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Branchenmeldungen 16.12.2019

Snus boomt: Schweizer Zahnärzte sind alarmiert

Snus boomt: Schweizer Zahnärzte sind alarmiert

Im vergangenen Sommer wurde der Konsum des Oraltabaks Snus in der Schweiz legalisiert. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewinnt das Snusen aber bereits seit Jahren an Attraktivität. Zahnärzte fürchten, die Risiken werden verharmlost.

Mit dem Urteil des Bundesgerichts im Juni 2019 wurde das Snus-Verbot in der Schweiz gekippt. Die Schweiz geht damit deutlich weiter als alle anderen EU-Staaten – mit Ausnahme von Schweden, wo der rauchfreie Tabak seinen Ursprung hat.

Was als „Trenddroge“ im Profisport, insbesondere im Eishockey, begann, hat in der Schweiz längst das Sportfeld verlassen. So hat sich der Konsum nach Angaben des Blauen Kreuzes Bern-Solothurn-Freiburg von 2013 bis 2018 mehr als verdreifacht. Diesen Umstand unterstreicht auch die Zollstatistik: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Import verdoppelt. Allein in 2019 sollen mehr als 200 Tonnen Dreh-, Schnupf- und Kautabak importiert worden sein, so die Aargauer Zeitung.

Während die Tabakindustrie Snus als ungefährliche Alternative zu Zigaretten anpreist, sind Zahnärzte aufgrund der Risiken für die Mundgesundheit zunehmend beunruhigt. So sei der Oraltabak insbesondere für das Zahnfleisch kritisch, da Snus immer an derselben Stelle im Mund positioniert werde, wie nau.ch berichtete. Studien konnten bereits belegen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der oralen Leukoplakie (weisse Läsion der Mundschleimhaut) und Snus besteht. Diese wiederum können sich zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln.

Das Einbeziehen des Snuskonsums im Anamnesebogen scheint daher sinnvoll. Bei positivem Ergebnis sind Aufklärung vonseiten der Zahnärzte sowie kürzere Recallabstände empfehlenswert.

Foto: pfheonixx22 – stock.adobe.com

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