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Branchenmeldungen 11.12.2017

„Ursache oder Wirkung?“: DGPZM auf 3. Gemeinschaftstagung der DGZ

„Ursache oder Wirkung?“: DGPZM auf 3. Gemeinschaftstagung der DGZ

Vom 23. bis 25. November 2017 wurde auf dem 3. Gemeinschaftskongress der DGZ das breite Spektrum der Zahnerhaltung umfassend beleuchtet. Die DGPZM war mit einem eigenen Programm zu fachübergreifenden Themen am Kongress beteiligt.

Das zentrale Thema des DGZ-Verbundes - „Erhalte Deinen Zahn“ – bildete auch das Motto der 3. Gemeinschaftstagung der DGZ mit der DGET, der DGPZM und der DGR²Z vom 23. – 25. November 2017 im Hotel Palace Berlin. Die DGPZM gestaltete auf diesem Kongress zwei eigene Themenblocks und präsentierte außerdem die Gewinner im Rahmen des DGPZM-Förderprogramms.

Wechselwirkungen von Mund- und Allgemeinerkrankungen

„Ursache oder Wirkung?“ war die Frage, die im DGPZM-Symposium zu Wechselwirkungen von Mund- und Allgemeinerkrankungen im Raum stand. Dabei stellten die beiden Referenten Priv.-Doz. Dr. Dirk Ziebolz (Leipzig) und Prof. Dr. James Deschner (Bonn) fest, dass Erkrankungen des Gesamtorganismus das Risiko für Parodontitiden erhöhen können. Gleichzeitig können parodontale Erkrankungen auch die Entstehung von Allgemeinerkrankungen fördern. Grund-sätzlich ist ein profundes Verständnis von Krankheiten wie Diabetes mellitus, metabolisches Syndrom oder Adipositas und ihren Wechselwirkungen mit Parodontitiden für ein klinisches Management unabdingbar. Im Anschluss an den Vortrag präsentierte Prof. Dr. Carolina Ganß (Gießen) gemeinsame Leitlinienprojekte der Präventivmedizin und der Medizin und stellte damit heraus, wie wichtig die interdisziplinäre Arbeit für die DGPZM ist.

Foto: V.l.n.r.: Prof. Dr. Carolina Ganß, ehemalige Präsidentin der DGPZM bei der Moderation des DGPZM-Symposiums; Prof. Dr. Dr. Christian Walter bei seinem Vortrag zur Wirkung antiresorptiver Medikamente auf die Mundgesundheit © DGZ

Unbedachte Leiden durch orale Nebenwirkungen von Medikamenten

Ein weiterer Vortragsblock der DGPZM hatte orale Nebenwirkungen von Medikamenten zum Thema, wobei Prof. Dr. Dr. Christian Walter (Mainz) zunächst die Wirkung antiresorptiver Medikamente auf die Mundgesundheit beleuchtete. Eine für die Zahnmedizin wichtige Nebenwirkung dieser wie auch anderer in der Onkologie eingesetzten Substanzen ist die Osteonekrose. In seinem Vortrag zeigte der Referent praxisnah anhand von Fallbeispielen geeignete Therapiestrategien zur Vermeidung dieser Nebenwirkungen. Dr. Andy Wolff aus Tel Aviv (Israel) ging anschließend auf medikamenteninduzierte Speicheldrüsenfunktionsstörungen ein und veranschaulichte zunächst das erhebliche Ausmaß des Problems der Mundtrockenheit infolge der Einnahme von Medikamenten. In seinem Vortrag gab er einen Überblick über die Substanzen, die als Auslöser für Mundtrockenheit evident sind und appellierte, mehr Ressourcen für Forschung, Prävention und Behandlung bereitzustellen.

Förderprogramm der DGPZM

Die DGPZM fördert die Präventivzahnmedizin in Forschung und Wissenschaft, aber auch die Umsetzung von Präventionskonzepten in der zahnärztlichen Praxis. Die Würdigung von Engagement in der Präventivzahnmedizin war ein weiterer Bestandteil des DGPZM-Programms auf der 3. Gemeinschaftstagung der DGZ.

Für vielversprechende Forschungsvorhaben aus dem Bereich Prävention in der Zahnmedizin erhielten in diesem Jahr zwei Wissenschaftler Mittel aus dem dgpzm CP GABA Wissenschaftsfonds. Dr. Michael Egermann von der Universität Witten/Herdecke erhielt 12.100 EUR für das Projekt „Mundgesundheit und zahnärztlicher Versorgungsgrad bei Menschen mit geistiger Behinderung, die betreute Werkstätten im Kreis Unna und Umgebung besuchen“. Die zweite Förderzusage in Höhe von 5.700 EUR ging an das Forschungsvorhaben von Dr. Philipp Kanzow vom Universitätsklinikum Göttingen zum Thema „Einfluss geschlechtsspezifischer Unterschiede des Speichels auf die Entwicklung dentaler Erosionen – eine in-situ-Studie“.

Für ein präventionsorientiertes Handlungskonzept vergab die DGPZM in diesem Jahr erstmals den von Ivoclar Vivadent unterstützten DGPZM-Praktikerpreis. Dieser ging an eine Jenaer Praxis für eine Kleinkindersprechstunde zur Prävention im Säuglingsalter. Preisträger waren Ellen Zobel, Rebecca Otto, Dr. Annegret Sabath und Zahnarzt Dr. Peter Schmidt, der stellvertretend für das Team den Preis entgegennahm.

Informationen zum DGPZM-Förderprogramm stehen online unter www.dgpzm.de zur Verfügung. Mittel aus dem dgpzm CP GABA Wissenschaftsfonds können bis zum 01.03.2018 beantragt werden. Bewerbungen für den DGPZM-Praktikerpreis sind an die Einreichungsfristen von Beiträgen für die DGZ-Jahrestagungen gebunden. Bitte beachten Sie hier die Informationen auf der Homepage der dgpzm (www.dgpzm.de) und der DGZ (www.dgz-online.de).

Vorstandswechsel in der DGPZM

Im Rahmen der DGPZM-Mitgliederversammlung an der 3. Gemeinschaftstagung der DGZ wurde der Vorstand der DGPZM neu gewählt. Neuer Präsident der DGPZM wurde Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke, Prof. Dr. Anahita Jablonski-Momeni wurde zur Generalsekretärin gewählt. Sie lösen Prof. Dr. Carolina Ganß aus Gießen und Prof. Dr. Nadine Schlüter aus Freiburg ab, die die Geschicke der DGPZM seit ihrer Gründung geleitet haben. Beide haben maßgeblich zum Aufbau der jungen Gesellschaft beigetragen und waren auch federführend bei der Gestaltung des diesjährigen wissenschaftlichen Programms der DGPZM. Im Vorstand bestätigt wurden Prof. Dr. Cornelia Frese aus Heidelberg als Schatzmeisterin sowie Dr. Lutz Laurisch aus Korschenbroich als Vizepräsident.

Quelle: DGZ

Foto: DGZ
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