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Wissenschaft und Forschung 20.11.2020

Ablösung: Eigenes Gewebe statt Wurzelkanalbehandlung?

Ablösung: Eigenes Gewebe statt Wurzelkanalbehandlung?

Die Zahnerhaltung ist das höchste Ziel eines jeden Endodontologen. US-amerikanische Forscher prüfen derzeit ein neues Verfahren, welches diesem Ziel noch näherkommen soll als die klassische Wurzelkanalbehandlung. Grundlage dieser Therapieform ist die Transplantation von eigenem Gewebe, welches Pulpa und Dentin so regenerieren soll, dass eine „normale“ Pulpaphysiologie wiederhergestellt werden kann.

Die Studie wird von Forschern der UCLA School of Dentistry, USA, durchgeführt, wie dailymail.co.uk berichtete. 50 Teilnehmer zwischen sieben und 50 Jahren wurden randomisiert zwei Gruppen zugeordnet: Eine Gruppe erhält die neuartige Gewebetransplantation, die andere Hälfte eine gängige Wurzelkanalbehandlung.

Das neue Verfahren sieht die Entnahme der Pulpa – wenn vorhanden, aus einem anderen extrahierten Zahn des Patienten – vor. Diese wird klein gehäckselt und mit Blut des Patienten, welches zuvor mit Wachstumsfaktoren und Verbindungen, um Stammzellen zu aktivieren, angereichert wurde, vermengt. Nachdem der Wurzelkanal gereinigt und von Bakterien befreit wurde, wird die breiige Mischung hineingeführt.

Die Studie sieht regelmäßige Check-ups nach sechs, zwölf und 24 Monaten vor. Dabei kontrollieren die Wissenschaftler neben dem Stand der periapikalen Entzündungen die Empfindlichkeit der Pulpa auf Temperatur und Strom sowie Änderungen der Dicke des Wurzeldentins, der Wurzellänge und Wurzelkanalverkalkung.

Die größte Herausforderung der autologen Gewebetransplantation wird der Umgang mit Infektionen durch Bakterien sein. Erste Ergebnisse werden gespannt im Sommer 2021 erwartet.

Foto Teaserbild: edwardolive – stock.adobe.com

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