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Branchenmeldungen 08.07.2019

Zahnmedizin 4.0 und 25 Jahre DH in Deutschland

Nadja Reichert
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Zahnmedizin 4.0 und 25 Jahre DH in Deutschland

Im vergangenen Jahr feierte das Zahnmedizinische FortbildungsZentrum Stuttgart (ZFZ) das 25. Jubiläum seiner Sommer-Akademie. In diesem Jahr zog die Deutsche Gesellschaft für Dentalhygieniker/Innen e.V. (DGDH) mit ihrer 25. Jahrestagung nach. Gleichzeitig wurden aber auch „25 Jahre DH in Deutschland“ gefeiert. Dazu lud das ZFZ am 5. und 6. Juli mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm nach Ludwigsburg ein. 

Bereits 2018 war die Jahrestagung der DGDH der Sommer-Akademie des ZFZ vorangestellt. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit wird auch 2019 fortgesetzt. Am 4. Juli begann die 25. Jahrestagung der DGDH. Bis zum Freitagmittag wurde auf ein Vierteljahrhundert Dentalhygiene mit zahlreichen Ehrungen zurückgeblickt. So wurden langjährige Mitglieder der DGDH gewürdigt, welche sich besonders um die Gesellschaft verdient gemacht hatten. Gleichzeitig wurde auch ein vielfältiges Vortragsprogramm geboten, dass die zentralen Themen der Arbeit einer Dentalhygienikerin/eines Dentalhygienikers aufgriff.

Von Halitosis bis Patientenkommunikation

Das Programm stand unter der Leitung der DGDH-Vorsitzenden Sylvia Fresmann. Zu Beginn gab Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen, MS /Bonn einen Überblick zur neuen PA-Klassifikation. Wie Patienten, die unter Halitosis leiden, behandelt werden können, stellte dagegen Prof. Dr. Michael J. Noack/Köln vor. Einen biologischen Ansatz für Therapiestrategien von Parodontitis gab Dr. Margit Schütze-Gößner/Attnang-Puchheim (Österreich) in ihrem Vortrag zum Thema „Parodontopathien aus der Betrachtung der mitochondrialen Dysfunktion“, während Univ.-Prof. Dr. Nicole B. Arweiler/Marburg auf alternative Behandlungskonzepte in der Zahnarztpraxis einging. Im abschließenden Vortrag zeigte Dr. Christian Bittner/Salzgitter, wie man Missverständnisse innerhalb des Praxisteams und mit den Patienten vermeiden kann. Nach so einem umfangreichen Update in puncto Prophylaxe gab es für die rund 450 Teilnehmerinnen viel zu besprechen. Und da das 25. Jubiläum der DGDH-Jahrestagung natürlich nicht ohne eine ordentliche Feier vonstattengehen kann, kam hier das abendliche Dinner im Innenhof des Forums am Schlosspark Ludwigsburg – Sektempfang inklusive – wie gerufen.

Zentraler Blick auf das Praxisteam

Am Freitagvormittag wurde die Würdigung des Berufs Dentalhygieniker/-in fortgesetzt. Der Festakt „25 Jahre DH in Deutschland“, organisiert vom ZFZ Stuttgart, stellte durch zahlreiche Grußworte hochkarätiger Festredner die Wichtigkeit des Berufs heraus. Zu diesen gehörten u.a. Dr. Peter Engel/Köln, Präsident der Bundeszahnärztekammer, und Dr. Torsten Tomppert/Esslingen, Präsident der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg. Zudem wurden die besten Absolventinnen der DH-Kurse des ZFZ Stuttgart der Jahre 2014 bis 2019 ausgezeichnet. Ergänzt wurde das Festprogramm durch die Vorträge von Prof. Dr. med. dent. Christof Dörfer/Kiel zur Parodontologie als Fundament der modernen Zahnmedizin, Univ.-Prof. Dr. Gernot Wimmer/Graz über den Zusammenhang von Parodontologie und Allgemeinmedizin sowie Priv.-Doz. Dr. Christian Graetz/Kiel zur Prävention, Therapie und parodontalen Nachsorge.

Am Nachmittag schloss sich dann die 26. ZFZ Sommer-Akademie unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Johannes Einwag und Dr. Eberhard Montigel (Vorsitzender Verwaltungsrat ZFZ Stuttgart)/beide Stuttgart an. Die Akademie stand unter zwei zentralen Mottos: „Gemeinsam sind wir stark“ und „Zahnmedizin 4.0 – Prophylaxe ist mehr als Mundhygiene“. Traditionell wurde zunächst über den Tellerrand geblickt, und statt rein zahnmedizinischer Themen ging es vor allem um Zusammenarbeit und die zunehmende Digitalisierung des Alltags. So stellte Prof. Dr. Josef H. Reichhoff/Neuötting die Bedeutung der Symbiose als zentralen Bestandteil des Lebens heraus und Robotikexperte Anton Reindl/München erläuterte, wie weit die Forschung in puncto Roboter als Hilfen im Alltag ist. Highlights des Freitagsprogramms waren die Vorträge von Mentaltrainer Markus Koch/Baar-Ebenshausen sowie der Digitaloptimistin und Kabarettistin Prof. Dr. Elisabeth Heinemann, welche die Teilnehmer nicht nur mit viel Humor, sondern auch „Mitmach-Gelegenheiten“ begeisterten.

Und traditionell darf natürlich auch das Abendprogramm der Sommer-Akademie nicht fehlen, bei dem auch der Deutsche Preis für Dentalhygiene verliehen wurde. In diesem Jahr durfte sich Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger über die Auszeichnung freuen.

Prophylaxe mit dem „Plus“ 

Am Samstag drehte sich dann noch einmal alles um die Parodontologie und Prophylaxe. Dabei ging es immer um das „Plus“. Dr. Steffen Rieger/Reutlingen widmete sich etwa dem Thema „Biofilmmanagement mechanisch plus Chemie“, Prof. Dr. Christopher J. Lux/Heidelberg dem Thema „Gerade Zähne plus gesunder Zahnschmelz“. Dr. Yvonne Jockel-Schneider stellte verschiedene Prä- und Probiotika in der Parodontitistherapie vor, während Prof. Dr. Diana Wolff/Tübingen auf die Möglichkeiten „bioaktiver“ Restaurationen einging. Abschließend schärfte Dr. Elma Ludwig mit einer Demonstration den Blick für die Zahnmedizin im Alter und betonte dabei, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig und umfassend auf ältere und alte Patienten richtig einzustellen.

Begleitet wurden beide Kongresse von einer umfangreichen Industrieausstellung führender Hersteller, auf der neue Produkte vorgestellt und wertvolle Anwendungshinweise gegeben wurden.

 

 

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