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Branchenmeldungen 08.04.2021

Studie zur Zahnarztangst: Die Schweden leiden besonders

Studie zur Zahnarztangst: Die Schweden leiden besonders

Foto: pathdoc – stock.adobe.com

In Schweden hat etwa jeder fünfte Erwachsene Angst vor dem Zahnarzt – zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der Universität Göteborg. Obwohl die Zahl in den letzten Jahren zurückgegangen ist, stellt die Angst vor den Bohrern nach wie ein Problem für Schwedens öffentliche Gesundheit dar.

Für die Studie wurden landesweit 3.500 erwachsene Schweden zufällig ausgewählt. 19% der Teilnehmenden berichteten von einem gewissen Grad der Zahnarztangst oder gar von einer Phobie. Davon bezeichneten 4,7% ihre Zahnarztangst als schwer, 4,5% als mittelschwer und 9,8% als niedrig. Die restlichen 80,9% gaben an, keine Angst vor dem Zahnarzt zu haben – dieser Anteil ist mehr als doppelt so hoch als in einer Vergleichsstudie aus den Sechzigern, in welcher 38,5% der Befragten angaben, keine Zahnarztangst zu haben. Die federführende Wissenschaftlerin Lisa Svensson freut sich über die Ergebnisse und betont, dass die Präventivzahnmedizin für Kinder und Jugendliche ein wesentlicher Faktor für die Verbesserung gewesen sei. Dadurch konnten Kinder in der Vergangenheit für eine gute Mundhygiene sensibilisiert und die allgemeine Zahngesundheit infolge verbessert werden, was die Notwendigkeit umfangreicher zahnärztlicher Eingriffe in jungen Jahren verringert hat. Eine gute Beziehung zwischen Zahnarzt und Patient sind laut Svensson in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtige Faktoren gewesen. Jedoch sei die Zahnarztangst noch so stark verbreitet, dass sie nach wie vor ein Problem darstelle. Bei ihren Promotionsstudien konzentrierte sich Svensson insbesondere auf Patienten mit schwerer Angst. Von diesen gaben 85% an, dass ihr tägliches Leben durch Mund- oder Zahnprobleme beeinträchtigt wird, und 78% gaben an, regelmäßig starke Zahnschmerzen auszuhalten. Die Gründe für eine Zahnarztangst sind vielfältig: „Hochgradig ängstliche Menschen haben oft negative Erfahrungen mit Zahnbehandlungen gemacht, die mit starken Schmerzen einhergehen. Das Gefühl der Verletzlichkeit kann aber auch auf frühere Trauma-Erfahrungen, wie gewaltsame Angriffe auf das Gesicht oder sexuellen Missbrauch, zurückzuführen sein“, so Svensson. „Bei den hochgradig ängstlichen Studienteilnehmern waren Schmerzen sowie das Gefühl, keine Kontrolle zu haben, die häufigsten Ursachen für eine Zahnarztangst.“

Zahnärzte und ihr Team kommen im Praxisalltag täglich mit Angstpatienten in Kontakt. Selbst Menschen mit einer schweren Phobie gehen regelmäßig zum Zahnarzt. Wenn sich Zahnärzte und ihr Personal vermehrt für das Thema der Zahnarztangst sensibilisieren und sich dazu weiterbilden, ist es laut Svensson möglich, auch diesen Menschen eine umfassende präventive Zahnheilkunde teilwerden zu lassen.

Quelle: idw–Informationsdienst Wissenschaft

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