Branchenmeldungen 03.08.2021

Premiere für die BONE AUGMENTATION WEEK

Premiere für die BONE AUGMENTATION WEEK

Foto: SDS Swiss Dental Solutions AG

Das SWISS BIOHEALTH EDUCATION CENTER startete Anfang Juni dieses Jahres mit einem neuen, praktisch orientierten Fortbildungskonzept. 50 chirurgisch versierte Zahnärzte trafen sich in Kreuzlingen zur ersten BONE AUGMENTATION WEEK (BAW), um sich neuestes Wissen aus erster Hand über die Themen Keramikimplantologie und Knochenaugmentation anzueignen. Neben Referentinnen und Referenten aus dem Team der SWISS BIOHEALTH ACADEMY rund um Inhaber des EDUCATION CENTER Dr. Karl Ulrich Volz hielt auch Prof. Dr. Dr. Dr. Shahram Ghanaati als Gastreferent einen zweitägigen Vortrag. Der BONE AUGMENTATION CONGRESS rundete die Woche mit Fallvorstellungen zu dem neuartigen „Bone Implant Stabilization System (BISS)“ ab.

Der Standort des SWISS BIOHEALTH EDUCATION CENTER in Kreuzlingen in der Schweiz ermöglichte es, dass unter Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln im Juni wieder Präsenzfortbildungen stattfinden konnten. Die Referenten der SWISS BIOHEALTH ACADEMY vermittelten ihr Fachwissen über dreidimensionale Knochenaugmentationsmethoden und wesentliche operative Techniken – schwerpunktmäßig in Verbindung mit Keramikimplantaten der Firma SDS Swiss Dental Solutions. Innerhalb der intensiven Trainingswoche von Montag bis Freitag wurden die Themen Knochenmetabolismus, Blut, Weichgewebsheilung sowie OP- und Nahttechniken stets unter Berücksichtigung der Biologischen Zahnheilkunde beleuchtet. Der anschließende CONGRESS am Samstag und Sonntag bot die Möglichkeit des kollegialen Erfahrungsaustausches mit den vorgestellten Behandlungsmethoden.

In der drei Wochen zuvor stattgefundenen CERAMIC IMPLANTOLOGY WEEK konnten bereits die grundlegenderen Aspekte von Biologischer Zahnmedizin und Keramikimplantologie erlernt werden. Die Tage der WEEKS sind immer in aufeinander aufbauende Level unterteilt. Live-Demonstrationen und Hands-on-Kurse untermauern das neu erlangte Wissen, da jeder Teilnehmer seinen eigenen Arbeitsbereich mit den benötigten Werkzeugen und Materialien zur Verfügung hat. Die BAW war weit im Voraus mit 50 Teilnehmern ausgebucht.

Ein zentraler Bestandteil war dabei das von Dr. Karl Ulrich Volz und Prof. Dr. mult. Shahram Ghanaati entwickelte „Bone Implant Stabilization System (BISS)“, welches im Rahmen von abschließenden Live-Operationen durch die Referenten der Vortage live inseriert wurde.

Level 1 & 2 – Fokus: Knochen, Blut & Weichgewebe

Grundlage für den Erfolg einer Knochenaugmentation bildet das Wissen um die Mechanismen der Knochen- und Wundheilung. Prof. Dr. mult. Shahram Ghanaati, leitender Oberarzt der Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie und stellvertretender Klinikdirektor der Universitätsklinik in Frankfurt am Main, gilt als Vorreiter auf diesem Gebiet. Seinen Vortrag in den ersten zwei Tagen der BAW untermauerten aktuelle wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse seines Forschungslabors FORM-Lab (Frankfurt Orofacial Regenerative Medicine). Inhaltlich stand das von ihm entwickelte Open Healing Protocol in Verbindung mit dem BISS sowie das PRF (Platelet Rich Fibrin) im Fokus.

Das Open Healing Protocol nach Ghanaati liefert einen revolutionären Lösungsansatz, mithilfe bestimmter Knochenersatzmaterialien Knochen dreidimensional aufbauen zu können, ohne Druck auf das Augmentat auszuüben und das Vestibulum verstreichen zu lassen. PRF ist eine fibrinreiche, körpereigene Matrix, welche durch Zentrifugation von Eigenblut gewonnen wird und die komplikationsfreie Wundheilung unterstützt. Das von Prof. Ghanaati selbst etablierte LSCC-(Low-Speed Centrifugation Concept-)Protokoll liefert eine Basis für die einfache Umsetzung der PRF-Techniken in der eigenen Praxis. Durch seinen interaktiven Vortrag konnte Prof. Ghanaati Fallbeispiele, Tipps und Erfahrungswerte seiner enormen Berufsexpertise den Teilnehmern auf einer sympathischen, zwischenmenschlichen Ebene mit auf den Weg geben.

Level 3 – Fokus: OP-Techniken

Den dritten Tag füllten weitere intensive Vorträge für den chirurgisch versierten Zahnarzt, wobei Inhalte wie Schnitt- und Nahttechniken, interner und externer Sinuslift sowie spezielle Augmentationstechniken thematisiert wurden. Vermittelt wurden die Techniken einerseits von Dr. Karl Ulrich Volz, Inhaber des Swiss Biohealth Education Center, der Swiss Biohealth Clinic sowie der Firma SDS Swiss Dental Solutions, andererseits von Dr. Rebekka Hueber, Oralchirurgin und leitende Zahnärztin der Swiss Biohealth Clinic, sowie vom Zahnarzt der Klinik Moritz Kneer.

Mit dem neu erlangten Wissen juckte es den teilnehmenden Zahnärzten in den Fingern: Die Ausbilder projizierten Live-Demonstrationen zu den vorgestellten Techniken mithilfe der Kopfkamera ihrer Lupenbrille auf eine sieben Meter breite Leinwand, welche die Zahnärzte an ihrem eigenen Platz unmittelbar selbst anwenden und üben konnten. An speziellen Kunstkiefern mit Gingiva-Imitationen wurden beispielsweise minimalinvasive Schnitt- und Nahttechniken erprobt. Anleitungen zum externen und internen Sinuslift wurden durch die referierenden Zahnärzte gegeben. Knochenscheiben wurden mithilfe der Khoury-Technik verschraubt oder auch die sogenannte Letter- oder die Markisentechnik wurde vorgestellt und alle chirurgischen Methoden anschließend durch die Teilnehmer nachgemacht. Alle Eingriffe wurden dabei stets mit minimalinvasiven, nervschonenden Piezo-Instrumenten durchgeführt.

Fehlen durfte zudem nicht die Vorstellung des neuartigen Parallel-Guide-Systems „Anatomical Implantation Method (AIM)“. Dieses schafft eine völlig neue Möglichkeit der präzisen Implantatinsertion der Firma SDS Swiss Dental Solutions mithilfe der Einbeziehung des Canalis incisivus – ohne jegliche Vorplanung mittels Bohrschablonen. Im Hands-on-Teil konnte das Navigationssystem getestet und das AIM-Set der Firma SDS im Anschluss für die eigene Praxis käuflich erworben werden. Abschließendes Highlight und der „König“ unter den vorgestellten Techniken war das „Bone Implant Stabilization System (BISS)“, das ebenfalls in all seinen Details demonstriert und an den Modellkiefern direkt erprobt werden konnte. Die Insertion in den Modellkiefer beim Hands-on diente der benötigten Zertifizierung der Teilnehmer, um das BISS-Tray von SDS erwerben und in der eigenen Praxis inserieren zu dürfen. Dabei konnten die Teilnehmer zwischen dem Starter- sowie dem Professional-Set wählen. Durch die Anwendung dieser Techniken lässt sich unmittelbar ein hochästhetisches, postoperatives Ergebnis im Sinne der „Rebuild Aesthetics Procedures (RAP)“ realisieren.

Alle vorgestellten OP-Techniken werden von der SWISS BIOHEALTH ACADEMY zusammenfassend unter dem Prinzip der „Guided Augmentation Procedures & indication-based bone augmentation procedures (GAP)“ zusammengefasst, welche wiederum alle in einem detaillierten Handbuch („GAP 2.0“) schriftlich und mit veranschaulichenden Bildern festgehalten wurden. Das umfangreiche Handbuch wurde am letzten Tag exklusiv an die Kursteilnehmer ausgeteilt.

Level 4 – Live-OPs

Um den Teilnehmern schließlich Sicherheit in der praktischen Umsetzung der Techniken der Vortage mit auf den Weg geben zu können, bot der letzte Fortbildungstag in Kreuzlingen ein zahnmedizinisches Spektakel: Die beiden Oralchirurginnen der Swiss Biohealth Clinic Dr. Rebekka Hueber und Dr. Josephine Tietje sowie Dr. Karl Ulrich Volz und Prof. Dr. mult. Shahram Ghanaati höchstpersönlich operierten parallel in den Behandlungszimmern der Swiss Biohealth Clinic, wobei jedes Zimmer mit jeweils fünf Full-HD-Kameras und jeder Behandler mit eigenem Mikrofon ausgestattet war.

Alle Operateure inserierten bei stark reduziertem Knochenangebot das BISS im Rahmen von dreidimensionalen Knochenaufbaumaßnahmen nach dem GAP-Prinzip – zum Teil unmittelbar mit den keramischen Sofortimplantaten oder mithilfe des AIM-Sets der Firma SDS. Die 50 Teilnehmer konnten im Fortbildungssaal parallel alle drei OPs sowohl über einen der drei Audiokanäle mit Kopfhörern live mithören als auch über drei unterschiedliche Leinwände jeden chirurgischen Handgriff live mitverfolgen. Diese Ausstattung der Klinik sowie des Fortbildungszentrums in Kreuzlingen mit modernster Audio- und Kamera-Technik ermöglicht überhaupt derartige Live-Operationen. In der SWISS BIOHEALTH CLINIC werden zudem auch im Alltag bzw. unabhängig von Fortbildungen diverse Operationen aufgezeichnet und interessierten Zahnärzten online im Sinne von Live-Hospitationen interessierten Zahnärzten zur Verfügung gestellt.

Im Anschluss an die mehrstündigen OPs standen die Operateure den Kursteilnehmern im Education Center wieder Rede und Antwort, sodass offene Fragen geklärt werden konnten und Raum für interessanten fachlichen Austausch entstand. Die operierten Patienten sind alle wohlauf und schilderten zum Teil noch am darauffolgenden Tag auf der Bühne ihren Genesungsfortschritt.

Der zweitägige BONE AUGMENTATION CONGRESS konnte als weiteres Zusatzprogramm zusätzlich zur BAW oder auch separat gebucht werden. Zahnärzte aus ganz Deutschland, die bereits praktische Insertionserfahrung mit dem BISS vorzuweisen hatten, konnten hier ihre Fälle vorstellen und boten so eine ideale Plattform für fachliche Diskussionen unter den zahnärztlichen Kollegen.

Fazit

Dr. Karl Ulrich Volz gilt als Vorreiter der wissenschaftlich belegbaren biologisch-immunologischen Zahnheilkunde und als Pionier für Keramikimplantate. Er greift dabei auf belegbare Resultate aus 30 Jahren Praxistätigkeit und über 25.000 persönlich gesetzte Keramikimplantate zurück. Diese Fachexpertise nutzt er, um in seinem Fortbildungszentrum zu lehren, wie man erfolgreich mit Keramik implantiert, Fehler vermeidet und dass Keramik einfacher ist – aber anders. Mit Prof. Dr. mult. Shahram Ghanaati als weiteren Referenten in Kreuzlingen kann das Fortbildungszentrum nun auf noch mehr plastisch-kieferchirurgische Erfahrung sowie universitär-wissenschafliche Erkenntnisse zurückgreifen.

Für diejenigen, die eine intensive, praxisbezogene Schulung im Bereich der Knochenaugmentation anstreben und dabei auch die biologischen Aspekte der Zahnmedizin berücksichtigen wol- len, bietet die BONE AUGMENTATION WEEK ein ideales neues Fortbildungskonzept.

Die nächste BAW wird im November 2021 wieder im SWISS BIOHEALTH EDUCATION CENTER in Kreuzlingen stattfinden (genauere Informationen gibt es zeitnah auf der Website von SDS). Einen weiteren Kurs rund um das Thema Knochenaugmentation nach dem GAP-Prinzip wird es in Form der BONE AUGMENTATION DAYS bereits vom 14. bis 17. September in Frankfurt am Main geben. Hierbei werden die gleichen theoretischen und praktischen Inhalte wie bei der BAW durch Prof. Ghanaati sowie das Team der SWISS BIOHEALTH ACADEMY zeitlich kompromittierter vermittelt und wieder in Form von Hands-on-Kursen erprobt. Den Abschluss des Kurses in Frankfurt bildet der BLOOD CONCENTRATE DAY, an welchem Prof. Ghanaati die teilnehmenden Zahnärzte durch das Symposium leiten wird.

Autorin: Caroline Vollmann

Dieser Beitrag ist im Implantologie Journal erschienen.

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