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Abrechnung 04.03.2019

Abrechnungstipp: Regresssicher dokumentieren!

Gabi Schäfer
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Abrechnungstipp: Regresssicher dokumentieren!

In meinen Seminaren wird von den Teilnehmern immer wieder der Wunsch an mich herangetragen, mehr zur regresssicheren Abrechnung und Dokumentation zu erfahren. Da man am besten aus den Fehlern anderer lernt, stelle ich nachfolgend ein Beispiel aus meiner Beratungspraxis vor.

Ein Zahnarzt wurde von der Prüfungsstelle aufgefordert, eine Stellungnahme zu seinen endodontischen Behandlungen abzugeben und hatte mich gebeten, bei den Vorbereitungen mitzuwirken. Meine Durchsicht der Karteikarten ergab die übliche Mängelliste:

  • Patienten erschienen mit Beschwerden, nur wurden diese nicht aufgeschrieben.
  • Weder die Diagnose noch eine Indikation waren dokumentiert.
  • Bei Röntgenaufnahmen fehlte die Auswertung.
  • Die Aufklärung der Patienten erfolgte mündlich, nur war nichts vermerkt.
  • Die Behandlungsdokumentation bestand nur aus Gebührenziffern.

Die Nerven des „Prüflings“ lagen schon blank, zumal er gerade einen Kürzungsbescheid über einen fünfstelligen Betrag im Bereich PAR erhalten hatte. Bei seinen häufigen Anrufen musste ich ihn immer wieder beruhigen und motivieren und dachte mir so: „Wie schön wäre es doch, wenn Behandlungsdokumentationen zur Endodontie wie folgt aufgebaut wären“:

  • Der Grund: Warum kommt der Patient? Welche Beschwerden gibt er an?
  • Die Untersuchung: Sensibilitätsprüfung und das Ergebnis, Eingangsröntgenaufnahme mit Auswertung.
  • Die Diagnose: Zum Beispiel undichte Füllung, ausgedehnte Karies.
  • Die Indikation gemäß Richtlinien: Zum Beispiel Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe.
  • Die Aufklärung: Diagnose, Behandlungsverlauf, Risiken der Behandlung und der Nichtbehandlung, Behandlungsalternativen, ggf. zusätzliche Kosten der Behandlung, Einwilligung des Patienten in die Behandlung.
  • Die Behandlung: Wurde anästhesiert, wenn ja wie und womit? Wurde eine Kofferdamisolierung vorgenommen? Wurde eine Füllung entfernt oder vielleicht eine Krone eröffnet? Welche Instrumente wurden für die Kanalerweiterung verwendet? Wie wurde die endodontische Arbeitslänge bestimmt? Wurden die Kanäle chemisch desinfiziert, wenn ja – wie? Welche Gründe gab es für die Notwendigkeit einer medizinischen Einlage, falls eine solche gelegt wurde? Wie wurde die Zugangskavität temporär verschlossen? Und so weiter.
  • Die Restauration: Konnte eine bestehende Restauration repariert werden? Welche definitive Versorgung ist geplant? Wurde der Patient über die Notwendigkeit einer solchen Versorgung aufgeklärt?
  • Kontrolle des Therapieerfolgs: Wurde der Patient über notwendige Kontrollen aufgeklärt – wie zum Beispiel eine Röntgenaufnahme nach ca. sechs Monaten?
  • Die Abrechnung: Ergibt sich aus der Behandlungsdokumentation und nicht umgekehrt!

Ein weiteres Thema war die Dauer endodontischer Behandlungen, die sich manchmal über mehrere Wochen und Monate hinzogen. Der von mir hierzu befragte Prof. Dr. Knut Merte (Leipzig) äußerte sich wie folgt:

„Es gibt zahlreiche, wenn auch häufig hinterfragte wissenschaftliche Daten, die für eine beziehungsweise zwei Behandlungssitzungen bei chronischer Läsion endodontalen Ursprungs sprechen (plausible Vorgehensweise); bei vitalen Behandlungsverfahren hingegen werden Ein-SchrittVorgehensweisen bevorzugt.“

Dies deckt sich auch mit der Stellungnahme des Endodontiebeirats der DGZMK, in der es heißt:

„Eine qualitätsorientierte Wurzelkanalbehandlung mit statistisch nachweisbar guter Langzeitprognose des Zahns ist nur möglich, wenn die fachlichen, instrumentellen, zeitlichen und auch finanziellen Rahmenbedingungen dies zulassen.“

Wenn ich dies im Seminar vortrage, stöhnen die Teilnehmer immer. Sie stöhnen aber auch über den Aufklärungsaufwand und sind stets überrascht, wenn ich ihnen zeige, wie einfach dies mit der Synadoc-CD funktioniert.

Auf www.synadoc.ch finden Sie neben der Möglichkeit, eine kostenlose Probeinstallation zu bestellen, auch Informationen zu Seminaren und Praxisberatungen.

Der Beitrag ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis erschienen.

Foto: visivasnc – stock.adobe.com

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