Anzeige
Branchenmeldungen 03.09.2018

«Together18» Nachlese zum Kongress von SGI und SSP

«Together18» Nachlese zum Kongress von SGI und SSP

Schnittstellen zwischen der Implantologie und der Parodontologie rückten in den Fokus der zweitägigen Veranstaltung, die durch ein frisches Kongressformat zusätzlich punktete.

Einen Kongress wie diesen haben weder die Schweizerische Gesellschaft für orale Implantologie (SGI) noch die Schweizerische Gesellschaft für Parodontologie (SSP) bisher ausgerichtet: Im Schulterschluss fand am 31. August und 1. September 2018 der Gemeinschaftskongress der beiden Schweizer Fachgesellschaften im Kursaal Bern statt. Dabei war der Name Programm: «Together18» rückte die zahlreichen Berührungspunkte zwischen der Implantologie und der Parodontologie ins Zentrum des Interesses. In den drei Blöcken VERSTEHEN – ENTSCHEIDEN – HANDELN erwarteten die rund 650 Teilnehmer interaktive Präsentationsformen sowie ein anregender Wissenstransfer. Privatpraktiker, die im Alltag vorrangig nur auf sich und ihr fachliches Können zurückgreifen können, hatten hier die Möglichkeit, die vorgestellten Fälle zu beurteilen und ihre Stimme per Voting für einen bestimmten Behandlungsweg abzugeben. Im Anschluss daran erläuterten die Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen die von ihnen bevorzugte Vorgehensweise und boten somit den Teilnehmern die Möglichkeit, ihre anfängliche Entscheidung zu hinterfragen, zu revidieren – oder aber bestätigt zu wissen.

Mit einem speziellen Programm für Dentalhygienikerinnen wurde dem ganzen Praxisteam zudem eine Möglichkeit der gemeinsamen Fortbildung bei der «Together18» geboten.An beiden Kongresstagen beteiligten sich 25 namhafte Unternehmen an der themenspezifischen Dentalausstellung.

VERSTEHEN

Eröffnet wurde der Kongress durch die beiden Präsidenten der Fachgesellschaften, Dr. Rino Burkhard (SGI) und Dr. Patrick Gugerli (SSP). Der erste Block wurde dem VERSTEHEN als Grundlage von Entscheidungen und Handlungen gewidmet. Prof. Dr. Niklaus Lang (Bern) und Prof. Dr. Daniel Buser (Bern) standen gemeinsam auf der Bühne, um in einem Patientenfall die bestmögliche Vorgehensweise zu eruieren. Dabei war erstmals auch das Publikum gefragt, das sich für eine der beiden vorgestellten Behandlungsoptionen per Voting entscheiden sollte. In einer Podiumsdiskussion standen dann Prof. Dr. Nicola Zitzmann, Prof. Dr. Michael Bornstein und Jürg Schmid in direktem Austausch mit den beiden Experten.

In der zweiten Session stellte sich Prof. Dr. Jens Türp (Basel) die Frage: «Was passiert, wenn der Experte selbst zum Patienten wird?». Prof. Türp holte hierfür den Rat seiner Kollegen ein, um die eigene Situation analysieren zu können. Der anschliessenden Paneldiskussion sassen Prof. Dr. Irena Sailer, PD Dr. Vivianne Chappuis und Prof. Dr. Marc Schätzle bei.

ENTSCHEIDEN

Am Freitagnachmittag drehten sich die Vorträge um präventive Strategien, die es erlauben, verschiedene Einflussfaktoren auf eine fehlerhafte Entscheidung zu analysieren und dieser dementsprechend vorzubeugen.

Grundlegendes über klinische Entscheidungsfindung erklärte Dr. Burkhard in seinem Beitrag «Wie entscheiden wir uns?». Anhand eines Patientenfalls war es dem Publikum hiernach möglich, die eigene Meinung mit derjenigen der Experten direkt zu vergleichen. Verschiedene Faktoren des Entscheidungsprozesses erläuterte Prof. Dr. Ronald Jung.

Im Interesse des Patienten zu entscheiden, gehört ebenfalls zur täglichen Aufgabe des Praktikers. Prof. Dr. Martin Schimmel stellte sich daher die Frage: «Wie nehmen die Patienten unsere Behandlungsformen wahr?». Die Teilnehmer wurden von Prof. Dr. Andrea Mombelli um ihre Meinung zum Einsatz von Antibiotika gebeten, und zum Ende des Blocks thematisierte Prof. Dr. Benedikt Huttner noch einmal speziell das Problem der Antibiotikaresistenz.

Im Parallelprogramm für Dentalhygieniker wurden dem Publikum Vorträge von der Untersuchung bis zur Diagnose (Session 1) und von der Behandlung bis zur Erhaltung (Session 2) geboten. Unter anderem sprach dabei Dr. Alexandra Stähli über die Interpretation der Messwerte in der Parodontal- und Periimplantitisdiagnostik.

HANDELN

Ausführende Handlungen in der Implantologie und der Parodontologie standen im Mittelpunkt des dritten und letzten Blocks am Samstagvormittag. Auf 20 Jahre Erfahrung in der Implantologie blickte Prof. Zitzmann zurück und zog ein umfassendes Resümee aus dem Gelernten. Prof. Dr. Franck Renouard erklärte in seinem Vortrag, vermeiden kann, wobei er zwischen Fehlern und Fehlverhalten unterschied. In 20-minütigen Kurzvorträgen gaben Experten anschliessend ihre Erfahrungen weiter: So thematisierten Prof. Dr. Dr. Anton Sculean die gesteuerte Geweberegeneration, Prof. Dr. Giovanni Salvi die Behandlung von Periimplantitis, Prof. Dr. Daniel Edelhof Klebebrücken und Prof. Dr. Francesco Cairo die Zahnerhaltung.

Nach einem überaus positiven Resümee sowohl der Präsidenten der SGI und der SSP als auch des Publikums ging der Gemeinschaftskongress in Bern zu Ende.

Foto: OEMUS MEDIA AG
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige