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Wissenschaft und Forschung 20.04.2017

In nur einer Sitzung zum aseptischen Wurzelkanal

Jana Schikora
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Wurzelkanalbehandlungen sind bei Patienten besonders gefürchtet; um so ärgerlicher ist es, wenn Rückstände von Bakterien zu einer erneuten Infektion führen, ein weiterer Termin fällig wird und gar der Zahn am Ende doch extrahiert werden muss. Ein Forscherteam des King’s College London hat jetzt eine Methode entwickelt, mit der eine Wurzelkanalbehandlung in nur einer Sitzung erfolgreich ist.

Die Methode nennen die Wissenschaftler SafeRoot. Mit ihr soll es möglich sein, bereits während der Wurzelkanalbehandlung Bakterien zu identifizieren und einen aseptischen Kanal zu erhalten. Bisher, so die Studie, gibt es noch keine Methode, mit der überprüft werden kann, dass der Wurzelkanal auch garantiert frei von Bakterien ist.

Einen aseptischen Kanal herzustellen, ist deshalb so wichtig, da so Folgebehandlungen vermieden werden. Diese gehen nicht nur mit Schmerzen für den Patienten einher, auch am Zahn muss erneut gebohrt werden, was zu weiterem Dentinverlust führt und im ungünstigsten Fall die Extraktion zur Folge hat. Mit SafeRoot wird also auch so viel des natürlichen Zahnes wie möglich erhalten.

Mithilfe fluoreszierender Farbstoffe und einem Fluoreszenzspektroskop kann innerhalb weniger Minuten nach der Wurzelkanalbehandlung nach Bakterien gesucht werden. In Kontrolldurchläufen während der Studie gelang dies binnen drei Minuten.

Für die neue Methode sind keine zusätzlichen klinischen Schritte während der Wurzelkanalbehandlung nötig, sodass sich die Behandlungszeit an sich nicht verlängert. SafeRoot kommt bei der Trockenlegung des Wurzelkanals mittels Papierspitzen zum Einsatz und signalisiert dem Zahnarzt, wann der Kanal aseptisch und somit bereit für die Füllung ist.

SafeRoot erspart somit nicht nur Zeit, da keine Folgebehandlungen mehr nötig sind, sondern auch Schmerzen aufseiten der Patienten sowie Kosten für das Gesundheitssystem. Wann die neuartige Methode auch in Deutschland verfügbar ist, ist leider noch nicht bekannt. Sollte sie sich allerding in der Praxis bewähren, dürfte eine Einführung nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die vollständige Studie gibt es hier.  

Quelle: Journal of Dental Research

Foto: bigguns – stock.adobe.com
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