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Branchenmeldungen 05.11.2018

4. Fachtag Implantologie in Jena: Fortsetzung mit Premiere

4. Fachtag Implantologie in Jena: Fortsetzung mit Premiere

Nach drei gelungenen Events mit über 350 Teilnehmern fand am 3. November 2018 der 4. Fachtag Implantologie von Dentaurum Implants am Institut für Anatomie der Universität Jena statt. Über 110 Teilnehmer waren gekommen, um sich über Aktuelles aus der Implantologie im zahnmedizinischen Zusammenhang zu informieren. Das Ispringer Dentalunternehmen hatte zudem eine echte Weltneuheit im Gepäck.

Historisches Ambiente für aktuelle Themen

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Ralph Lehmann, Verkaufsleiter Dentaurum Implants Deutschland, erörterte Oberärztin Dr. med. Rosemarie Fröber von der Universität Jena nicht ohne Stolz die geschichtsträchtigen Räumlichkeiten des Institutes für Anatomie und gab einen interessanten Überblick über die Anfänge unter Werner Rolfinck im Jahr 1629, über die Studien Johann Wolfgang von Goethes zum damals noch umstrittenen Zwischenkieferknochen bis hin zum aktuellen Lehrbetrieb.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Im Anschluss eröffnete Priv.-Doz. Dr. Christian Graetz vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel, das eintägige Vortragsprogramm mit der Frage „Was tun, wenn der Patient beim Zähneputzen Blut sieht?“ und gab anhand von zahlreichen Fallbeispielen Handlungsempfehlungen zur Therapie sowie Prophylaxe von Gingivitis und Parodontitis. Da sich beide biofilmassoziierten, multifaktoriellen Infektionserkrankungen nur durch mechanische Hilfsmittel entfernen lassen, stellte er eine Studie zwischen Hand-, Schall-, Ultraschall- und Piezoscalern sowie Pulver-Wasserstrahl-Geräten vor, die deren Effizienz in Abhängigkeit zur Destruktion der Zahnoberfläche verglich.

Anästhesie: Weniger ist oft mehr

Im folgenden Vortrag widmete sich Priv.-Doz. Dr. Peer Kämmerer, leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Mainz, aktuellen zahnmedizinischen und rechtlichen Empfehlungen zur differenzierten Lokalanästhesie und stellte die These auf: „One fits all“ ist out. Bei jährlich ca. 70 Mio. Injektionen in Deutschland mahnte er eindringlich zur ausführlichen Anamnese, der Auseinandersetzung mit dem obligatorischen Gesundheitsfragebogen sowie zum persönlichen Arzt-Patienten-Gespräch, um die Komplikationsrate bei Anästhesien konstant niedrig zu halten. Egal ob Lokal-, Leitungs-, Infiltrations- oder Intraligamentäre Anästhesie: Ein Umdenken bezüglich der oft pauschal enthaltenen Adrenalinkonzentration sei in vielen Fällen angebracht, so Dr. Kämmerer.

Topographische Anatomie

Nach einer Kaffeepause beleuchtete Dr. rer. nat. Gudrun Stoya, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Jenenser Institut für Anatomie, die topographische Lage der Nerven im Spatium pterygomandibulare zueinander und brachte sowohl die anatomischen Grundlagen als auch die praktischen chirurgischen bzw. implantologischen Aspekte in Zusammenhang. Bevor ihr Kollege Dr. med. Joachim Hoffmann aus Jena mit seinen Ausführungen zu implantologischen Therapieoptionen fortfuhr, wich das Vortragsprogramm aus gegebenem Anlass vom geplanten Ablauf ab, um nicht weniger als eine Weltneuheit zu präsentieren.

Weltneuheit: Abutment Switch zu jeder Zeit

Jörg Fahrländer, Vertriebsleiter Inland bei Dentaurum, stellte voller Stolz das neue patentierte tioLogic® TWINFIT Implantatsystem vor, welches maximale Flexibilität von der Insertion bis zur prothetischen Versorgung bietet. Möglich wird dies durch den Abutment Switch: Zwei Anschlussgeometrien auf einem Implantat erlauben dem Behandler jederzeit, individuell zwischen den Abutment-Varianten Conical oder Platform zu entscheiden – ganz flexibel, genau so, wie es für den Patienten am besten ist. Mit dem Tiefenstopp-System für den situativen Einmalgebrauch ist eine sichere chirurgische Aufbereitung möglich. Außerdem ist das tioLogic® TWINFIT Implantatsystem mit all seinen Komponenten konsequent für den flexiblen digitalen Workflow ausgelegt.

Von Anwender zu Anwender

Als einer der ersten Anwender des neuen Systems knüpfte im Anschluss Dr. med. Joachim Hoffmann mit seinem Vortrag zu implantologischen Therapieverläufen und OP-Techniken an. Mittels Videosequenzen veranschaulichte er neuartige Praxisfälle wie beispielsweise Frontzahntraumata durch E-Bike-Unfälle und erläuterte das Vorgehen Step-by-Step, bevor erneut Dr. Gudrun Stoya das Wort ergriff und die histologischen Aspekte der Gewinnung autologer Weichgewebstransplantate beleuchtete.

Stiefkind Weichgewebschirurgie?

Nach der Mittagspause ging es für die Teilnehmer frisch gestärkt zurück in den Hörsaal, wo Dr. Daniel Schulz, Zahnarzt mit eigener Praxis in Henstedt-Ulzburg, über den oft vernachlässigten Teil der Implantattherapie referierte: die Weichgewebschirurgie. Um die gesetzten Ziele wie Langzeiterfolg und Ästhetik zu gewährleisten, stellte er anhand von Videosequenzen die Techniken Verschiebelappen, Bindegewebstransplantat sowie Schleimhauttransplantat in Form von Beispielen aus der Praxis vor.

Erhalt der Knochenstruktur nach dem „tissue management concept“

Den vielleicht spannendsten Vortrag des Tages lieferte Dr. Gernot Mörig aus Düsseldorf, der ein flammendes Plädoyer gegen den Einsatz von Knochenersatzmaterialien hielt. Anhand von eindrucksvollen Fallbeispielen demonstrierte er die Extrusion von scheinbar nicht erhaltungswürdigen Zähnen, die stets die Stimulation des körpereigenen Knochenwachstums zur Folge hat und so entweder die Rettung des Zahns bedeutet oder zumindest die ideale Vorbereitung für eine geplante Implantation bildet. Gleichzeitig demonstrierte er die Replantation einer Wurzelscheibe, die – korrekt eingesetzt – ebenfalls das Knochenwachstum anregt und einen echten Paradigmenwechsel in der Zahnmedizin markiert.

Digitalisierte Spionage – auch für Zahnarztpraxen ein Thema...

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Cem Karakayas Vortrag von der Kriminalpolizei München. Der Experte für Internetkriminalität gab Tipps, wie man sich vor Cyber-Verbrechen und Datenmissbrauch schützen kann. Er entlarvte Datenschutz-Schwachstellen vom Messenger-Dienst auf dem Smartphone über Online-Bezahlmöglichkeiten bis hin zu Streamingangeboten und warnte vor angeblich kostenlosen Dienstleistungen.

Während des gesamten Fachtags hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, die historische Präparateausstellung in den ältesten Räumen der Universität zu besichtigen. Sehenswert war außerdem die begleitende Dentalausstellung, die aktuelle Produkte von Dentaurum Implants und den Kooperationspartnern vorstellte.

Dem ältesten inhabergeführten Familienunternehmen Deutschlands ist es mit der erfolgreichen Fortsetzung des Fachtags Implantologie in Jena gelungen, erneut die zahnmedizinischen Grundlagen mit den praktischen Aspekten moderner Implantattherapie in Zusammenhang zu bringen und damit gemäß des eigenen Anspruchs, den Mensch in den Mittelpunkt allen Tuns zu stellen.

Foto: OEMUS MEDIA AG
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