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Branchenmeldungen 20.04.2017

Zwei Zahnärzte wegen Betrugs vor Gericht

Jana Schikora
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Rund 130.000 Euro haben zwei Zahnärzte aus Dessau-Roßlau durch falsche Abrechnungen ergaunert. 42 Betrugsfälle konnten ihnen bis jetzt nachgewiesen werden. Aktuell setzt sich das Landgericht Halle mit dem Fall auseinander.

Seit 2006 sollen eine Zahnärztin und ein Zahnarzt, die zusammen in einer Gemeinschaftspraxis tätig waren, die Krankenkassen um rund 130.000 Euro betrogen haben. Bis 2011 rechneten sie teilweise Leistungen, die der eine erbrachte, auch unter dem Namen des anderen ab. Die Kassen zahlten so für die gleiche Leistung, die nur einmal erbracht wurde, doppelt.

Nach fünfeinhalb Jahren flog der Schwindel dann auf. Bei einer routinemäßigen Überprüfung einer der Praxen wurden die falschen Abrechnungen gefunden. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung erstattete damals sofort Anzeige gegen die Praxisinhaber. Da der Fall jedoch so umfangreich ist – die Anklageschrift misst 135 Seiten – wird er erst jetzt am Landgericht Halle verhandelt.

Der Zahnarzt hatte seine kassenzahnärztliche Zulassung direkt nach Auffliegen des Betrugs freiwillig abgegeben und arbeitet seitdem nur noch privatzahnärztlich. Der Zahnärztin würde im Falle einer Verurteilung der unfreiwillige Entzug ihrer kassenzahnärztlichen Zulassung drohen. Zudem könnten die beiden Mediziner zu bis zu 15 Jahren Haft verurteilt werden.

Da ein Teil der Betrugssumme aber bereits zurückgezahlt wurde, wird die Strafe vermutlich milder ausfallen. Im Falle eines Geständnisses könnte die Zahnärztin ihre kassenzahnärztliche Zulassung sogar behalten und es würde lediglich eine Bewährungsstrafe von einem Jahr drohen. Bisher haben sich die beiden Angeklagten im Prozess noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Quelle: volksstimme.de

Foto: Andrey Popov – stock.adobe.com
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