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Branchenmeldungen 14.05.2020

Rundes Jubiläum: 40 Jahre ITI in Deutschland

Dr. Georg Bach
Dr. Georg Bach
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Rundes Jubiläum: 40 Jahre ITI in Deutschland

Die Corona-Pandemie hat ein würdiges Begehen des 40-jährigen Jubiläums des Internationalen Teams für Implantologie (ITI), welches seinen Höhepunkt beim ITI World Symposium in Singapur finden sollte, stark eingeschränkt. Sehr bedauerlich, denn dieses globale implantologische Netzwerk ist einmalig und hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten als die führende internationale Fachgesellschaft auf dem Gebiet der oralen Implantologie positioniert. Was dabei ein wenig in den Hintergrund gerät, ist die Tatsache, dass 40 Jahre ITI gleichzeitig auch 40 Jahre ITI in Deutschland bedeuten. Der vorliegende Beitrag möchte die Bedeutung der Deutschen Sektion und dessen Beitrag an dem Gedeihen des internationalen Teams würdigen.

Wegbereiter im allerbesten Sinne war das kongeniale Duo Prof. Dr. Wilfried Schilli und Prof. Dr. Gisbert Krekeler. Die beiden Freiburger Hochschullehrer gehörten zu den Männern der ersten ITI Stunde, sowohl als Gründungsmitglieder als auch als Multiplikatoren der damals jungen implantologischen Fachdisziplin. Gut dreieinhalb Jahrzehnte, bevor der Begriff „Edutainment“ kreiert wurde, haben Schilli und Krekeler genau dies überaus erfolgreich betrieben – mit außergewöhnlicher Eloquenz und herausragender fachlicher Kompetenz ausgestattet, brachten sie die orale Implantologie ganzen Zahnärztegenerationen näher. Ihnen war bewusst, dass eine allgemeine Verbreitung der Implantologie eng mit einer guten Ausbildung der interessierten Kolleginnen und Kollegen verknüpft sein muss. Deshalb widmeten sie enorme persönliche Kapazitäten der Schulung und Ausbildung – und sorgten somit rasch für eine Verbreitung des implantologischen Basiswissens.

Ihre Begeisterung war ansteckend und griff rasch auf die gesamte kieferchirurgische Abteilung der Universitätszahnklinik Freiburg über. Diese wurde somit zur „Keimzelle“ der Deutschen ITI Sektion.

Aus der Riege der Oberärzte stießen Prof. Dr. Dr. Ulrich Joos, Prof. Dr. Dr. Peter Stoll, Prof. Dr. Dr. Richard Werkmeister, Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz, Prof. Dr. Dr. Wolfgang Bähr und Prof. Dr. Dr. Dieter Weingart zu der neuen ITI Deutschland-Truppe. Weingart wurde später der Nachfolger von Krekeler und nach Schilli auch der zweite Deutsche, der das Amt des ITI Präsidenten bekleiden durfte.

Des Weiteren sei Dr. Johannes Röckl zu erwähnen, der sich als Facharzt für Oralchirurgie und Fachzahnarzt für Kieferorthopädie einbrachte und sich ganz wesentlich im Bereich der Schulung und Ausbildung engagierte. In diese Zeit fiel auch der Schulterschluss zur Zahntechnik. Die deutschen ITI Macher erkannten umgehend, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Zahntechnikern, gerade auf dem Gebiet der Implantologie, ist und forcierten diese nach Kräften. So gehören Zahntechniker seit geraumer Zeit zum festen Kreis der deutschen ITI Fellows. Stellvertretend sei hier Zahntechnikermeister Christian Müller aus Gundelfingen genannt, der ganzen Generationen von Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern die hohe Kunst der Implantatprothetik nahebrachte.

Was macht das ITI so einzigartig?

Durch das einzigartige Netzwerk Schillis wurden rasch weitere universitäre Multiplikatoren gefunden, die wiederum hervorragend für eine Verbreitung der Implantologie im Sinne des ITI sorgten.

Auf Krekeler folgte, wie schon zuvor erwähnt, Weingart als deutscher Sektionschair. Zu seinem Nachfolger wurde Prof. Dr. Gerhard Wahl bestimmt, in dessen über ein Jahrzehnt währende Ägide eine Neurorientierung der Sektion und die Etablierung mannigfaltiger Ausbildungsformate fiel. Aktueller Sektionsvorsitzender ist seit 2015 Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz, der an die Tradition seiner Vorgänger anknüpfend einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Ausbildung und die Etablierung neuer Formate legt.

Die Deutsche Sektion etabliert sich

Zu Beginn der Tätigkeit des ITI gab es keine nationalen Sektionen – alles wurde vom ITI Headquarter in Basel um Walter Widmer koordiniert. Mit dem rasanten Wachstum des ITI ließ sich dies nicht mehr bewerkstelligen, und so wurden erste Sektionen gegründet. Die ohnehin sehr agilen Deutschen nahmen diese Entwicklung dankbar auf. Erster Vorsitzender wurde Prof. Dr. Gisbert Krekeler, der immer auf die Bedeutung der Beachtung lokaler Gegebenheiten hingewiesen hatte.

Flankierend zu seinem Vorsitz etablierten sich auch die Deutschen ITI Kongresse, die anfänglich in Köln einen festen Standort hatten.

Doch das Wachstum, das die Deutsche Sektion hinlegte, zwang zu einem Wechsel vom Hotel MARITIM zu anderen Standorten in Köln – die jedoch immer zu dem Zeitpunkt des jeweiligen Kongresses eines waren: zu klein! So musste der lieb gewonnene Standort Köln verlassen werden, und andere Städte, mit größeren Kapazitäten, wurden ausfindig gemacht.

Aktivposten Deutsche ITI Sektion im globalen Netzwerk

Mit den überaus erfolgreichen deutschen ITI Kongressen gaben sich die Sektionsmacher jedoch nicht zufrieden. Begleitend zu diesen vielbeachteten deutschen Kongressen, die übrigens auch als Blaupause für viele andere nationale Kongresse anderer Sektionen dienten, wurde auch das Fortbildungsprogramm sukzessiv ausgebaut und deutlich verändert – weg von den (chirurgischen) Basiskursen hin zu aktuellen Spezialthemen mit herausragenden Referenten und Meinungsbildnern.

Lohn dieser Arbeit ist eine, in der aktuellen Fortbildungslandschaft, wohl einmalige Quote tatsächlich stattgefundener und gut gebuchter Kurse.

Neue Ausbildungsformate

Mit dem Start des Young ITI, welches in einer überaus aktiven Gruppe (damals) „Junger Wilder“ um Prof. Dr. Dr. Andreas Schlegel entwickelt wurde, avanciert ein Ausbildungsformat der Deutschen ITI Sektionen mit echtem Alleinstellungsmerkmal. Dabei handelt es sich um eine Fortbildungsveranstaltung mit jungen unkonventionellen Referenten, deren Diskussionen in kollegialer Atmosphäre mitunter gegen den Mainstream laufen. Dieses Konzept der Deutschen ITI Sektion hat sich nicht nur als hoch attraktiv erwiesen, sondern hat das Potenzial zum Dauerbrenner.

Auch wenn die einstigen „Jungen Wilden“ inzwischen etabliert sind und ihnen zwischenzeitlich die vierte Generation folgt, das Konzept an sich ist nach wie vor zeitgemäß und sorgt regelmäßig dafür, dass circa drei Wochen nach Beginn der Buchungsoption ein „ausgebucht“-Button auf der Homepage des ITI erscheint. Hierbei hat sich in der Zwischenzeit der Schwerpunkt des jeweiligen Young ITI Themas von chirurgisch orientierten Themen klar in Richtung „digitale Implantologie“ gewandelt.

Ebenfalls Neuland beschritt die Deutsche Sektion mit dem Format „ITI kontrovers“ – ein Online-Symposium mit klarem wissenschaftlichen Anspruch. Vier Spezialisten diskutieren auf dem jeweiligen Themengebiet, unter der Moderation des Communication Officers, begleitet von drei Videosessions.

Das Gleiche gilt für die Aktivitäten auf dem Gebiet der curricularen Ausbildung. Mit dem „Deutschen ITI Curriculum“ und – ganz aktuell – mit dem „ITI Curriculum Orale Regeneration“ wurden von der Deutschen ITI Sektion tatsächlich Meilensteine gesetzt. Letztendliche Konsequenz aus dem unglaublichen Erfolg des Deutschen ITI Curriculums war die Entwicklung eines dreigliedrigen Curriculums durch das ITI Headquarter in Basel.

Die Deutsche ITI Sektion 2020

Damit eine Sektion im einzigartigen globalen Netzwerk so aktiv und auch so erfolgreich sein kann, bedarf es vieler Menschen, die sich für ihr ITI einbringen und große Teile ihrer Freizeit opfern. Mit Ausnahme des Sektion-Managers sind alle anderen Funktionen in den ITI Sektionen rein ehrenamtlich, so ist es wirklich Freizeit und Herzblut, welches hier investiert wird.

Der Frontmann der Deutschen ITI Sektion im Jubiläumsjahr ist Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz. Auch wenn er neben seiner Funktion als Sektionschair seinen Tätigkeitsschwerpunkt im westfälischen Münster hat (Lehrstuhl für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universität Münster), so ist er doch ein „echtes Freiburger Gewächs“ – auch er kommt aus der rührigen Freiburger Keimzelle um Schilli und Krekeler, über die zu Beginn dieses Beitrages berichtet wurde. Prof. Kleinheinz liegt neben den unzähligen Verwaltungstätigkeiten, die ein Sektionsvorsitz bedingt, vor allem eines am Herzen – die Verankerung der Implantologie in der Wissenschaft. So ist ihm ein weiteres neues Ausbildungsformat der Deutschen ITI zu verdanken, der „Wissenschaftstag“, der vergangenen Herbst zum ersten Mal in Frankfurt am Main ausgerichtet wurde.

Ein weiterer Lehrstuhlinhaber, ebenfalls im Bereich Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie tätig, ist in der Deutschen Sektion für den enorm wichtigen Bereich Fortbildung zuständig – der derzeitige „Education Delegate“ ist Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas. Prof. Al-Nawas zeichnet sich somit für das Fortbildungsangebot der Deutschen Sektion verantwortlich – und in der Tat – seine Fortbildungsbroschüre, liebevoll auch FoBi genannt, ist gefüllt mit hoch attraktiven Fortbildungsangeboten. Darüber hinaus hat Prof. Al-Nawas mit der Inauguration einer Web-Konferenz Fortbildungsneuland beschritten. Der extrem gut vernetzte Mainzer Hochschullehrer ist zudem Mitglied des Boards des Internationalen Teams für Implantologie und dort einer der engagierten Aktivposten, die das große Schiff ITI international auf einem guten Kurs halten.

Sehr kompetent, aber auch überaus charmant, betreut Dr. Anne Bauersachs den sehr wichtigen Bereich der Deutschen ITI Study Clubs. Seit Einführung der Study Clubs, in der Ära des ITI Präsidenten Prof. Cochran, haben sich diese zu einer echten „ITI Keimzelle“ entwickelt – ambitionierte, ehrliche Diskussion im kleinen kollegialen Kreise. Damit dies aber auch so gut läuft, wie es in Deutschland tatsächlich der Fall ist, bedarf es enormer Anstrengungen, welche die im thüringischen Sonneberg niedergelassene Oralchirurgin mit Elan und Engagement routiniert bewältigt. Bauersachs ist über das ITI hinaus in den zahnärztlichen Körperschaften aktiv.

Thomas Kreuzwieser koordiniert als Section Manager Deutschland aus dem Freiburger Sektionsheadquarter sämtliche Aktivitäten der Deutschen ITI Sektion. Ihm zur Seite steht Annabell Schäfer, die „gute Seele“ der Sektion.

Durch das starke Wachstum der Deutschen Sektion bedingt, aber auch als Folge des enormen Erfolgs der Sektionsaktivitäten, stehen dem Duo Kreuzwieser und Schäfer weitere Kräfte zur Seite.

Betreuung der Study Clubs, Koordination der mannigfaltigen Fortbildungskurse, vor allem die vielfältigen Fortbildungsformate (Deutsche ITI Kongresse, Young ITI, ITI kontrovers, Curricula etc.), aber auch Mitgliedermanagement und -neugewinnung, Budgetverantwortung und Kostenmanagement führen dazu, dass in den Räumen der ITI Sektion in der Stefan-Meier-Straße 21 in Freiburg im Breisgau das Licht früh angeschaltet und sehr spät gelöscht wird.

Ja, und dann gibt es noch den, der das Privileg hat, über all diese erfreulichen Gegebenheiten berichten zu dürfen. Dr. Georg Bach ist der Communications Officer der Deutschen ITI Sektion. Er hatte diese Funktion bereits zu einer Zeit inne, als es diese im Sektionsorganigramm noch gar nicht gab und zeichnet sich somit seit exakt zwei Jahrzehnten für die mediale Präsenz verantwortlich.

Ferner konzipiert und moderiert der im breisgauischen Freiburg niedergelassene Oralchirurg, übrigens auch ein Kind der „Freiburger Gruppe“, das jährlich im Spätherbst stattfindende ITI kontrovers.

Foto Teaserbild: ITI

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