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Branchenmeldungen 12.05.2020

Brot- und Butter-Instrument Diamantbohrer: Quo vadis?

Brot- und Butter-Instrument Diamantbohrer: Quo vadis?

Komet Dental ist seit jeher bekannt dafür, spannende Ideen aus Universität und Praxis aufzugreifen, zu verifizieren und im konkreten Fall in innovative Produkte umzusetzen. Dreh- und Angelpunkt ist dann Dr. Thorsten Bergmann, Leiter Produktentwicklung bei Komet Dental. Welches Entwicklungspotenzial sieht er beim Brot- und Butter-Instrument des Zahnarztes, dem Diamantbohrer?

Herr Dr. Bergmann, Komet hat im November 2019 eine Umfrage zur Kronenpräparation, Finitur und Politur in Auftrag gegeben. Verraten Sie uns ein paar Ergebnisse, die Sie bemerkenswert finden?

Ja, Komet Dental rückt im Jahr 2020 ganz besonders die Diamantinstrumente in den Fokus und führte deshalb eine Exevia-Umfrage durch. Auf die Frage, welche Körnung die Zahnärzte bei der Kronenpräparation bevorzugt einsetzen, antworteten 70 % mit grober Körnung. Mehr als zwei Drittel greift also zu Diamantinstrumenten mit grünem Farbring. Die große Mehrheit (86 %) führt außerdem eine Finitur bei der Kronenpräparation durch, davon die meisten am kompletten Stumpf. 80 % der Zahnärzte verwenden dafür Diamantfinierer. Und es freute mich sehr, zu lesen, dass für die Ausarbeitung okklusaler Compositefüllungen im Schnitt drei rotierende Instrumente benutzt werden. Das zeigt, dass hier differenziert vorgegangen wird.

Die Körnungsfrage scheint also ein großes Thema zu sein. Es heißt, dass an den deutschen Universitäten generell die Verwendung von supergroben Diamanten abgelehnt und eher mit feineren Körnungen präpariert wird. Das passt nicht mit dem zusammen, was Sie aus den Praxen hören, oder?

Da spielen, glaube ich, die wirtschaftlichen Aspekte einer Praxis mit hinein. Grob bzw. supergrob bedeutet bei der Kronenpräparation, dass viel Zahnhartsubstanz in kurzer Zeit abgetragen werden kann. Grundsätzlich darf jeder Zahnarzt seinen Weg gehen. Vielleicht liegt die Lösung in der goldenen Mitte: Mit einem groben oder supergroben Diamant die Primärpräparation vornehmen und dann zu feineren Körnungen wechseln. Egal wie, wir von Komet Dental geben da kein Präp-Schema vor. Wir wissen um die Vorlieben der niedergelassenen Zahnärzte und bieten ein breites Instrumentenspektrum an. Unser Produktportfolio ist ein Angebot für jeden Geschmack. Besonders hervorheben möchten wir unsere seit vielen Jahren sehr erfolgreichen S-Diamanten. Die Kombination aus einem strukturierten Rohling und einer groben Körnung (grüner Ring) machen sie zu sehr effizienten Instrumenten. Der zusätzliche Spanraum, den wir durch die Mehrkantstruktur des Rohlings gewinnen, erleichtert den Abtransport des abgeschliffenen Materials. Neu im Sortiment sind schwarze, also supergrobe, S-Diamanten. Wir entschlossen uns für die schwarzen S-Diamanten, weil wir den Bedarf von den Zahnärzten über unsere persönlichen Fachberater widergespiegelt bekamen. Zur Wiedererkennung haben alle S-Diamanten einen goldenen Schaft.

Abb. 2: Die Komet Themenwelt „Vollkeramik & CAD/CAM“ gibt Antworten auf: Wie gehe ich bei dieser Indikation Keramik-konform vor und – im nächsten Schritt – welche Instrumente helfen mir dabei? © Komet Dental

Schauen wir doch einmal über unsere Ländergrenzen hinweg: Wie wird international präpariert?

Da erleben wir oft ganz andere Muster: Aus Frankreich und den USA hören wir, dass für die Kronenpräparation gerne Körnungen eingesetzt werden, die noch gröber als supergrob sind. Deshalb haben wir für diese beiden Märkte die Produktlinie „Deep Purple“ entwickelt. Sie zeichnet sich durch eine extrem grobe Körnung aus. Italienische Zahnärzte hingegen arbeiten gerne filigran. Sie greifen bei der Finitur von Kronenstümpfen häufig zu Schallspitzen. Um länderspezifischen Anforderungen gerecht zu werden, stellt Komet Dental entsprechende Präparations-Sets mit den Meinungsbildern des jeweiligen Landes zusammen.

