dies auch keineswegs verwunderlich, denn von Bone Splitting-Stabilisationstechniken, Implantate bei Bisphosphonattherapie, Vermeidung von Augmentationen durch Verwendung kurzer Implantate, Reinigung von Implantatoberflächen durch verschiedene Verfahren, Präsentation einer Ein-Jahres-Studie mit Vollkeramikimplantaten bis hin zur verschraubten vollkeramischen Restauration – es wurde eine ganze Reihe „heißer implantologischer Eisen“ angefasst.

Take-Home-Messages

Wichtig für die Kongressteilnehmer – die „Take-Home-Messages“ der vornehmlich in eigener Praxis tätigen ITI-Fellows, mit denen alle, dem Kongressmotto überaus gerecht wurden:

Priv.-Doz. Dr. Dr. Stricker – „Beim Bone Splitting führt eine laterale Augmentation mit einem bewährten Knochenmaterial und dessen Fixation mit einer Pin-fixierten Membran zu deutlich besseren Ergebnissen!“

Dr. Dr. Andreas Hentschel – „Kurze Implantate (8–9 mm Länge) sind im Seitenzahnbereich des Unterkiefers eine hervorragende und bewährte (ca. 98 % Erfolg nach drei Jahren) Alternative zu längeren nach Augmentation!“

Professor Dr. Anton Friedmann – „Auch bei Bisphosphonateinnahme sind Insertionen vom Implantaten mit sehr gutem Erfolg möglich!“

Dr. Georg Bach – „Es gibt zahlreiche sinnvolle Optionen für die Dekontamination keimbesiedelter Implantatoberflächen in der Periimplantitistherapie. Am besten schnitten laserunterstützte Verfahren und die Photodynamische und die Photothermische Therapie ab.“

Professor Dr. Heinz Kniha –„Auch unter Würdigung der stringenten Vorgaben der Tarnow-Regeln weisen Zirkondioxid-Implantate hervorragende ästhetische Ergebnisse auf!

Dr. Kay Vietor – „Monolythische, vollkeramische, verschraubte Kronen-Abutment-Einheiten sind eine bewährte und hervorragende Versorgungsalternative im Front-, Eckzahnbereich und in der Prämolarenregion!“

Das Streitgespräch           

Ebenfalls eine ITI Besonderheit, wenn auch in letzter Zeit in mehr oder weniger abgewandelter Form bei dem einen oder anderen Fachkongress wiederzufinden – das Streitgespräch!

Auch wenn das diesjährige Thema noch vor wenigen Jahren vermutlich zu einem echten kollegialen Streit hätte führen können – „Soft Tissue Level versus Bone Level“ ging es den Diskutanten dieses Jahr weniger um die Kontroverse als vielmehr um die Darstellung der individuellen Vor- und Nachteile der jeweiligen Versorgungsphilosophie.

Und dies gelang – unter der souveränen Moderation von ITI Past-Präsident Professor Dieter Weingart – Professor Petra Gierthmühlen, Dr. Dr. Andreas Hentschel, ZTM Andreas Kunz und Professor Andreas Schlegel auch überaus überzeugend. Salomonisch auch das Fazit dieser interessanten Diskussionsrunde: Beide Verfahren habe ihre Berechtigung seit längerem unter Beweis gestellt, so fußt die heutige Wahl „Bone oder Tissue Level“ längst nicht mehr auf einer „implantatphilosophischen“ Fragestellung, sondern eher auf der Lokalisation des geplanten Implantates (Front- oder Seitenzahnbereich), bzw. auf patientenspezifischen Gegebenheiten.

Der besondere Vortrag

Kongresspräsident Professor Gerhard Wahl war es gelungen für den „besonderen Vortrag“ einen wahrhaft besonderen Referenten zu gewinnen.

Mit dem Bonner Hochschullehrer und früheren Verfassungsrichter Professor Udo Di Fabio konnte einer der momentan profiliertesten und eloquentesten Referenten gewonnen werden. Di Fabio zeichnet indes kein durchweg positives Bild und zeigte auf, wie sehr die (zahn-)ärztliche Freiberuflichkeit durch nationale und internationale (EU-)Entwicklung gefährdet ist. Einziger Lichtblick und Tipp des renommierten Juristen zugleich: „Mit dem allgemein anerkannten und nicht in der Diskussion stehenden Prinzip der Therapiefreiheit haben Sie ein ungemein macht- und wirkungsvolles Instrument in der Hand – nutzen Sie es!“

Programm für Zahntechniker

Eine Intensivierung und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Zahntechnikern und Zahnärzten ist seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen des ITI.

So verwundert es nicht, dass Zahntechnikerinnen und Zahntechniker nicht nur ausdrücklich zu dem Deutschen ITI Kongress eingeladen wurden, sondern auch ein eigenes Programm für sie eingerichtet wurde.

Und es war dann schon ein wenig das „Who is Who“ der deutschen Spitzenzahntechniker, welches Beiträge zu diesem Parallelprogramm für Zahntechniker beisteuerte.

Ob Volker Weber, German Bär, Andreas Kunz, oder Otto Prandtner, es waren durchweg überaus namhafte Referenten, die die Fallen und Chancen der Implantatprothetik darlegten.

Lebhafte und engagierte Diskussionen zeigten, wie sehr alle vier Referenten mit ihren Ausführungen die Bedürfnisse des Auditoriums erfüllt haben.

Vor allem die Ehrlichkeit der Referenten überzeugte, wenn ein renommierter Referent wie ZTM German Bär einräumte – „wenn Sie genug in Ihrem Labor zu tun haben, dann ist die Verkürzung der Anfertigungszeiten durch Verwendung digitaler Verfahren weder immer möglich, noch relevant!“

Auch ein Könner, wie ZTM Andreas Kuntz, der das Auditorium mit zahlreichen hervorragenden Fallbeispielen zwischenzeitlich nahezu berauschte, hinterfragte seine eigene Aussage „Ja, wir können heute die ästhetischen Defizite unserer Patienten vollends rekonstruieren – aber die Frage, die sich stets stellt, ist die der Langlebigkeit solcher aufwändigen Rekonstruktionen.“

Hier sind viele Lernkurven erforderlich, z.B. die massive Verlängerung der Keramikabkühlphasen von Zirkondioxidversorgungen, aber auch die konsequente Anwendung des Backwardplanning-Konzeptes.

Und der aus dem Umfeld der Zirkonoxid-Implantat-Pioniere Gahlert-Kniha in München tätige Zahntechnikermeister definierte den wesentlichen Unterschied zwischen Zahntechnik und Zahnmedizin: „Liege ich bei der zahntechnischen Ausführung etwas daneben, dann korrigiere ich eben. Steht das Implantat daneben, ist alles verloren!“. Somit definierten alle vier zahntechnischen Referenten die stringente Abstimmung zwischen Chirurgie und Zahntechnik und einen möglichst frühzeitigen Beginn der gemeinsamen Planung als oberste Priorität.

ITI Online Academy

Dem frischgebackenen deutschen Sektionsvorsitzenden, Professor Dr. Dr. Kleinheinz oblag es, die im vergangenen Jahr gestartete Online-Plattform der ITI, die Online Academy vorzustellen.

Diese war direkt nach dem offiziellen Start im Rahmen des ITI Weltkongresses in Genf furios gestartet und hat nun bereits eine treue Usergemeinde.

Kleinheinz gelang es bereits nach wenigen Minuten das Auditorium in seinen Bann zu ziehen und darzustellen, welche vielfältigen Optionen diese Lernplattform bietet und wie facettenreich deren Angebote sind.

Professor Kleinheinz, als Chef der rührigen deutschen ITI Sektion, fasste nach zwei überaus interessanten und inhaltsreichen Kongresstagen in der ihm eigenen Prägnanz zusammen, als er auf seinen Eindruck vom gerade zu Ende gegangenen Kongress angesprochen wurde:

„Wir als deutsche ITI sind vollkommen zufrieden!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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