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Wissenschaft und Forschung 01.07.2020

Neue Studie: Zahnprothesen können Leben verlängern

Neue Studie: Zahnprothesen können Leben verlängern

Verschiedene Studien konnten bereits Hinweise dafür liefern, dass Zahnverlust im Alter das Mortalitätsrisiko erhöht. Wie ein internationales Forscherteam nun herausfand, lässt sich dieses Risiko durch Tragen von Zahnprothesen verringern.

Grundlage ihrer Erkenntnisse war eine prospektive Kohortenstudie aus China. Insgesamt flossen Daten von 36.283 Teilnehmern aus verschiedenen Provinzen Chinas ein, die mindestens 65 Jahre alt waren. 41 Prozent der Personen waren männlich. Der mediane Beobachtungszeitraum lag bei drei Jahren, betrug höchstens 16 Jahre, sodass alles in allem fast 146.000 Beobachtungsjahre zur Verfügung standen.

Das Team aus US-amerikanischen und chinesischen Wissenschaftlern konnte den Zusammenhang zwischen Zahnverlust und Mortalität nicht nur bestätigen, sondern in Bezug auf die Anzahl der Zähne konkretisieren. Sie fanden heraus, dass sich ein zusätzliches Mortalitätsrisiko bei Minimum 25 Zähnen vermeiden lässt. Ein allmählicher Anstieg der Mortalität war ab 20 Zähne und darunter zu beobachten. Bei zehn bis 19 Zähnen lag der Hazard Ratio (HR) bei 1,14, bei einem bis neun Zähnen war er bei 1,23 und Teilnehmer ohne Zähne wiesen einen HR von 1,35 auf. Die Forscher gehen davon aus, dass mit dem Verlust der Zähne auch das Kauvermögen und somit der Ernährungszustand abnimmt. Das deckt sich mit ihren BMI-Werten: Je weniger Zähne die Teilnehmer hatten, umso geringer war dieser.

Interessanterweise sank das Risiko, wenn die Patienten eine Zahnprothese besaßen. Der Nutzen war jedoch bei Männern größer als bei Frauen und nahm mit steigendem Alter ab.

Die Studie ist im BMC Oral Health erschienen.

Foto Teaserbild: gballgiggs – stock.adobe.com

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