Anzeige
Wissenschaft und Forschung 10.02.2016

Herpes: Auslöser für gefährliche Viren entdeckt

Katja Scheibe
Katja Scheibe
E-Mail:
Herpes: Auslöser für gefährliche Viren entdeckt

Jeder der ein Lippenherpes schon einmal hatte, kennt das unangenehme Gefühl – es juckt, brennt und spannt. Wissenschaftler der University of North Carolina haben jetzt in einer Studie den Auslöser für die Entstehung der lästigen Bläschen entdeckt.

Herpes simplex ist eine hochansteckende Viruserkrankung und kann von zwei Virustypen ausgelöst werden (HSV1, HSV2). Ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Der HSV1-Virus ist für die unangenehmen Lippenbläschen, Herpes labialis, verantwortlich und überträgt sich beim Küssen. Wer einmal mit diesem Virus in Berührung kommt, trägt den Herpesvirus ein Leben lang in sich. Ist das Immunsystem durch eine Erkrankung oder Stress geschwächt, kann es zum Ausbruch der Viren kommen. Allerdings tritt es nicht bei jedem Menschen nach der Ansteckung zum wiederholten Mal auf.

In einer Studie haben Wissenschaftler der University of North Carolina jetzt den Auslöser für die Aktivierung der Herpesbläschen gefunden. In ihren Untersuchungen infizierte das Forscherteam Mäuse mit dem Herpes-simplex-Virus. Zunächst zeigten sich keine Auffälligkeiten. Nach der Zugabe eines Stresshormons vermehrten sich die Viren und es kam zum Ausbruch der Erkrankung. Dabei stellten die Forscher fest, dass durch die Zugabe des Stresshormons ganz bestimmte Proteine im Körper der Mäuse reagierten und den Ruhezustand der Herpesviren durch einen Mechanismus reaktivierten. Das dafür verantwortliche Protein namens c-Jun N-terminale Kinasen (JNK) ebnete den Viren durch eine klar strukturierte Abfolge den Weg über die Nervenbahnen in die äußere Haut-Schleimhaut-Grenze. Mit dieser Erkenntnis gelang es den Forschern, in weiteren Experimenten das Grundmuster der Signalkaskade mit einem geeigneten Hemmstoff zu blockieren und somit die Ausbreitung der Herpesviren zu verhindern. Nachfolgende Untersuchungen sollen jetzt zeigen, ob die Unterdrückung mit dem Hemmstoff auch bei Menschen funktioniert.

Quelle: UNC Health Care and UNC School of Medicine

Foto: © krishnacreations – Fotolia
Modifizierter Herpes-Virus stoppt Hautkrebs
Erhöht Herpes das Alzheimer-Risiko?
Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige