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Wissenschaft und Forschung 09.01.2017

Tod unter Narkose: Minimieren kombinierte OPs die Risiken?

Tod unter Narkose: Minimieren kombinierte OPs die Risiken?

In den letzten Monaten häuften sich die Berichte darüber, dass es bei zahnärztlichen Behandlungen von Kindern unter Anästhesie vermehrt zu Komplikationen kam – nicht selten endeten diese mit dem Tod (ZWP online berichtete). Um die Gefahr zu minimieren, sollen zukünftig mehrere Operationen gleichzeitig durchgeführt werden. Das hat die American Society of Anesthesiologists (ASA) jetzt in ihrem jährlichen Meeting vorgeschlagen.

Herzversagen, Atemstillstand, Koma – obwohl die Verwendung von Anästhetika noch nie so sicher war wie heutzutage, geben die vielen Nachrichten über Kinder, bei denen es unter Narkose zu Komplikationen kommt, zu denken. Die American Society of Anesthesiologists möchte deshalb jetzt dentale und nicht dentale Behandlungen, bei denen die Patienten sediert werden müssen, kombinieren. So soll nicht nur das Risiko einer Komplikation verringert, sondern auch das Wohlbefinden der Patienten durch weniger Klinikaufenthalte erhöht und Kosten gesenkt werden. In einer Studie mit 55 Kindern wurde eine solche kombinierte Operation bereits getestet. Alle Teilnehmer erhielten sowohl eine zahnmedizinische als auch eine nicht dentale Behandlung, alles in einer Sitzung unter Narkose. Bei 87 Prozent der Patienten verlief der Eingriff reibungslos, nur in sieben Fällen traten kleinere Nebenwirkungen wie Fieber, Erbrechen oder Schmerzen auf. Vier Kinder mussten allerdings zusätzlich im Krankenhaus behandelt werden, da eine Infektionsgefahr bestand. Dennoch sehen die Mitglieder der ASA die Vorteile vorwiegend in den Kosten. Alle 55 Operationen zusammen kamen auf eine Ersparnis von rund 150.000 Dollar. Besonders in den USA, in denen Klinikaufenthalte schnell sehr teuer werden können, kein unwichtiges Argument.

Logistisch gesehen ist eine Zusammenführung verschiedener Operationen zwar ein schwieriges Unterfangen, elektronische Krankenakten können aber Einblicke geben, welche Eingriffe bei einem Kind nötig oder in Planung sind. Auch lassen sich natürlich nicht alle OPs mit einer weiteren vereinbaren – Eingriffe am Herzen oder mit erhöhter Infektionsgefahr sollten nach wie vor immer eigenständig durchgeführt werden. Das Zusammenlegen kleinerer Prozeduren ist nach Meinung der American Society of Anesthesiologists aber durchaus eine Überlegung wert. Ob zukünftig ein Zahn gezogen und gleichzeitig der Blinddarm entfernt wird, gilt aber noch abzuwarten.

Quelle: sciencedaily.com

Foto: © famveldman – fotolia.com
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