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Branchenmeldungen 08.11.2019

«Implantologie heute – die Kluft zwischen Evidenz und Praxis»

«Implantologie heute – die Kluft zwischen Evidenz und Praxis»

Der SGI-Jahreskongress fand grossen Anklang bei den Teilnehmenden.

Die Schweizerische Gesellschaft für orale Implantologie (SGI) lud am 2. November unter dem Titel «Implantologie heute – die Kluft zwischen Evidenz und Praxis» zu ihrem Jahreskongress 2019 ein.

In den neuen Kongressräumlichkeiten in der Markthalle Burgdorf wurde anhand der Schwerpunktthemen «Keramikimplantate», «Geführte Implantologie», «Digitaler Workflow» sowie der «Sofortimplantation» das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Evidenz und der praktischen Umsetzung im Klinikalltag näher beleuchtet.

Keramikimplantate

Der eintägige Kongress wurde von Dr. Marc Balmer, Oberarzt an der Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin in Zürich, eröffnet, welcher die Teilnehmer in die vorhandene Evidenz bezüglich Keramikimplantate einführte. Dr. Balmer zeigte auf, dass auf Niveau Knochen, Weichgewebe sowie Prothetik Keramikimplantate grundsätzlich gute Resultate zeigen, viele Daten aber aufgrund der kurzen Beobachtungszeit sowie aufgrund der Erhebung der Daten (vorklinische Untersuchungen) relativiert werden müssten. Den Erfahrungsbericht aus der Praxis übernahm Dr. Jens Tartsch, Präsident der Europäischen Gesellschaft für Keramik-Implantate (ESCI). Seine klinische Erfahrung mit Keramikimplantaten beurteilte er als durchwegs positiv. Dr. Tartsch zeigte aber auch offen und ehrlich, welche Behandlungsschritte bei unsachgemässer Ausführung zu Problemen führen können. Er wünscht sich deshalb auch eine wissenschaftliche und seriöse Aufarbeitung sowie weitere Evidenz zu dieser Thematik.

Impressionen des SGI-Jahreskongresses 2019 in Burgdorf

Geführte Implantation

Im zweiten Block wurden die wissenschaftlichen Fakten zur geführten Implantation durch PD Dr. Simone Janner aus Bern erörtert. Er erläuterte, dass vor allem zahnlose sowie ältere Patienten von dieser Technologie profitieren, da durch die weniger invasiven Eingriffe weniger postoperative Schmerzen auftreten würden. Dr. David Schneider brachte den Teilnehmern seine klinischen Erfahrungen mit der geführten Implantation nahe und schlussfolgerte, dass insbesondere bei der virtuellen Implantatplanung ein echter Mehrwert vorhanden sei.

Digitaler SGI-Implantat-Pass

Nach der Mittagspause wurde seitens der SGI durch Dr. Sven Mühlemann der digitale SGI-Implantat-Pass vorgestellt. Dieser soll es Patienten und Zahnärzten ermöglichen, lebenslang zu hinterlegen, welche Implantate und Biomaterialien bei ihnen eingesetzt wurden.

Digitaler Workflow in der Implantologie

Die wissenschaftliche Evidenz zum digitalen Workflow in der Implantologie wurde von Prof. Dr. Irena Seiler aus Genf präsentiert. Prof. Seiler betonte, wie schwierig es sei, aufgrund der rasanten Entwicklung digitaler Systeme aktuelle Daten zur Richtigkeit und Präzision zur Verfügung zu haben. Die digitale Abformung sei aber wissenschaftlich bereits sehr gut dokumentiert. Seine klinischen Erfahrungen mit dem digitalen Workflow in der Implantologie stellte Dr. Sven Mühlemann aus Zürich vor. Er beschrieb die Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Abformung und betonte, dass laufend ganz neue Arbeitsprozesse entstehen könnten.

Sofortimplantation

Im letzten Block des diesjährigen Jahreskongresses der SGI wurden durch PD Dr. Stefan Paul die wissenschaftliche Evidenz einerseits sowie durch Prof. Dr. Daniel Buser die klinische Realität der Sofortimplantation andererseits aufgezeigt. Die beiden erfahrenen Kliniker demonstrierten dabei exemplarisch, dass bei Einbezug der gleichen wissenschaftlichen Daten die klinische Entscheidungsfindung in verschiedene Richtungen gehen kann. Sie bestätigten damit die Komplexität der Interpretation und Umsetzung wissenschaftlicher Evidenz und damit auch, dass die Organisatoren des diesjährigen SGIcongresses mit der gewählten Thematik goldrichtig lagen.

Foto: OEMUS MEDIA AG

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