Branchenmeldungen 06.03.2026
Keine gute Idee: Das sollten Gründer/-innen vermeiden
Was nach Verantwortung aussieht, erschwert Führung jedoch erheblich. Unternehmerische Wirksamkeit entsteht nicht durch permanente Anstrengung, sondern durch Klarheit und die Bereitschaft, sich von Stress erzeugenden Denk- und Handlungsweisen zu trennen. Dieser Beitrag gibt ein paar Tipps an die Hand, was man lassen sollte, um mit der eigenen Führungskompetenz ans Ziel zu kommen.
1# Gefallen wollen statt Orientierung geben
Konflikte zu vermeiden, wirkt zunächst diplomatisch, führt aber zu unklaren Entscheidungen und schwammigen Erwartungen. Mitarbeitende spüren diese Unsicherheit sofort und reagieren mit Rückfragen, Rückzug oder Frustration. Orientierung entsteht nicht durch Harmonie, sondern durch Verlässlichkeit.
Wirksame Führung heißt:
Entscheidungen klar zu treffen und sachlich zu vertreten, auch dann, wenn sie nicht allen gefallen.
2# Dauerbeschäftigung statt unternehmerischer Steuerung
In der Gründungsphase wirkt alles wichtig. Wer auf jedes Thema sofort reagiert, verliert jedoch die Übersicht. Arbeitstage verlaufen ungeplant und Entscheidungen werden situativ statt strategisch getroffen.
Wirksame Führung heißt:
Prioritäten zu setzen und bewusst zu entscheiden, was warten darf. Der Anspruch, alles schaffen zu wollen, ist unrealistisch und produziert noch mehr Stress.
3# Perfektion als innerer Antreiber
Ein hoher Qualitätsanspruch gehört zur Praxis. Problematisch wird er, wenn Perfektion zur Messlatte für jede Entscheidung wird. Prozesse verlangsamen sich, Energie geht im Detail verloren und Aufgaben werden zu spät fertiggestellt. Unentschlossenheit und Sorge, Fehler zu machen, kosten langfristig mehr Kraft als eine klare und schnelle Entscheidung.
Wirksame Führung heißt:
Tragfähige Entscheidungen im richtigen Moment zu treffen und nicht alles fehlerfrei machen zu wollen.
4# Durchhalten statt Energie managen
„Ich kann erst Pause machen, wenn alles fertig ist.“ „Jetzt ist keine Zeit, auf mich zu achten.“ „Andere verlassen sich auf mich, ich muss funktionieren.“ Diese inneren Sätze führen dazu, dass Erschöpfung ignoriert und Entscheidungen unter Druck getroffen werden. So ist die Zusammenarbeit angespannt und die Klarheit leidet. Die Entscheidungsqualität sinkt, Stress steigt.
Wirksame Führung heißt:
Innehalten, Regeneration ernst nehmen, dann entscheiden. Ohne Energie gibt es keinen nachhaltigen Erfolg.
To-dos für gesunde Klarheit
Treffen Sie Entscheidungen nach Wirkung, nicht nach Zustimmung
Legen Sie für wichtige Entscheidungen einen klaren Maßstab fest, z.B.: Was entlastet Praxis und Team in den nächsten sechs Monaten am meisten? Entscheiden Sie konsequent danach, auch wenn nicht alle einverstanden sind.
Arbeiten Sie mit drei klaren Wochenfokussen statt endlosen To-do-Listen
Definieren Sie zu Beginn jeder Woche drei Schwerpunkte, die wirklich Wirkung haben. Fragen Sie sich: Was muss diese Woche unbedingt erledigt werden und was kann warten? Richten Sie Ihre täglichen Entscheidungen an diesen Fokussen aus.
Treffen Sie Entscheidungen nicht aus Erschöpfung
Unterbrechen Sie bewusst, wenn Druck und Anspannung hoch sind. Erst Abstand gewinnen, dann entscheiden. Planen Sie Erholung und Fokuszeiten so verbindlich wie Termine.
Fazit
Erfolg und wirksame Führung entstehen nicht automatisch mit dem eigenen Praxisschild. Sie entwickeln sich dort, wo Gründer/-innen erkennen, wie sie sich selbst ausbremsen und beginnen, ihr Führungsverhalten bewusst zu gestalten.
Unternehmertum und Führung zeigen sich im täglichen Wirken: Treffe ich Entscheidungen, um Orientierung zu geben oder um Harmonie zu sichern? Beschäftige ich mich mit dem Dringenden oder mit dem Wirksamen? Entscheide ich aus Klarheit oder aus Perfektionsdruck? Und handle ich aus stabiler Energie oder aus Erschöpfung? Wer diese Fragen ehrlich beantwortet und danach handelt, schafft die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und echte Wirksamkeit im Team.
Weiteren Input zum Thema bietet die Autorin über ihre Coaching-Agentur auf:
Autorin: Jutta Rebernik