Anzeige
Wissenschaft und Forschung 24.10.2018

„Molar Mic“ – Telefonieren bald über die Zähne möglich?

„Molar Mic“ – Telefonieren bald über die Zähne möglich?

Lächeln, die tägliche Nahrungsaufnahme – all das ist ohne Zähne kaum denkbar. Aber telefonieren? US-Wissenschaftler haben ein Gerät entwickelt, das eine störfreie Kommunikation über die Zähne erlauben soll.

Telefonieren ohne Headset und dennoch beide Hände frei: Dank der innovativen Erfindung des kalifornischen Unternehmen Sonitus Technologies könnte dies bald Realität sein. Zunächst ist die Nutzung des „Molar Mics“ allerdings für das Militär vorgesehen. Das US-Verteidigungsministerium (DoD) hat jüngst zehn Millionen US-Dollar in das Projekt investiert, wie defenseone.com berichtet.

Wie der Name „Molar Mic“ bereits verrät, wird es an den oberen Molaren angebracht. Dabei passt es sich den individuellen Gegebenheiten des Trägers an. Das wasserdichte Mundstück, mit wiederaufladbarer kabelloser Batterie, ist Lautsprecher und Mikrofon in einem. Gesprochen wird wie gewohnt, übertragen wird das Audiosignal mithilfe der Near Field Magnetic Induction (NFMI). 

© Sonitus Technologies

Beim Empfängerfunkgerät wird das Signal in Schwingungen umgewandelt. Der Schall wird so über Kiefer- und Schädelknochen an das Innenohr geleitet. Der Effekt: Das Gesprochene klingt, als käme es aus dem eigenen Kopf. Das erfordert eine kurze Eingewöhnungszeit von ca. drei Wochen. Der Vorteil dabei ist, dass der Ton direkt, ohne Störgeräusche beim Empfänger ankommt.

Ein Aspekt, der sich nicht nur bei militärischen Einsätzen, sondern ebenso bei Berufen mit hohem Geräuschpegel oder z.B. bei komplexen Rettungsaktionen auszahlen würde.

Ob Zahnärzte das „Molar Mic“ auch bald auf ihrem Behandlungsstuhl bei Patienten entdecken werden, bleibt abzuwarten.

Foto: Sonitus Technologies
Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige