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Branchenmeldungen 15.04.2019

Praxisorientiert – Das 3. Trierer Forum für Innovative Implantologie

Praxisorientiert – Das 3. Trierer Forum für Innovative Implantologie

Am 12. und 13. April fand zum dritten Mal das Trierer Forum für Innovative Implantologie statt. Mit bisher 80 bis 100 zahnärztlichen Teilnehmern ist die Veranstaltung bereits eine feste Größe in der Region Trier (Eifel-Mosel-Saar). In diesem Jahr konnten die Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, die Deutsche Gesellschaft für Orale Implantologie e.V. (DGOI) sowie die Landesverbände Rheinland-Pfalz der DGI, DGMKG und des BDO als Kooperationspartner gewonnen werden. Ziel der zweitätigen Veranstaltung unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Daniel Grubeanu war es, ein erstklassiges wissenschaftliches Vortragsprogramm mit renommierten Referenten auf regionaler Ebene zu schaffen.

Ein praxisorientierter Freitag

Den Auftakt machte am Freitagvormittag Iris Wälter-Bergob aus Meschede, die in ihrem Hygieneseminar Aufklärungsarbeit rund um das Thema Hygiene in der Praxis leistete. So beleuchtete sie unter anderem die sachgerechte Vorbereitung von Medizinprodukten sowie deren spezielle Aufbereitung. Indes gab es auf der anderen Moselseite ein Highlight für angehende Implantologen: In der Trierer Gemeinschaftspraxis porta dente wurde ein Pre-Congress Workshop von Prof. Dr. Daniel Grubeanu ausgerichtet, in welchem Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich mit dem Weichgewebe von Tierpräparaten vertraut zu machen, Implantate (BLT von Straumann und AnyRidge von MegaGen) zu setzen, die Vorzüge von bestimmten Nahttechniken bei der Wundversorgung zu erlernen und daneben noch Fortbildungspunkte zu sammeln. Grubeanu demonstrierte sowohl eine Spaltlappen- als auch eine Volllappenpräparation an einem Schweinekiefer. Er wollte die Teilnehmer für die Bedeutung des Weichgewebes für die Implantatstabilität und die Einheilung sensibilisieren. Grubeanu zeigte darüber hinaus, wie durch den Einsatz von Knochenersatzmaterialien regenerativ gearbeitet werden kann. Als Augmentationsmaterial zur Defektdeckung nutzte er Eigenknochen, Knochenersatzmaterial und eine Kollagenmembran.

Eine Live-Implantation zum Hauptkongress-Auftakt

Der Hauptkongress am Samstag wurde mit der Übertragung einer Live-OP in den Tagungssaal via Multi-Channel-Streaming eröffnet. Prof. Dr. Daniel Grubeanu führte in dem Eingriff eine Sofortimplantation in der ästhetischen Zone mit dem zweiteiligen Keramikimplantat PURE von Straumann durch. Zunächst wurde der Zahn, der vor einigen Jahren bereits einer Wurzelbehandlung unterzogen worden war, extrahiert. Die Initialbohrung mit einem Durchmesser von 2,2 mm wurde mithilfe der in situ gehaltenen Bohrschablone durchgeführt. Anschließend wurde auf einen Bohrdurchmesser von 2,8 mm erhöht und die finale Bohrung fand mit 3,5 mm statt.


Nach dem Eindrehen des Keramikimplantats konnte sofort eine hohe Primärstabilität festgestellt werden. Prof. Grubeanu eröffnete ein zweites Operationsareal, um zusätzlichen Knochen mithilfe eines Knochenschabers zu gewinnen, welcher im Zuge von Augmentationsmaßnahmen zum Einsatz kommen sollte. Dieser Eigenknochen wurde in einem ersten Augmentationsschritt bukkal an der Implantatoberfläche angelagert. In einem zweiten Schritt wurde darüber das Trombozytenkonzentrat PRF (Platelet-Rich Fibrin) eingebracht, um vor atrophischen Vorgängen zu schützen und die Wundheilung zu fördern. Um die Implantationsstelle mit ausreichend Weichgewebe abdecken zu können, wurde ein zuvor am Gaumen entnommenes Weichgewebetransplantat vernäht. Die Schließung wurde hier durch eine fortlaufende Naht mit internem Loop erreicht. Im letzten Schritt der Operation erhielt der Patient ein Sofortprovisorium, um nach dem Eingriff bezahnt nach Hause gehen zu können.

Ein Samstag voller hochkarätiger Vorträge

Das Vortragsprogramm im Anschluss zur Live-OP stand ganz im Zeichen der Wissenschaft: Unter der Themenstellung „Implantologie als chirurgische und prothetische Disziplin – neueste Techniken und Risikomanagement“ stellten sich renommierte Referenten in ihren Vorträgen den derzeit wichtigsten Fragen und diskutierten diese mit den Teilnehmern. Den Auftakt machte Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz aus Wiesbaden, der nach einer herzlichen Begrüßung durch Prof. Dr. Daniel Grubeanu aus Trier den ersten Vortrag des Tages hielt. Unter dem Titel „Diabetes und andere Störungen des Gefäßsystems – Wer ist chirurgischer Risikopatient und wer nicht?“ befasste sich Prof. Grötz unter anderem mit Mundhöhlenkeimen und dem Einfluss, den diese auf Diabetes haben. Zudem nahm er einige anerkannte systematische Studien kritisch unter die Lupe und stellte mit Blick auf unterschiedliche Arten von Kiefernekrose die These auf, dass es durch Diabetes vermutlich zu Wundheilungsstörungen nach Zahnextraktionen kommen kann.

Im zweiten Vortrag beschäftigte sich Prof. Dr. Sven Reich aus Aachen mit der implantatprothetischen Versorgung von kieferchirurgisch rekonstruierten Patienten und stellte drei klinische Fälle von Patienten mit malignen Tumoren im Mund- oder Kieferbereich vor, die er selbst prothetisch versorgt hatte. Der Zuhörerschaft gab er eine eigens entwickelte Checkliste als „Take-Home Message“ mit auf den Weg. Diese widmet sich den wichtigen Fragen, die der Arzt dem Patienten vor der Erstbehandlung stellen sollte. In diesem Zusammenhang soll ein Abgleich in puncto Ernährung, Sprache, Schluckreflex, Mundöffnung, Lippenschluss, Weichgewebe etc. mit dem Patienten stattfinden. Darüber hinaus hinterfragte Reich die Notwendigkeit digital geführter Eingriffe und mahnte zudem die Zuhörenden, zusätzlich zur digitalen Abformung stets analog mittels physischer Modelle abzuformen.

Prof. Dr. Dr. Adrian Kasaj, M.Sc referierte anschließend über die vielfältigen Möglichkeiten der Weichgewebsrekonstruktion um Zähne und Implantate. Er wies im Rahmen seines Vortrages auf die Bedeutung der keratinisierten periimplantären Schleimhaut bei der Gewinnung von Weichgewebsersatz hin und gab einen ausführlichen medizingeschichtlichen Überblick über die verschiedenen Techniken, die im Verlauf der vergangenen Jahre für diesen Zweck entwickelt wurden. Zudem stellte er sich mit Blick auf verschiedene Ansätze zur Einheilung kritisch der Frage: „Brauchen wir überhaupt noch autologe Transplantate?“

Im vierten Vortrag des Tages sprach der sogenannte „Vater der Knochenersatzmaterialien“ Prof. Dr. Dr. Dr. Shahram Ghanaati aus Frankfurt am Main über die Biologisierung des Knochen- und Weichgewebes in der Zahnmedizin. Ghanaati ist der Meinung, dass man zunächst die verschiedenen Phasen der Wundheilung verstehen müsse, um auch bei komplexen chirurgischen Eingriffen ein harmonisches Behandlungsergebnis erzielen zu können. Zudem proklamierte Ghanaati, dass die Zahnmedizin endlich damit anfangen solle, indikationsbasiert zu arbeiten, um den großen dentalen Krankheiten unserer Zeit – wie etwa Periimplantitis – etwas entgegensetzen zu können. Darüber hinaus sprach Ghanaati über die Nutzung von Blutkonzentraten und die vielen Vorteile des Trombozytenkonzentrates PRF (Platelet-Rich Fibrin), welches unter anderem als Wundheilungsbeschleuniger eingesetzt werden kann.

Eine ebenso starke zweite Veranstaltungshälfte

Nach der Mittauspause eröffnete Prof. Dr. Karsten Kamm aus Baden-Baden das Programm und sprach in seinem Vortrag „Digitale Prothetik im Dialog mit der Implantologie – Visionen für die Zukunft“ unter anderem über die Vorteile des intraoralen Scans und beschrieb anschaulich die einzelnen Schritte des heutigen digitalen Workflows – von der initialen Datenerfassung über das Matching und Zusammenführen der verschiedenen Dateiformate bis hin zur Implantatauswahl und -positionierung. Für Kamm ist der Kommunikationsfluss zwischen Zahnarzt, Prothetiker, Zahntechniker und der Industrie in diesem Kontext essenziell.

Hiernach sprach der Vorstand des BDO, Dr. Dr. Wolfgang Jakobs aus Luxemburg, über die Faktoren, die zu einem Frühverlust von Implantaten führen. Hierbei unterschied er mechanische Faktoren und biologische Faktoren, wie etwa das Patientenalter. Er beschrieb eine aktuelle multizentrische Kohortenstudie, in welcher zwischen 2010 und 2018 70.000 Implantate untersucht wurden. Als Ergebnis der Studie führte Jakobs unter anderem an, dass die Frühverlustquote bei männlichen Patienten höher sei, als die bei weiblichen.

Dr. Dr. Jakobs wurde abgelöst von Dipl.-Zahntechniker Olaf van Iperen/Wachtberg, der sich in seiner Präsentation den Fragen widmete: Wieviel Zahntechnik braucht die Implantologie und wer ist für die meiste Planung verantwortlich? Bereits nach wenigen Minuten stand fest, dass Zahntechniker nach wie vor eine integrale Rolle im dentalen Behandlungsworkflow spielen. Dr. Torsten Conrad/Bingen am Rhein ging in seinem Vortrag noch einmal auf die mannigfaltigen Vorteile des Trombozytenkonzentrates PRF (Platelet-Rich Fibrin) ein und stellte dieses als Augmentationsmaßnahme vor, die es möglich macht, Knochenregenerationsphasen signifikant zu verkürzen. Den Abschlussvortrag hielt Dr. Dr. Thomas Morbach/Alzey und zeigte den Zuhörenden Wege auf, wie grundlegende Fehler bei der Implantation vermieden werden können.

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