Wie hat Komet Dental auf die Einführung des intraoralen Scans reagiert?

Der Abdruck selbst ist kein Kernprozess im Geschäftsfeld von Komet Dental. Dennoch sind wir natürlich als Instrumentenhersteller indirekt am Erfolg eines korrekten Abdrucks beteiligt. Das bringt mich zur Keramik-gerechten Präparation. Um eine Keramik gerechte Präparation zu unterstützen brachten wir vor einigen Jahren die Expertensets für Keramik-Inlays und -Teilkronen (4562ST) bzw. Keramik-Kronen (4573ST) auf den Markt. Ergänzt um unseren Vollkeramik-Kompass. Mit diesem praktischen Ringbuch hat der Zahnarzt alle Präparations- und Bearbeitungsregeln für Keramik schnell zur Hand. Die Nachfrage nach dem Vollkeramik-Kompass und diesen Präparationssets ist bis heute ungebrochen. Gekoppelt mit Fachberichten und Fortbildungsveranstaltungen war und ist das schon eine sehr gute Basis für alle, die mehr zu Keramik-gerechter Präparation wissen möchten. Um dem großen Erklärungsbedarf aber noch professioneller zu begegnen, bieten wir auch digitale Themenwelten an, ganz konkret „Vollkeramik & CAD/CAM“.

Was ist in der Themenwelt „Vollkeramik & CAD/CAM“ zu finden?

Darin haben wir das komplexe Thema Keramikpräparation so heruntergebrochen, dass es autodidaktisch für den Zahnarzt viel leichter zu erlernen und umzusetzen ist (Abb. 2). Wir holen ihn bei der jeweiligen Indikation ab (z.B. Veneers, Okklusionsonlays, Inlays/Teilkronen oder klassische Kronen). Die Fragen zur korrekten Präparationstechnik sind mit Videos, vielfältigen Fachinformationen und Literaturhinweisen hinterlegt. Er muss nicht mehr suchen.

Abb. 3: Der OccluShaper aus dem Okklusionsonlay-Set: besonders in seiner Form und in zwei Größen, also für Prämolaren und Molaren, erhältlich. © Komet Dental 

Welche Kriterien müssen Diamantbohrer für zukünftige Behandlungsabläufe erfüllen?

Die Entwicklung neuer Materialien und Techniken wird von Komet Dental immer mit entsprechenden Instrumenten begleitet. Beispielhaft möchte ich hier direkte Kompositrestaurationen, Veneers und Okklusionsonlays als minimalinvasive Alternative zur Krone nennen. Gerade wenn die Kauflächen nicht durch Karies, sondern durch Erosionen und/oder Attritionen geschädigt sind, können diese Techniken die neue restaurative Antwort sein. Deshalb haben wir das Okklusionsonlay-Set 4665ST und das PVP-Set 4686ST auf den Markt gebracht. Die beiden Sets geben dem Zahnarzt in zweierlei Hinsicht Sicherheit: Sie geben ihm eine sichere Instrumentenabfolge vor und die Instrumente selbst besitzen Geometrien, die Präparationsfehler vermeiden.

Können Sie ein Beispiel für so ein innovatives Instrument nennen?

Unser OccluShaper (Figur 370) aus dem Set 4665ST! Für Okklusionsonlays würde der Zahnarzt einen Präp-Diamanten in Ei-Form einfach horizontal anlegen. Damit tut er sich aber schwer, die Höcker/Fossa-Relation der Kaufläche anatomisch korrekt und die Mindeststärken einzuhalten. Der OccluShaper ist von der Grundform her bekannt, und doch im Detail so anders. Er formt die Kaufläche anatomisch korrekt aus, weil er mittig an der Zentralfissur eine Rundung erzielt, also in die Tiefe geht, während er die Höcker schont, ja konvex abrundet. Er liefert schöne, weiche, geschwungene Übergänge. Mit diesem Instrument gelingt alles anatomisch korrekt (Abb. 3).

Das heißt strategisch für Sie im Komet Diamant-Jahr ...

... dass wir einerseits den unterschiedlichsten Nachfragen aus dem nationalen wie internationalen Märkten nachkommen und gleichzeitig das Ziel verfolgen, schlaue Lösungen für eine einfache, effiziente und sichere Präparation zu entwickeln. In der sprichwörtlichen Komet-Qualität.

Vielen Dank für das Gespräch.

Autorin: Dorothee Holsten

Foto Teaserbild: Komet Dental

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